Meta hat mit Muse Spark 1.1 ein neues, auf agentische Aufgaben ausgelegtes Modell vorgestellt – und verlangt erstmals Geld dafür: Der Entwicklerzugang läuft über eine neue, kostenpflichtige Programmierschnittstelle statt wie bei Llama über einen freien Download.
Kostenloses Erstgespräch — herstellerneutral, direkt aus dem Rheintal.
Mit der kostenpflichtigen Meta Model API kehrt Meta seiner Open-Weights-Strategie den Rücken – Muse Spark 1.1 gibt es für Entwickler nur noch gegen Bezahlung, dafür deutlich günstiger als bei OpenAI und Anthropic.
Meta galt jahrelang als der grosse Verfechter offener KI: Wer wollte, konnte die Llama-Modelle herunterladen und selbst betreiben. Mit dem neuen Muse Spark 1.1 schlägt der Konzern nun einen anderen Weg ein – wer als Entwickler darauf aufbauen will, zahlt neu über eine geschlossene Programmierschnittstelle.
Meta Superintelligence Labs hat am 9. Juli 2026 Muse Spark 1.1 vorgestellt – ein multimodales Modell, das auf agentische Aufgaben ausgelegt ist. Es soll deutlich besser darin sein, Werkzeuge und den Computer selbst zu bedienen, zu programmieren und Bild, Text und Daten gemeinsam zu verstehen.
Das technische Herzstück ist ein Kontextfenster von einer Million Token, das sich selbst verwaltet: Das Modell merkt sich frühere Handlungen, holt sich bei Bedarf Informationen aus weit zurückliegenden Arbeitsschritten und fasst zusammen, ohne die entscheidenden Schritte zu verlieren. In Multi-Agenten-Systemen kann es die Rolle des Hauptagenten übernehmen – Kontext sammeln, einen Plan bauen und Teilaufgaben an parallele Unteragenten verteilen – oder selbst als Unteragent im vorgegebenen Rahmen bleiben.
Die grössere Nachricht ist nicht das Modell, sondern der Vertriebsweg. Mit der neuen Meta Model API verlangt der Konzern zum ersten Mal Geld dafür, dass Entwickler sein eigenes KI-Modell nutzen. Bislang hielt Meta seine stärksten Modelle entweder in den eigenen Apps zurück oder gab sie – wie Llama – offen zum Herunterladen frei. Beides fällt hier weg.
Der Preis liegt bei 1.25 US-Dollar pro Million Input-Token und 4.25 Dollar pro Million Output-Token. Mark Zuckerberg bezifferte das öffentlich auf rund einen Viertel dessen, was Anthropic und OpenAI für vergleichbare Modelle verlangen.
«Ein Viertel des Preises vergleichbarer Modelle.» – Mark Zuckerberg zur Positionierung der Meta Model API
Die Schnittstelle startet vorerst als öffentliche Vorschau und nur für Entwickler in den USA; jedes neue Konto bekommt 20 Dollar Startguthaben. Technisch macht Meta es Umsteigern leicht: Die API spricht sowohl das Format von OpenAI (Chat Completions und Responses) als auch das Anthropic-Messages-Format. Wer wechseln will, ändert im Wesentlichen die Basis-Adresse auf `api.meta.ai/v1` und den Modellnamen auf `muse-spark-1.1`. Zu den ersten Partnern gehören Replit, Cline und Box. Muse Image und Muse Video, zwei begleitende Modelle, waren bereits Tage zuvor erschienen.
Zur Einordnung: Frei ausprobieren lässt sich Muse Spark 1.1 weiterhin im «Thinking»-Modus der Meta-AI-App und auf meta.ai. Neu ist die Bezahlschranke also nicht für Endnutzer, sondern für Entwickler, die das Modell in eigene Produkte einbauen wollen.
Für Schweizer Entwicklerinnen und KMU ist die Schnittstelle vorerst gesperrt – die Vorschau gilt nur in den USA. Interessanter ist das Signal dahinter: Der Preiskampf um agentische KI verschärft sich weiter, und mit Meta drängt ein weiterer schwergewichtiger Anbieter mit einem betont günstigen Tarif in den Markt. Zugleich ist der Schritt ein Dämpfer für alle, die auf Metas offene Modelle gesetzt haben – etwa aus Datenschutz- oder Souveränitätsgründen, um KI im eigenen Haus zu betreiben. Das stärkste neue Modell des Konzerns läuft nun hinter einer Bezahlschranke, nicht mehr auf dem eigenen Server.