Chips und Speicher wandern in die KI-Rechenzentren – im Laden bleiben weniger Modelle und höhere Preise. NIQ zeigt zur IFA, was das für Käufer bedeutet.
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Das durchschnittliche Smartphone kostet dieses Jahr 581 Dollar – 27,6 Prozent mehr als 2025. Warten macht es laut den Prognosen nicht billiger.
Der KI-Boom kommt beim Publikum an – als höherer Preis beim Handykauf. Am 2. September 2026 meldete die Nachrichtenagentur dpa auf Basis von Marktzahlen des Marktforschers NIQ zur Berliner Funkmesse IFA, dass Konsumenten dieses Jahr mit spürbar höheren Preisen und weniger Auswahl bei Smartphones, Notebooks, PCs und Konsolen rechnen müssen. Der Grund: Chip-Kapazitäten wandern in KI-Rechenzentren ab, schnelle Speichermodule werden im Konsumbereich zur Mangelware.
Die Kette ist kurz. KI-Rechenzentren brauchen dieselben DRAM- und NAND-Bausteine, die auch in deinem Handy stecken – und laut TrendForce teilen die Speicherhersteller ihre Fabrikkapazität weiterhin bevorzugt den margenstärkeren KI- und Server-Produkten zu. Für PCs und Smartphones bleibt weniger übrig, und das Wenige ist teuer: Die Vertragspreise für mobilen Arbeitsspeicher stiegen im zweiten Quartal 2026 um 70 bis 83 Prozent gegenüber dem Vorquartal, NAND- und DRAM-Kosten liegen laut IDC über 300 Prozent höher als im Vorjahr. Bei günstigen Smartphones macht der Speicher damit mehr als 65 Prozent der Materialkosten aus.
IDC rechnet für 2026 mit einem durchschnittlichen Smartphone-Verkaufspreis von 581 US-Dollar – 27,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig brechen die Stückzahlen um 16,7 Prozent ein, der steilste Jahresrückgang, den IDC je gemessen hat. Am härtesten trifft es das untere Ende: Geräte unter 100 Dollar verschwinden, in den USA sanken ihre Verkäufe im zweiten Quartal laut Counterpoint Research um 64 Prozent. Samsung erhöhte im Juli den Preis des Galaxy A17 um 50 Dollar; bei Notebooks erwartet TrendForce 2026 weltweit 13,6 Prozent weniger Auslieferungen, nachdem Apple die MacBook-Preise über die ganze Linie angehoben hat.
Weniger sichtbar als der Preis, aber ebenso spürbar: Die Auswahl schrumpft. Laut den NIQ-Zahlen konzentrieren sich die Hersteller auf nachfragestarke Konfigurationen wie 256 oder 512 Gigabyte und dünnen die Modellvielfalt aus; günstige Einstiegsgeräte lassen sich so kaum noch anbieten. NIQ-Branchenexperte Alexander Dehmel gibt zwar Entwarnung vor einer Krise wie 2020 – ein genereller Lieferstopp stehe nicht bevor. Rechenstarke Geräte mit viel Speicher würden sich aber verteuern oder seien zeitweise nur mit längeren Wartezeiten zu haben.
Bleibt die Frage vor dem Regal: jetzt kaufen oder abwarten? IDC erwartet steigende Speicherpreise mindestens bis 2028 und Durchschnittspreise, die bis weit ins Jahr 2027 klettern; TrendForce sieht die Marken schon im dritten Quartal die Endkundenpreise anheben. Francisco Jeronimo, bei IDC Vizepräsident für weltweite Endgeräte, fasst es so zusammen – hier in der Übersetzung:
Der Speicher-Tsunami, vor dem wir gewarnt haben, trifft den Markt jetzt mit voller Wucht – und die Konsumenten beginnen, die KI-Rechnung zu bezahlen.
Dass die Lieferkette unter Druck steht, ist nicht neu – wir haben über den Speichermangel bei HP, Asus und Acer, über Nvidias Server-Preise und über Googles Speicherlimits bei Play berichtet. Neu ist, wo der Effekt ankommt: nicht in Quartalszahlen, sondern an der Kasse.
Das US-Verteidigungsministerium hat ChatGPT Mil und Grok for Government auf GenAI.mil aufgeschaltet – neben Googles Gemini. 1,7 von 3 Millionen Beschäftigten nutzen es.