Der Server-Hersteller Super Micro will 7 Milliarden Dollar einsammeln, um Bauteile für KI-Server zu kaufen. Bestellungen über 39 Milliarden Dollar stapeln sich. Anleger reagierten trotzdem nervös.
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Der Hunger nach KI-Servern ist so gross, dass Super Micro 7 Milliarden Dollar frisches Kapital braucht – und dafür die eigenen Aktionäre verwässert.
Die Nachfrage nach KI-Hardware kennt offenbar keine Grenzen. Der US-Hersteller Super Micro (Börsenkürzel SMCI) kündigte am 9. Juni an, rund 7 Milliarden Dollar frisches Kapital aufzunehmen – allein, um genug Bauteile für seine KI-Server kaufen zu können.
Der Grund ist ein Auftragsberg: Super Micro hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen Bestellungen über rund 39 Milliarden Dollar von mehr als 20 Kunden erhalten, die in den kommenden Quartalen abgearbeitet werden sollen. Das Unternehmen baut sogenannte KI-Server – die Rechenschränke, in denen die teuren KI-Chips von Nvidia und anderen stecken und auf denen Modelle wie ChatGPT oder Claude laufen.
Die 7 Milliarden setzen sich zusammen aus einer Aktien-Platzierung über 1,25 Milliarden Dollar, einer Ausgabe von Hinterlegungsscheinen (depositary shares) über 3,75 Milliarden sowie einem Verkaufsprogramm über bis zu 2 Milliarden Dollar, das frühestens im dritten Quartal anläuft. Unter dem Strich gibt Super Micro also neue Aktien aus, um an Bargeld zu kommen.
Genau das gefiel den Anlegern nicht: Neue Aktien verwässern den Anteil der bestehenden Aktionäre. Die SMCI-Aktie gab nach der Ankündigung deutlich nach – je nach Bericht um rund 20 Prozent. Für dich als Beobachter zeigt der Fall vor allem eines: Der KI-Boom ist längst ein knallhartes Infrastruktur-Geschäft. Bevor ein einziges Modell antwortet, müssen Milliarden in Bleche, Chips und Kühlung fliessen – auch in den Rechenzentren, die zunehmend in der Schweiz und Europa entstehen.