Gouverneur Greg Abbott hat am Montag einen Genehmigungsstopp für neue Rechenzentren verhängt: Die Strommarktaufsicht PUCT und Netzbetreiber ERCOT müssen jedes Projekt auditieren, bevor es ans Netz darf. Offenzulegen sind Steuervergünstigungen, Strom- und Wasserverbrauch, Kühlung und Eigentümerschaft. Nach New York bremst damit der zweite US-Bundesstaat den KI-Bauboom.
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Wenn selbst Texas – der laxeste Grossstandort der USA – Rechenzentren nur noch nach Voll-Audit ans Netz lässt, ist der ungebremste KI-Infrastruktur-Boom vorbei: Strom, Wasser und Akzeptanz werden zum Engpass.
Texas legt den Zubau von Rechenzentren auf Eis: Gouverneur Greg Abbott hat am Montag die Strommarktaufsicht PUCT und den Netzbetreiber ERCOT angewiesen, jedes neue Projekt in der Netzanschluss-Warteschlange umfassend zu auditieren, bevor es weiterkommt – wer die verlangten Angaben nicht liefert, erhält keinen Anschluss ans texanische Stromnetz. Damit bremst nach New York innert drei Wochen bereits der zweite US-Bundesstaat den KI-Bauboom – ausgerechnet der zweitgrösste Rechenzentrums-Standort der USA nach Virginia.
Der Auslöser ist eine Zahl: Laut Abbotts Büro liegen bei ERCOT Anschlussgesuche über rund 474 Gigawatt – mehr als das Fünffache der je gemessenen Spitzenlast in Texas. Rund 90 Prozent davon stammen von Rechenzentren, und das Tempo ist atemberaubend: Im Januar umfasste die Warteschlange laut TechCrunch erst 233 Gigawatt. Insgesamt stecken über 1'800 Projekte in der Pipeline. Viele davon sind zwar blosse Papier-Anmeldungen – doch würde nur ein Bruchteil gebaut, käme das Netz an den Anschlag.
Die Audit-Anordnung verlangt von jedem Projekt volle Transparenz: sämtliche Steuervergünstigungen und Subventionen, den prognostizierten Strom- und Wasserverbrauch samt eingesetzter Kühltechnik, Massnahmen gegen Lärm und Lichtverschmutzung – und die Offenlegung, wem die Anlage tatsächlich gehört. Der Hintergrund ist ernüchternd: Eine freiwillige Behörden-Umfrage zu Wasser- und Stromverbrauch beantworteten laut Texas Tribune gerade einmal angeschriebenen Firmen. Jetzt wird aus der Bitte eine Pflicht.
«Simply put, Texans must come first» – Projekte, die die Anforderungen nicht erfüllen, müsse der Netzanschluss verweigert werden, so Abbott.
Bemerkenswert ist der Sinneswandel: Texas lockte Rechenzentren jahrelang mit lockeren Regeln und günstigem Strom. Doch der Widerstand wächst – Ende Juli protestierten Gegner vor dem Kapitol in Austin, die Stadt San Marcos und einzelne Countys versuchten bereits eigene Moratorien. Kritikern geht Abbotts Schritt trotzdem zu wenig weit: Anlagen mit eigener Stromversorgung umgehen das Audit, und wie lange die Prüfung dauert, ist offen. Für dich als Beobachter des KI-Booms ist die Richtung dennoch eindeutig: Strom, Wasser und Akzeptanz werden zum Engpass der KI-Infrastruktur – eine Debatte, die bei Rechenzentrums-Projekten auch in der Schweiz längst angekommen ist. Und sie dürfte den Ausbau verteuern und verlangsamen, egal wie das Audit ausgeht.
Laut der New York Times beriet die US-Regierung wochenlang über Sanktionen, eine Handels-Blacklist und sogar ein Cloud-Geschäftsverbot gegen chinesische Open-Weight-Anbieter. OpenAI und Anthropic sollen Restriktionen befürwortet haben – Nvidia, Microsoft, Google und Meta liefen dagegen Sturm. Vorerst setzt Washington nun auf Wettbewerbsfähigkeit statt Verbote.