OpenAI lanciert mit «Dots» always-on Agenten mit Avatar, die auf eigenen Cloud-Computern für dich weiterarbeiten. Im Hintergrund lesen sie standardmässig nur, aktive Aufgaben steuerst du über Custom Rules. Pro-Abos in der Schweiz sind vom Start ausgeschlossen, Business Premium ist dabei.
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Dots arbeiten nur lesend im Hintergrund und brauchen Regeln für Aktionen, doch Pro-Kunden in der Schweiz warten auf unbestimmte Zeit.
OpenAI hat am DevDay 2026 «Dots» vorgestellt: Agenten, die dauerhaft laufen, sich um Aufgaben kümmern und dir dabei sogar einen eigenen Avatar bieten. Der Haken für uns: Wer in der Schweiz ein ChatGPT-Pro-Abo hat, bekommt sie vorerst nicht.
Laut OpenAIs Hilfeseite ist ein Dot «an always-on agent in ChatGPT that can take on ongoing responsibility». Er läuft mit GPT-6 Astra auf einem eigenen Cloud-Computer und arbeitet zwischen deinen Gesprächen weiter. Er kann recherchieren, Erinnerungen und wiederkehrende Checks einrichten und auf verbundene Apps wie Slack oder deine E-Mails zugreifen. Optional darf er auch auf lokale Dateien zugreifen, das musst du aktiv erlauben.
The Decoder nennt als Beispiele Bugfixes und das Verschicken vergessener Rechnungen. Erreichen kannst du deinen Dot per Chat oder Sprachanruf in ChatGPT sowie in Slack und Microsoft Teams. Dazu kommt der Avatar: Du gibst dem Dot einen Namen (Standard ist @deinname-dot) und wählst eine Figur oder ein «Pet». TechCrunch beschreibt das als verspielt-blubberige Optik. Laut The Decoder lernt der Agent aus deinem Feedback, wie du arbeitest und was für dich ein gutes Ergebnis ist.
Mehrere Dots können laut TechCrunch auch als Team zusammenarbeiten, mit eigenen Rollen und Werkzeugen. BGR und The Decoder ordnen das Angebot als Antwort auf Metas Muse ein, über das wir bereits berichtet haben.
Die wichtigste Frage bei einem Agenten, der nie schläft: Was darf er alleine? Im Hintergrund arbeitet ein Dot laut The Decoder standardmässig nur mit Lese-Werkzeugen. Damit kann er keine Nachrichten senden, keine Inhalte ändern und keinen Browser oder Computer steuern.
Für aktive Aufgaben legst du «Custom Rules» fest. Sie bestimmen, ob der Dot etwas selbständig erledigt, vorab eine Freigabe braucht, nachfragt oder die Sache an dich zurückgibt. Sensible Aktionen wie Passwortänderungen bleiben beim Menschen. Gespeicherte Passwörter kann ein Dot laut OpenAI nutzen, «without the model ever seeing them». Du kannst deinen Dot jederzeit pausieren oder zurücksetzen. Ein Reset löscht alle Gespräche, Erinnerungen und geplanten Aufgaben.
OpenAI warnt selbst, dass ein Dot trotz Regeln Fehler machen kann. Prüfe seine Arbeit also, bevor du dich darauf verlässt. Für Firmen arbeitet OpenAI laut TechCrunch mit Microsoft an einer Anbindung an die «Agent 365»-Sicherheitskontrollen. Zu weiteren Datenschutzdetails macht OpenAI in den geprüften Unterlagen zu Dots kaum Angaben. Bekannt ist laut The Decoder nur, dass OpenAI Inhalte aus Business-, Enterprise- und Edu-Workspaces standardmässig nicht zum Training nutzt.
Dots sind für Pro- und Business-Premium-Abos gedacht. Der erste Dot ist im Abo enthalten. Mehr Dots, mehr Tempo oder mehr Arbeitsvolumen sollen später extra kosten, konkrete Preise nennt OpenAI nicht. Das Chatten mit dem Dot zählt laut The Decoder nicht gegen deine Nutzungslimits, Aufgaben in Codex oder ChatGPT Work dagegen schon. Enterprise-, Edu- und Healthcare-Kunden können eine Beta nutzen, sobald ihr Workspace-Admin sie einschaltet.
Hier wird es für uns konkret. Die OpenAI-Hilfeseite sagt: Dots werden für Pro-Nutzer ausserhalb des EWR, der Schweiz und Grossbritanniens ausgerollt. Business-Premium-Kunden bekommen sie in allen unterstützten Regionen, und Enterprise-Workspaces können die Beta per Admin aktivieren. The Decoder fasst es so zusammen: Europa erhalte einen eingeschränkten Start.
Einen Grund für den Ausschluss nennen die Quellen nicht, und einen Termin für Pro-Kunden in der Schweiz auch nicht. Ob DSG oder EU-Regeln dahinterstecken, ist damit reine Spekulation. Praktisch heisst das: Als Privatperson oder Freelancer mit Pro-Abo in der Schweiz wartest du. Ein Unternehmen mit Business Premium kann Dots dagegen voraussichtlich schon testen, wobei der Rollout laut OpenAI schrittweise über einige Tage läuft. Prüfe vor dem Einsatz mit Kundendaten, welche Verbindungen dein Dot bekommt, und stelle die Custom Rules eng ein.
Vorerst ist auch die Erstellung eingeschränkt: Einen Dot legst du nur in der Desktop-App oder im Web an, nicht auf dem Handy.
OpenAI baut ChatGPT am DevDay zur Arbeitsumgebung um: Space, Pages, Plug-ins mit Seitenleisten-Panels und Automationen. Laut OpenAI nutzen 1,2 Milliarden Menschen ChatGPT pro Woche. Für die Schweiz zählt: Die Agenten «Dots» starten für Pro-Nutzer nicht hier.