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300 Millionen für eine KI, die Physik versteht

Das Londoner Startup PhysicsX sammelt 300 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 2,4 Milliarden. Seine «Large Physics Models» ersetzen tagelange physikalische Simulationen durch Berechnungen in Sekunden.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
9. JUNI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze eines aufgeschnittenen Düsentriebwerks auf einer Werkbank mit elektroblau leuchtendem Kern, Messschieber und Arbeitslampe
Handgezeichnete Skizze eines aufgeschnittenen Düsentriebwerks auf einer Werkbank mit elektroblau leuchtendem Kern, Messschieber und Arbeitslampe (Dark Mode)
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01Sekunden statt Tage02Wer mitfinanziert03Warum das zählt
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Während alle über Chatbots reden, entsteht mit «physischer KI» eine zweite Welle, die Ingenieurarbeit massiv beschleunigt.

Während die grossen KI-Labors um den nächsten Chatbot ringen, sammelt ein Londoner Startup 300 Millionen Dollar für eine ganz andere Idee: eine KI, die nicht plaudert, sondern Physik berechnet. PhysicsX gab die Finanzierungsrunde am 8. Juni bekannt – und wird damit neu mit rund 2,4 Milliarden Dollar bewertet.

Sekunden statt Tage

PhysicsX baut eine KI, die klassische physikalische Simulationen ersetzt. Wer heute ein Bauteil wie eine Turbinenschaufel, einen Chip oder ein Flugzeugteil entwickelt, muss durchrechnen, wie es sich unter Hitze, Druck und Strömung verhält. Solche Simulationen dauern Stunden bis Tage. Die Modelle von PhysicsX liefern das Ergebnis in Sekunden.

Im Zentrum stehen sogenannte Large Physics Models – das Pendant zu Sprachmodellen, nur trainiert auf riesigen Datensätzen aus Thermodynamik und Strömungslehre statt auf Texten. Die KI sagt voraus, wie sich Hardware im realen Einsatz verhält, ohne dass jedes Mal ein teurer Prototyp gebaut werden muss.

Wer mitfinanziert

Die Runde führt der Staatsfonds Temasek aus Singapur an, neu dabei sind M&G Investments und Intrepid Growth Partners. Mit an Bord bleiben prominente Bestandsinvestoren – darunter Chip-Riese NVIDIA, der Anlagenbauer Applied Materials, Siemens sowie Atomico und General Catalyst. Diese Mischung aus Industrie und Tech zeigt, worum es geht: KI nicht für den Bildschirm, sondern für die Fabrikhalle.

Warum das zählt

Das Geld fliesst vor allem in die Forschung an den Large Physics Models. PhysicsX ist im vergangenen Jahr auf über 300 Mitarbeitende gewachsen und hat den Umsatz verdoppelt. Der Anwendungsbereich reicht von Triebwerken über Halbleiter bis zu Verteidigungstechnik.

Einordnung: Die meiste KI-Aufmerksamkeit gilt Chatbots und Bildgeneratoren. Dabei entsteht parallel eine zweite Welle – «physische KI», die Ingenieurarbeit beschleunigt. Für den Industriestandort Europa, und damit auch für Schweizer Maschinen- und Präzisionsbauer, könnte diese Entwicklung am Ende handfester sein als jeder neue Chatbot.

Quellen

PhysicsX – PhysicsX Announces $300M Series C to Accelerate Physics AI for Industrial Engineering↗ EXTERNER LINKThe Next Web – PhysicsX raises $300M at $2.4bn for AI physics simulation↗ EXTERNER LINKSifted – PhysicsX hits $2.4bn valuation after $300m Temasek-led funding round↗ EXTERNER LINKBenzinga – NVIDIA-Backed PhysicsX Raises $300 Million At $2.4 Billion Valuation↗ EXTERNER LINK
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