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Der KI-Boom landet jetzt auf deinem Preisschild

Chips und Speicher wandern in die KI-Rechenzentren – im Laden bleiben weniger Modelle und höhere Preise. NIQ zeigt zur IFA, was das für Käufer bedeutet.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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3. SEPTEMBER 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration eines halb leeren Elektronikregals mit wenigen Geräteschachteln, Trittleiter und Einkaufskorb, kinewsletter.ch Stil
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INHALT
01Von der Serverhalle ins Ladenregal02581 Dollar für ein Durchschnittshandy03256 oder 512 Gigabyte – oder gar nichts04Warten wird nicht billiger
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01Von der Serverhalle ins Ladenregal02581 Dollar für ein Durchschnittshandy03256 oder 512 Gigabyte – oder gar nichts04Warten wird nicht billiger
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Das durchschnittliche Smartphone kostet dieses Jahr 581 Dollar – 27,6 Prozent mehr als 2025. Warten macht es laut den Prognosen nicht billiger.

Der KI-Boom kommt beim Publikum an – als höherer Preis beim Handykauf. Am 2. September 2026 meldete die Nachrichtenagentur dpa auf Basis von Marktzahlen des Marktforschers NIQ zur Berliner Funkmesse IFA, dass Konsumenten dieses Jahr mit spürbar höheren Preisen und weniger Auswahl bei Smartphones, Notebooks, PCs und Konsolen rechnen müssen. Der Grund: Chip-Kapazitäten wandern in KI-Rechenzentren ab, schnelle Speichermodule werden im Konsumbereich zur Mangelware.

Von der Serverhalle ins Ladenregal

Die Kette ist kurz. KI-Rechenzentren brauchen dieselben DRAM- und NAND-Bausteine, die auch in deinem Handy stecken – und laut TrendForce teilen die Speicherhersteller ihre Fabrikkapazität weiterhin bevorzugt den margenstärkeren KI- und Server-Produkten zu. Für PCs und Smartphones bleibt weniger übrig, und das Wenige ist teuer: Die Vertragspreise für mobilen Arbeitsspeicher stiegen im zweiten Quartal 2026 um 70 bis 83 Prozent gegenüber dem Vorquartal, NAND- und DRAM-Kosten liegen laut IDC über 300 Prozent höher als im Vorjahr. Bei günstigen Smartphones macht der Speicher damit mehr als 65 Prozent der Materialkosten aus.

581 Dollar für ein Durchschnittshandy

IDC rechnet für 2026 mit einem durchschnittlichen Smartphone-Verkaufspreis von 581 US-Dollar – 27,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig brechen die Stückzahlen um 16,7 Prozent ein, der steilste Jahresrückgang, den IDC je gemessen hat. Am härtesten trifft es das untere Ende: Geräte unter 100 Dollar verschwinden, in den USA sanken ihre Verkäufe im zweiten Quartal laut Counterpoint Research um 64 Prozent. Samsung erhöhte im Juli den Preis des Galaxy A17 um 50 Dollar; bei Notebooks erwartet TrendForce 2026 weltweit 13,6 Prozent weniger Auslieferungen, nachdem Apple die MacBook-Preise über die ganze Linie angehoben hat.

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Illustration einer Schaltwand mit drei Hebeln neben Aktenschränken, kinewsletter.ch Stil
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256 oder 512 Gigabyte – oder gar nichts

Weniger sichtbar als der Preis, aber ebenso spürbar: Die Auswahl schrumpft. Laut den NIQ-Zahlen konzentrieren sich die Hersteller auf nachfragestarke Konfigurationen wie 256 oder 512 Gigabyte und dünnen die Modellvielfalt aus; günstige Einstiegsgeräte lassen sich so kaum noch anbieten. NIQ-Branchenexperte Alexander Dehmel gibt zwar Entwarnung vor einer Krise wie 2020 – ein genereller Lieferstopp stehe nicht bevor. Rechenstarke Geräte mit viel Speicher würden sich aber verteuern oder seien zeitweise nur mit längeren Wartezeiten zu haben.

Warten wird nicht billiger

Bleibt die Frage vor dem Regal: jetzt kaufen oder abwarten? IDC erwartet steigende Speicherpreise mindestens bis 2028 und Durchschnittspreise, die bis weit ins Jahr 2027 klettern; TrendForce sieht die Marken schon im dritten Quartal die Endkundenpreise anheben. Francisco Jeronimo, bei IDC Vizepräsident für weltweite Endgeräte, fasst es so zusammen – hier in der Übersetzung:

Der Speicher-Tsunami, vor dem wir gewarnt haben, trifft den Markt jetzt mit voller Wucht – und die Konsumenten beginnen, die KI-Rechnung zu bezahlen.

Dass die Lieferkette unter Druck steht, ist nicht neu – wir haben über den Speichermangel bei HP, Asus und Acer, über Nvidias Server-Preise und über Googles Speicherlimits bei Play berichtet. Neu ist, wo der Effekt ankommt: nicht in Quartalszahlen, sondern an der Kasse.

Quellen

KI-Boom macht Smartphones und Laptops teurer – und die Auswahl schrumpft (t3n / dpa, 02.09.2026)↗ EXTERNER LINKTechnikmesse IFA: KI-Boom treibt Preise für Smartphones und Konsolen nach oben (Rhein-Zeitung / dpa, 02.09.2026)↗ EXTERNER LINKSmartphone Shipments Set for Record 16.7% Drop in 2026, as the Memory Crisis Hits Full Force (IDC, 26.08.2026)↗ EXTERNER LINKUS Smartphone Sales Fall 5% YoY in Q2 2026 as Pricing Pressure Squeezes Low-end Segment (Counterpoint Research, 12.08.2026)↗ EXTERNER LINKAI Server Demand Continues to Support Memory Prices in 3Q26 (TrendForce, 03.07.2026)↗ EXTERNER LINKGlobal Notebook Shipments Forecast to Decline 13.6% in 2026 (TrendForce, 01.07.2026)↗ EXTERNER LINKMobile DRAM Contract Prices Continue Rising in 2Q26, Pressuring Smartphone Production (TrendForce, 14.05.2026)↗ EXTERNER LINKSpeicherkrise spaltet den weltweiten Smartphone-Markt (IT Reseller, 15.07.2026)↗ EXTERNER LINKNIQ Returns to IFA 2026 to lead industry conversations (NIQ, 03.08.2026)↗ EXTERNER LINK
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