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Amazon lässt Mechanical Turk sterben – von KI überholt

Amazon schliesst seinen Klickarbeit-Marktplatz Mechanical Turk ab dem 30. Juli 2026 für Neukunden. Der 2005 gestartete Dienst liess Menschen Kleinstaufgaben erledigen, die einst als «KI» verkauft wurden – nun übernehmen echte Sprachmodelle diese Arbeit schneller und billiger.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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7. JULI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze eines mechanischen Schachtürken-Automaten, in den ein moderner Roboterarm greift, mit verstreuten Karten, mit elektroblauem Akzent
Handgezeichnete Skizze eines mechanischen Schachtürken-Automaten, in den ein moderner Roboterarm greift, mit verstreuten Karten, mit elektroblauem Akzent (Dark Mode)
INHALT
01Was Mechanical Turk war02Ein Name mit Ironie03Die Schlange beisst sich in den Schwanz04Was bleibt
INHALT
01Was Mechanical Turk war02Ein Name mit Ironie03Die Schlange beisst sich in den Schwanz04Was bleibt
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Amazons Mechanical Turk, einst der menschliche Motor hinter vermeintlicher KI, wird von echten Sprachmodellen verdrängt und nimmt ab dem 30. Juli 2026 keine neuen Kunden mehr an.

Amazon macht einen der Pioniere der «Klickarbeit» dicht: Ab dem 30. Juli 2026 nimmt der Marktplatz Mechanical Turk keine neuen Kunden mehr an. Bestehende Kunden können den Dienst weiter nutzen, doch neue Funktionen sind nicht mehr geplant – faktisch ein Betrieb auf Sparflamme.

Was Mechanical Turk war

2005 gestartet, war Mechanical Turk ein Marktplatz, auf dem Menschen für Kleinstbeträge einfache Aufgaben erledigten, die sich damals nicht automatisieren liessen: Captchas lösen, die Stimmung eines Satzes einordnen, Bilder beschriften. Amazon-Gründer Jeff Bezos nannte das Prinzip einmal «künstliche künstliche Intelligenz» – Maschinenarbeit, hinter der in Wahrheit Menschen stecken.

Ein Name mit Ironie

Der Name ist Programm – und Vorahnung. Der ursprüngliche «Schachtürke» aus dem 18. Jahrhundert war ein Schwindel: eine vermeintlich schachspielende Maschine, in der ein Mensch versteckt sass. Genau diese Rolle spielte auch Amazons Plattform: Sie war oft der heimliche Motor hinter Produkten, die als «KI» verkauft wurden, in Wirklichkeit aber von Menschen erledigt wurden. Ab 2018 vermarktete Amazon den Dienst zudem als Weg, Daten für das Training neuronaler Netze zu beschriften.

Die Schlange beisst sich in den Schwanz

Nun überholt die echte KI ihren menschlichen Vorläufer. Moderne Sprachmodelle erledigen viele dieser Kleinstaufgaben schneller und billiger. Pikant: Schon eine Analyse von 2023 fand, dass zwischen 33 und 46 Prozent der Turk-Arbeiter ihre Aufgaben selbst mithilfe von Sprachmodellen lösten – was Zweifel weckte, ob überhaupt noch Menschen in der Schleife nötig sind.

Was bleibt

Für dich als Beobachter ist das ein Symbolbild für den Umbruch: Jener menschliche Datenmotor, der die frühe KI-Industrie mit Trainingsmaterial und «Fake-it-till-you-make-it»-Diensten am Laufen hielt, wird von genau der Technik verdrängt, die er mit aufgebaut hat.

Quellen

TechCrunch – Amazon will stop accepting new customers for Mechanical Turk↗ EXTERNER LINKThe Register – Amazon's Mechanical Turk to stop accepting new customers↗ EXTERNER LINKSiliconANGLE – Amazon's Mechanical Turk service now on life support↗ EXTERNER LINK
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