Microsoft stellt neue Sicherheitsfunktionen für KI-Agenten vor und sagt offen, dass auch Spitzenmodelle nicht blind vertrauenswürdig sind. Dazu gehören Guardian Agents, eine Sandbox und Rechte pro Aufgabe. Preise und Verfügbarkeit nennt Microsoft nicht.
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Microsoft empfiehlt, Agenten wie Insider mit Rechten pro Aufgabe zu führen und Kontrolle von den Modellanbietern zu trennen, verkauft die passenden Produkte aber gleich selbst.
Microsoft hat am 19. Oktober neue Sicherheitsfunktionen für KI-Agenten vorgestellt und begründet sie mit einer deutlichen Ansage: Agenten seien wie Insider im Unternehmen zu behandeln, denn selbst Spitzenmodelle liessen sich nicht blind vertrauen. Preise und Verfügbarkeitsdaten nennt Microsoft im Blog nicht.
Hayete Gallot, bei Microsoft für das Sicherheitsgeschäft zuständig, schrieb laut TechCrunch, Spitzenmodelle könnten unabhängig von ihrer Herkunft nicht vertraut werden. Das Problem sei nicht Bosheit und auch nicht leichtes Hacken, sondern Unberechenbarkeit: Modelle werden darauf trainiert, Aufgaben zu erledigen, nicht darauf, Regeln einer Organisation einzuhalten. Satya Nadella formuliert es im Blog so: Das vertrauenswürdigste Agentensystem sei nicht das mit dem Modell, dem man am meisten vertraut. Schon Anfang Oktober hatte Nadella in einem Blogbeitrag gefordert, KI-Modelle bräuchten eine «Notbremse», nun folgen die Produkte dazu.
Die Neuerungen erweitern «Project Perception», Microsofts Sicherheitsprojekt für Agenten, und ergänzen Defender, Entra und Agent 365:
TechCrunch nennt die Haltung überraschend, weil Microsoft in OpenAI und Anthropic investiert hat und ein eigenes KI-Labor betreibt. Zugleich verkauft Microsoft genau die Produkte, die es empfiehlt. Die Autorin hält die Logik trotzdem für stimmig: Wer prüft, sollte unabhängig von den Geprüften sein, wie bei Revisoren.
Für dich heisst das, falls du Agenten im Unternehmen einsetzt: Rechte pro Aufgabe vergeben, Agenten inventarisieren und riskante Schritte von Menschen freigeben lassen. Auch die Netzwoche hat über die Ankündigung berichtet. Schweiz-spezifische Angaben macht Microsoft nicht. Die Konferenz Ignite findet vom 17. bis 20. November statt.
Anthropic will einem neuen «Public Benefit Fund» fünf Prozent seiner Aktien zusagen, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre. Bei steigendem Firmenwert kann der Verwaltungsrat weitere zwei Prozent beisteuern. Struktur und Führung des Fonds sollen später folgen.