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Nvidia kauft Hugging Face – jetzt ist es offiziell

Nvidia hat die Übernahme von Hugging Face bestätigt: 12,93 Milliarden Dollar für die zentrale Plattform der offenen KI-Modelle. Jensen Huang verspricht, dass die Plattform hardware-neutral bleibt. Abgeschlossen ist der Deal aber erst 2027 – und nur, wenn die Wettbewerbsbehörden mitspielen.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
7. SEPTEMBER 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration eines grossen Frachtcontainers mit Modell-Symbolen, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines grossen Frachtcontainers mit Modell-Symbolen, kinewsletter.ch Stil
INHALT
0111,9 Milliarden plus Bleibe-Prämie02Die Vordertür zur offenen KI03Apertus liegt auch dort
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0111,9 Milliarden plus Bleibe-Prämie02Die Vordertür zur offenen KI03Apertus liegt auch dort
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Wer offene Modelle nutzt, lädt sie künftig beim grössten Chiphersteller der Welt herunter – die Neutralitätszusage steht schriftlich, der Vollzug kommt erst 2027.

Zwei Wochen lang war es ein Gerücht, über das auch wir berichtet haben. Jetzt ist es ein Vertrag: Nvidia übernimmt Hugging Face, die Plattform, auf der praktisch die gesamte Welt der offenen KI-Modelle liegt. CEO Jensen Huang hat den Deal am 3. September in einem Blogpost bestätigt – mit einer ungewöhnlich exakten Zahl: 12'930'300'000 US-Dollar.

11,9 Milliarden plus Bleibe-Prämie

Das dazugehörige SEC-Filing zeigt, wie sich die Summe aufteilt: rund 11,9 Milliarden Dollar gehen an die Hugging-Face-Aktionäre, dazu kommt ein aktienbasiertes Bindungsprogramm von bis zu einer Milliarde für Mitarbeitende, die zu Nvidia wechseln. Deshalb liest du je nach Medium «12,9» oder «fast 13 Milliarden» – gerundet wird unterschiedlich, gemeint ist dasselbe.

Wichtig: Der Deal ist noch nicht vollzogen. Nvidia rechnet mit dem Abschluss im ersten Halbjahr 2027, und zwar ausdrücklich unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben. Auch die Grössenordnung ist Definitionssache. Gemessen am Kauf einer Firma ist es Nvidias grösster Zukauf überhaupt, deutlich vor Mellanox (6,9 Mrd. Dollar, 2020). Der 20-Milliarden-Deal mit Groq vom Dezember war formal eine Lizenz- und Asset-Übernahme, kein Firmenkauf – wer ihn mitzählt, landet bei «zweitgrösster Zukauf».

Die Vordertür zur offenen KI

Auf Hugging Face liegen laut Nvidia über 3 Millionen Modelle, 500'000 Datensätze und 1 Million Anwendungen; über 18 Millionen Entwicklerinnen und Entwickler und mehr als 200'000 Firmen nutzen die Plattform. Huang verspricht Neutralität – «Nvidia-Rechenleistung wird nicht benötigt», heisst es im Blogpost, und im Filing steht die Zusage, weiterhin Chips anderer Hersteller zu unterstützen.

Warum kauft ein Chipkonzern eine Software-Plattform? Weil die grossen geschlossenen Labs – Google, Amazon, OpenAI, inzwischen auch Anthropic – zunehmend eigene Beschleuniger bauen. Offene Modelle dagegen laufen bei KMU, Universitäten und Behörden, die genau das nicht tun. Analysten und Entwickler warnen entsprechend, Nvidia könnte Konkurrenzhardware auf der Plattform mit der Zeit stiefmütterlich behandeln. Nachweisen lässt sich das heute nicht – beobachten solltest du es trotzdem.

Apertus liegt auch dort

Für dich als Schweizer Entwickler oder KMU ist das keine abstrakte US-Geschichte. Apertus, das offene Sprachmodell der Swiss AI Initiative von ETH, EPFL und CSCS, wird über Hugging Face verteilt. Jedes lokal gehostete Modell, mit dem du Daten im Haus behältst, kommt in aller Regel von dort.

Kurzfristig ändert sich nichts: Bis zum Vollzug vergeht mehr als ein Jahr. Mittelfristig lohnt sich die Frage, wie abhängig deine Pipeline von einer einzigen Bezugsquelle ist – Spiegel wie Mirror-Registries oder eigene Model-Caches sind billiger, solange man sie nicht dringend braucht.

Quellen

NVIDIA to Acquire Hugging Face (Jensen Huang)↗ EXTERNER LINKNVIDIA Form 8-K, 02.09.2026 (SEC EDGAR)↗ EXTERNER LINKNvidia confirms it will buy Hugging Face for $12.9 billion (TechCrunch)↗ EXTERNER LINKNvidia buys Hugging Face, the GitHub of AI (Ars Technica)↗ EXTERNER LINKNvidia buys the front door to open AI (The Decoder)↗ EXTERNER LINKNvidia bezahlt fast 13 Milliarden für Hugging Face (inside-it.ch)↗ EXTERNER LINKNvidia übernimmt Hugging Face (Netzwoche)↗ EXTERNER LINKSwiss AI Initiative auf Hugging Face (Apertus)↗ EXTERNER LINK
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