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Karpathy verlässt OpenAI endgültig – und baut bei Anthropic die nächste Claude-Generation

OpenAI-Mitgründer Andrej Karpathy wechselt zu Anthropic. Er führt jetzt das Pre-Training-Team und nutzt Claude, um Claude zu trainieren – rekursive Selbstverbesserung wird konkret.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
21. MAI 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration zum Artikel «Karpathy verlässt OpenAI endgültig – und baut bei Anthropic », kinewsletter.ch Stil
Illustration zum Artikel 01-karpathy-anthropic, kinewsletter.ch Stil (dark)
INHALT
01Der Transfer, den niemand kommen sah02Sein neues Spielfeld: Pre-Training03900 Milliarden, die Karpathy brauchen04Für dich als Claude-Nutzer05Was als Nächstes kommt
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01Der Transfer, den niemand kommen sah02Sein neues Spielfeld: Pre-Training03900 Milliarden, die Karpathy brauchen04Für dich als Claude-Nutzer05Was als Nächstes kommt
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Einer der bekanntesten KI-Forscher der Welt verlässt das OpenAI-Lager und übernimmt bei Anthropic ein Team für rekursive Selbstverbesserung.

OpenAI-Mitgründer Andrej Karpathy wechselt zu Anthropic. Er startet diese Woche im Pre-Training-Team unter Nick Joseph und soll Claude nutzen, um Claude selbst zu trainieren. Das klingt nach einer Spielerei – ist aber genau das Konzept, das die Branche seit Monaten als nächsten Schritt diskutiert.

Der Transfer, den niemand kommen sah

Karpathy gehört zu den elf Gründungsmitgliedern von OpenAI. Nach einem ersten Abgang 2017 baute er bei Tesla die Autopilot- und Full-Self-Driving-Abteilung auf. 2023 kehrte er zurück zu OpenAI, blieb aber nur ein Jahr und gründete dann Eureka Labs, ein Startup für KI-gestützte Bildung. Sein Bekenntnis zum Bildungsthema bleibt – aber das Tagesgeschäft macht jetzt Anthropic.

Auf X formulierte er seinen Wechsel knapp:

«Ich habe mich Anthropic angeschlossen. Die nächsten Jahre an der Frontier von LLMs werden besonders prägend. Ich freue mich, hier ins Team zu kommen und zurück zu R&D zu finden.»

Was wie eine Standard-Karriere-Notiz aussieht, ist in Wahrheit ein Signal: Einer der bekanntesten KI-Forscher der Welt setzt nicht mehr auf den ehemaligen Arbeitgeber.

Sein neues Spielfeld: Pre-Training

Pre-Training ist die teuerste und rechenintensivste Phase im Modelltraining. Dort wird das Grundwissen erzeugt, das Claude später überhaupt erst zum hilfreichen Assistenten macht. Karpathy übernimmt die Leitung eines neuen Teams, das ein heikles Konzept verfolgt: Claude soll Claude trainieren.

Konkret heisst das, Anthropic nutzt sein eigenes Modell, um die Datenpipeline, die Trainings-Curricula und Teile der Architektur-Entscheidungen für die nächste Generation zu beschleunigen. Das Konzept hat einen Namen, der Forschern und Skeptikern gleichermassen Gänsehaut macht: rekursive Selbstverbesserung.

900 Milliarden, die Karpathy brauchen

Der Wechsel kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Anthropic gerade eine 900-Milliarden-Bewertung anpeilt und mit Google sowie SpaceX Cloud-Verträge im dreistelligen Milliardenbereich abgeschlossen hat. Das Geld ist da, die Compute-Infrastruktur ebenfalls. Was fehlte: ein Lead-Forscher mit Sichtbarkeit, der die nächste Welle prägt – jemand wie Karpathy.

Anthropic-Sprecherin gegenüber TechCrunch:

Karpathy startet ein Team, das Claude nutzt, um Pre-Training-Forschung zu beschleunigen.

Die Formulierung ist nüchtern. Die Implikation ist es nicht. Wenn das funktioniert, verkürzen sich die Iterationszyklen der nächsten Claude-Generation deutlich – und das ist eine direkte Antwort auf Sam Altmans wiederholte Aussage, OpenAI baue gerade an einem «automatisierten Forscher».

Für dich als Claude-Nutzer

Auf kurze Sicht ändert sich für dich nichts – Karpathy fängt erst an. Mittelfristig könnten aber Claude-Versionen schneller, günstiger oder schlicht besser werden, weil weniger menschliche Forschungszeit zwischen den Versionen liegt. Wer Claude beruflich nutzt, sollte den Pre-Training-Themenkomplex im Auge behalten: Hier entscheidet sich, wer 2027 die nützlicheren Modelle hat – und wer welchen Preis dafür verlangen kann.

Was als Nächstes kommt

Karpathy hat angekündigt, sein Bildungsprojekt Eureka Labs neben dem Anthropic-Job weiterführen zu wollen. Erfahrungsgemäss heisst das: Erst kommt der neue Job, dann die alten Projekte. Spannender ist die Frage, wer ihm folgt – im OpenAI-Umfeld gibt es noch ein paar Köpfe, die auf den nächsten Karriereschritt warten.

Quellen

OpenAI co-founder Andrej Karpathy joins Anthropic's pre-training team (TechCrunch)↗ EXTERNER LINKAnthropic hires OpenAI co-founder Andrej Karpathy (CNBC)↗ EXTERNER LINKAndrej Karpathy auf X: «I've joined Anthropic»↗ EXTERNER LINK
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