OpenAI sondiert Klage gegen Apple wegen der enttäuschenden ChatGPT-Integration in Siri. Externe Kanzlei prüft Vertragsverletzungs-Mitteilung – Apple verschärft mit Gemini-Deal und iOS 27 die Konkurrenz.
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Aus dem WWDC-2024-Showcase wird ein Vertragsstreit: OpenAI prüft formale Schritte gegen Apple, während iOS 27 ChatGPT, Claude und Gemini erstmals gleichberechtigt zulässt.
OpenAI ist so unzufrieden mit Apples Umsetzung der ChatGPT-Integration in Siri, dass die Firma jetzt Anwälte einschaltet. Aus dem 2024 gefeierten Partnership-Coup wird ein Vertragsstreit.
Im Juni 2024 stand Tim Cook neben Sam Altman auf der WWDC-Bühne und verkaufte ChatGPT als Booster für ein in die Jahre gekommenes Siri. Zwei Jahre später ist die Stimmung umgeschlagen. Laut einem Bloomberg-Bericht vom 14. Mai arbeiten OpenAIs Anwälte mit einer externen Kanzlei an einer Reihe von Optionen, die «in naher Zukunft formal exekutiert werden» könnten. Erste denkbare Stufe: eine offizielle Vertragsverletzungs-Mitteilung an Apple – noch keine Klage, aber ein klares Drohsignal.
Konkret moniert OpenAI, dass die Integration in iOS «vergraben» sei, Funktionen schwer auffindbar – und die erhofften Abo-Umsätze meilenweit hinter den Projektionen zurückbleiben. Intern hatte das Unternehmen mit Milliarden an jährlichen Subscriptions kalkuliert, weil iPhone-Nutzer ChatGPT Plus direkt aus den Settings buchen können. «Es kommt nicht annähernd dort hin», zitiert Bloomberg eine OpenAI-Führungskraft.
Der harte Vorwurf aus dem OpenAI-Lager: «Wir haben alles vom Produkt her erledigt. Apple nicht – und schlimmer: Sie haben es nicht einmal ehrlich versucht.» Apple seinerseits hat eigene Beschwerden: Sorgen um OpenAIs Datenschutz-Standards und Ärger über die OpenAI-Hardware-Offensive, die ex-Apple-Chefdesigner Jony Ive anführt. Apple-Manager sollen «seit über einem Jahr fluchen», weil OpenAI in San Francisco systematisch Apple-Talente abwirbt.
Geld fliesst zwischen den beiden derzeit kaum: Apple bekommt einen Anteil an den über iOS generierten Abos, zahlt aber nichts für die ChatGPT-Nutzung selbst. Die Apple-Maschinerie hat sich derweil weitergedreht. Im Januar hat Apple einen Mehrjahres-Deal mit Google unterzeichnet – rund 1 Milliarde Dollar pro Jahr für Gemini-Modelle, die die nächste Siri-Generation antreiben sollen. Und mit iOS 27 will Apple auch Anthropics Claude und weitere Drittanbieter-KI in Siri zulassen.
Für dich in der Schweiz ist die Episode aus zwei Gründen spannend. Erstens: Wenn OpenAI tatsächlich klagt, könnte sich Apple beim Roll-out neuer KI-Features in Europa noch vorsichtiger verhalten – europäische Märkte sind beim DMA und AI Act ohnehin schon Sonderfälle. Zweitens: Das Ende des exklusiven OpenAI-Status auf dem iPhone bringt mehr Modellvielfalt – Claude, Gemini und ChatGPT konkurrenzieren in iOS 27 direkt um deinen Tipp. Wer also bisher Plus für die Siri-Integration gezahlt hat, sollte spätestens beim Herbst-Update prüfen, ob sich das noch lohnt.
OpenAI sagt selbst, eine formale Klage werde wohl erst nach dem laufenden Prozess mit Elon Musk eingereicht. «Keine endgültigen Entscheidungen» – aber das Verhältnis ist nachhaltig beschädigt.