Das US-Verteidigungsministerium hat ChatGPT Mil und Grok for Government auf GenAI.mil aufgeschaltet – neben Googles Gemini. 1,7 von 3 Millionen Beschäftigten nutzen es.
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Drei der grössten US-KI-Anbieter hängen jetzt an einem einzigen Behördenportal – die Schweizer Bundesverwaltung geht mit Merkblättern statt Plattform einen anderen Weg.
Das US-Verteidigungsministerium hat am 31. August 2026 zwei weitere kommerzielle KI-Dienste auf seiner zentralen Plattform GenAI.mil freigeschaltet: ChatGPT Mil von OpenAI und Grok for Government, das unter der Marke Starshield AI läuft – Elon Musk hat xAI und SpaceX Anfang dieses Jahres zusammengeführt. Beide stehen dort neben Google Clouds Gemini for Government und richten sich an die mehr als drei Millionen Militär- und Zivilbeschäftigten des Departements. Laut den beiden Mitteilungen aus Washington haben sich seit dem Start der Plattform im Dezember 2025 über 1,7 Millionen Personen registriert – gut die Hälfte der Belegschaft in neun Monaten.
Die offizielle Begründung ist bemerkenswert: Das Departement will nach eigenen Angaben «Vendor-Lock» vermeiden und ein Multi-Modell-Ökosystem aufbauen, in dem Beschäftigte je nach Aufgabe zwischen Anbietern wählen. ChatGPT Mil bringt dafür die vertraute Konsumenten-Oberfläche mit – Chat, Dateien, Projekte und eigene GPTs, weitere Funktionen sollen gestaffelt folgen. Grok for Government setzt auf umschaltbare Reasoning-Modi (Auto, Fast, Expert), dauerhafte Projekte und wiederverwendbare «Playbooks».
Wer fehlt, ist Anthropics Claude. Der Streit über Nutzungsgrenzen führte zur Einstufung als Lieferkettenrisiko – die ein US-Gericht Ende August für rechtswidrig erklärte.
Beide Dienste sind für Controlled Unclassified Information auf Impact Level 5 (IL5) akkreditiert. Das ist die höchste Freigabestufe für sensible, aber nicht klassifizierte Daten – Geheimes bleibt aussen vor. Als Einsatzfelder nennt das Departement dokumentenlastige Routine: Planung, Policy, Logistik und Administration. OpenAI hält in seinem Blogpost zum Projekt fest, dass die Daten das Regierungsumfeld nicht verlassen und nicht ins Training der öffentlichen Modelle fliessen.
Für dich als ChatGPT- oder Grok-Nutzer ändert sich an der zivilen Version nichts. Bemerkenswert ist eher das Tempo, mit dem dieselben Modelle, die du im Browser aufrufst, zur Behördeninfrastruktur werden.
Ein Schweizer Gegenstück gibt es nicht. Die Bundesverwaltung stützt sich auf ihre KI-Strategie vom 11. Dezember 2025 und einen Umsetzungsplan mit acht Massnahmen von Ende April 2026 – dazu auf Leitlinien und Merkblätter statt auf ein zentrales Modell-Portal. Der Grundsatz der Bundeskanzlei: KI darf und soll eingesetzt werden, aber Informationssicherheit und Datenschutz gelten uneingeschränkt, und «die Verantwortung für den generierten Inhalt bleibt beim Menschen». Im VBS bündelt armasuisse die KI-Arbeit im Kompetenzzentrum Künstliche Intelligenz und Simulation, das in Thun vor allem Prototypen der Reifegrade TRL 4 bis 6 testet – Labor und Demonstrator, nicht Flächenrollout.
Nvidia hat 3,5 Milliarden US-Dollar in Wandelanleihen von MediaTek gesteckt – nicht in Aktien. Dafür baut der taiwanische Chipdesigner künftig Nvidias NVLink Fusion und den neuen Speicher NVHBM in kundenspezifische KI-Chips ein. Nvidia sichert sich so den Steckplatz, während Big Tech eigene Beschleuniger entwickelt.