SK Hynix ist am Nasdaq gestartet und hat 26,5 Milliarden Dollar eingenommen – Rekord für ein ausländisches Unternehmen. Der HBM-Weltmarktführer ist der Flaschenhals des KI-Booms.
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Ohne SK Hynix' HBM-Speicher laufen Nvidias KI-Chips nicht – der grösste Auslands-Börsengang der US-Geschichte finanziert genau die Kapazität, an der der ganze KI-Ausbau hängt.
Der südkoreanische Speicherchip-Konzern SK Hynix hat am Freitag sein Debüt an der US-Technologiebörse Nasdaq gefeiert – und dabei gleich einen Rekord aufgestellt. Es war der grösste erstmalige Börsengang, den je ein ausländisches Unternehmen an einer US-Börse hingelegt hat.
Die Papiere (sogenannte ADRs, US-Hinterlegungsscheine auf ausländische Aktien) wurden zu 149 Dollar ausgegeben und spülten dem Konzern rund 26,5 Milliarden Dollar in die Kasse – mehr als jeder frühere Börsengang eines ausländischen Unternehmens in den USA, laut Bloomberg-Daten sogar mehr als der von Alibaba. Am ersten Handelstag legte die Aktie um rund 13 Prozent zu und schloss bei 168,01 Dollar. Damit ist SK Hynix mit einer Marktkapitalisierung von rund einer Billion Dollar das zweitwertvollste Unternehmen Südkoreas – hinter Samsung. Gehandelt wird zunächst unter dem Kürzel SKHYV, ab Dienstag dann unter SKHY.
Warum interessiert ein Speicherhersteller die KI-Welt so sehr? Weil SK Hynix Weltmarktführer bei HBM ist. HBM (High-Bandwidth Memory) ist Hochgeschwindigkeitsspeicher, der direkt neben dem KI-Prozessor sitzt und ihn mit den nötigen Daten füttert – ohne ihn laufen Nvidias KI-Beschleuniger schlicht nicht. Laut eigener Börsenunterlage hält SK Hynix hier einen Marktanteil von 56,4 Prozent; Nvidia ist der grösste Abnehmer. Genau dieser Speicher ist derzeit der Flaschenhals des KI-Ausbaus: Die Nachfrage übersteigt das Angebot massiv und treibt die Preise nach oben.
«Die Nachfrage ist enorm, exponentiell», sagte Chairman Chey Tae-won gegenüber CNBC – Anzeichen für ein Abflauen sehe er keine.
Den Erlös steckt der Konzern in den Kapazitätsausbau: einen Chip-Cluster in Yongin für 390 Milliarden Dollar sowie ein 4-Milliarden-Dollar-Werk in Indiana.
Einen direkten Schweizer Akteur gibt es hier nicht – trotzdem betrifft die Meldung auch uns. Jeder Nvidia-Chip in einem KI-Rechenzentrum braucht HBM, und damit hängt auch Schweizer KI-Infrastruktur an dieser Lieferkette – etwa der Alps-Supercomputer am CSCS in Lugano, das Rückgrat der nationalen KI-Ambitionen, der auf Nvidia-Hardware läuft. Und der weltweite Speichermangel treibt die Preise für Rechenzentren wie für Consumer-Elektronik – ein Effekt, der irgendwann auch im Schweizer Elektronikregal ankommt.
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