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OpenAI schraubt sein Rechen-Budget auf 750 Milliarden – und baut erstmals selbst

OpenAI will bis 2030 rund 750 Milliarden Dollar für Rechenleistung ausgeben – ein Viertel mehr als noch Anfang Jahr geplant. Den Anfang macht Project Camellia, das erste selbst gebaute Rechenzentrum: 3,2 Gigawatt in Georgia.

Pascal Eugster
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24. JULI 2026
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Illustration eines Blitzes, der in Serverschraenke einschlaegt, kinewsletter.ch Stil
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INHALT
01Project Camellia: 3,2 Gigawatt in Georgia02Strom ist der eigentliche Engpass03Was das bedeutet
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Das KI-Rennen entscheidet sich zunehmend nicht am schlausten Modell, sondern an Strom und Rechenzentren.

OpenAI plant, bis 2030 rund 750 Milliarden Dollar für Rechenleistung auszugeben. Das berichtet das Wall Street Journal – ein Sprung von etwa 25 Prozent gegenüber den rund 600 Milliarden, die noch Anfang Jahr im Raum standen. Das Geld fliesst in zwei Richtungen: in neue Verträge mit Cloud-Anbietern und, zunehmend, in eigene Rechenzentren. Das erste davon hat gerade einen Namen und einen Ort bekommen.

Project Camellia: 3,2 Gigawatt in Georgia

Am Mittwoch kündigte OpenAI Project Camellia an – einen Rechenzentrums-Campus mit vier Gebäuden auf rund 570 Hektaren in Effingham County, Georgia, nahe Savannah. Es ist das erste Rechenzentrum, das OpenAI selbst entwirft und baut. Die anfängliche Investition liegt bei mindestens 20 Milliarden Dollar; bei vollem Ausbau rechnet OpenAIs Compute-Vizechef Sachin Katti laut Bloomberg mit über 30 Milliarden. Der Stromvertrag mit dem Versorger Georgia Power sieht 3,2 Gigawatt vor – grob die Leistung von drei grossen Kernreaktoren, geliefert in Etappen zwischen 2028 und 2032.

Strom ist der eigentliche Engpass

Genau dieser Zeitplan zeigt die Klemme der ganzen Branche: Nicht Chips, sondern Strom ist die harte Grenze. Wer heute Leistung bestellt, bekommt sie frühestens 2028. Zugleich wächst der Widerstand gegen Rechenzentren – erst letzte Woche verhängte New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul ein einjähriges Moratorium für neue Grossanlagen. OpenAI versucht, dem mit Zusagen zuvorzukommen: geschlossener Kühlkreislauf mit minimalem Wasserverbrauch, garantiert keine höheren Strompreise für Anwohner, Drosselung des eigenen Verbrauchs bei Spitzenlast. Dazu 80 Millionen Dollar für lokale Projekte, bis zu 71 Millionen an Codex-Guthaben für jeden Studierenden an einer Hochschule in Georgia und ein unabhängiger Prüfer, der die Einhaltung kontrolliert. Der Bezirk rechnet vor, dass die durchschnittliche Grundsteuer für Hausbesitzer um 40 Prozent sinken könnte.

Was das bedeutet

Die Zahl 750 Milliarden ist schwer zu fassen – sie übersteigt die Wirtschaftsleistung ganzer Länder. Sie zeigt vor allem, wie sehr sich das KI-Rennen von der Frage «wessen Modell ist am schlausten» zur Frage «wer sichert sich Strom und Rechenzentren» verschoben hat. Auch für die Schweiz ist das relevant: Die Preise für Rechenleistung, die Verfügbarkeit von Modellen und letztlich die Energie-Diskussion hängen an genau diesen Milliarden-Wetten. Der eigentliche Kampf um die KI der nächsten Dekade wird nicht in Trainingsläufen entschieden, sondern an Umspannwerken und Kühltürmen.

Quellen

OpenAI: Building AI infrastructure with the Effingham County community (Project Camellia)↗ EXTERNER LINKTechCrunch: OpenAI's AI spending spree has ballooned to $750B↗ EXTERNER LINKAxios: OpenAI plans 3.2-gigawatt data center in Georgia↗ EXTERNER LINK
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