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Texas stoppt neue Rechenzentren – Abbott ordnet Voll-Audit an

Gouverneur Greg Abbott hat am Montag einen Genehmigungsstopp für neue Rechenzentren verhängt: Die Strommarktaufsicht PUCT und Netzbetreiber ERCOT müssen jedes Projekt auditieren, bevor es ans Netz darf. Offenzulegen sind Steuervergünstigungen, Strom- und Wasserverbrauch, Kühlung und Eigentümerschaft. Nach New York bremst damit der zweite US-Bundesstaat den KI-Bauboom.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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5. AUGUST 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration eines mit Kette und Vorhängeschloss verschlossenen Gatters vor Serverschränken, daneben eine Prüf-Checkliste, kinewsletter.ch Stil
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01474 Gigawatt wollen ans Netz – das Fünffache des Rekordbedarfs02Steuergeschenke, Wasser, Eigentümer: alles auf den Tisch03Der Wilde Westen macht das Gatter zu
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01474 Gigawatt wollen ans Netz – das Fünffache des Rekordbedarfs02Steuergeschenke, Wasser, Eigentümer: alles auf den Tisch03Der Wilde Westen macht das Gatter zu
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Wenn selbst Texas – der laxeste Grossstandort der USA – Rechenzentren nur noch nach Voll-Audit ans Netz lässt, ist der ungebremste KI-Infrastruktur-Boom vorbei: Strom, Wasser und Akzeptanz werden zum Engpass.

Texas legt den Zubau von Rechenzentren auf Eis: Gouverneur Greg Abbott hat am Montag die Strommarktaufsicht PUCT und den Netzbetreiber ERCOT angewiesen, jedes neue Projekt in der Netzanschluss-Warteschlange umfassend zu auditieren, bevor es weiterkommt – wer die verlangten Angaben nicht liefert, erhält keinen Anschluss ans texanische Stromnetz. Damit bremst nach New York innert drei Wochen bereits der zweite US-Bundesstaat den KI-Bauboom – ausgerechnet der zweitgrösste Rechenzentrums-Standort der USA nach Virginia.

474 Gigawatt wollen ans Netz – das Fünffache des Rekordbedarfs

Der Auslöser ist eine Zahl: Laut Abbotts Büro liegen bei ERCOT Anschlussgesuche über rund 474 Gigawatt – mehr als das Fünffache der je gemessenen Spitzenlast in Texas. Rund 90 Prozent davon stammen von Rechenzentren, und das Tempo ist atemberaubend: Im Januar umfasste die Warteschlange laut TechCrunch erst 233 Gigawatt. Insgesamt stecken über 1'800 Projekte in der Pipeline. Viele davon sind zwar blosse Papier-Anmeldungen – doch würde nur ein Bruchteil gebaut, käme das Netz an den Anschlag.

Steuergeschenke, Wasser, Eigentümer: alles auf den Tisch

Die Audit-Anordnung verlangt von jedem Projekt volle Transparenz: sämtliche Steuervergünstigungen und Subventionen, den prognostizierten Strom- und Wasserverbrauch samt eingesetzter Kühltechnik, Massnahmen gegen Lärm und Lichtverschmutzung – und die Offenlegung, wem die Anlage tatsächlich gehört. Der Hintergrund ist ernüchternd: Eine freiwillige Behörden-Umfrage zu Wasser- und Stromverbrauch beantworteten laut Texas Tribune gerade einmal 28 von 377 angeschriebenen Firmen. Jetzt wird aus der Bitte eine Pflicht.

«Simply put, Texans must come first» – Projekte, die die Anforderungen nicht erfüllen, müsse der Netzanschluss verweigert werden, so Abbott.

Der Wilde Westen macht das Gatter zu

Bemerkenswert ist der Sinneswandel: Texas lockte Rechenzentren jahrelang mit lockeren Regeln und günstigem Strom. Doch der Widerstand wächst – Ende Juli protestierten Gegner vor dem Kapitol in Austin, die Stadt San Marcos und einzelne Countys versuchten bereits eigene Moratorien. Kritikern geht Abbotts Schritt trotzdem zu wenig weit: Anlagen mit eigener Stromversorgung umgehen das Audit, und wie lange die Prüfung dauert, ist offen. Für dich als Beobachter des KI-Booms ist die Richtung dennoch eindeutig: Strom, Wasser und Akzeptanz werden zum Engpass der KI-Infrastruktur – eine Debatte, die bei Rechenzentrums-Projekten auch in der Schweiz längst angekommen ist. Und sie dürfte den Ausbau verteuern und verlangsamen, egal wie das Audit ausgeht.

Quellen

Office of the Texas Governor: Governor Abbott Directs Comprehensive Data Center Audit↗ EXTERNER LINKTexas Tribune: New Texas data center projects frozen until state audits them↗ EXTERNER LINKTechCrunch: Texas halts new data centers as governor calls for audits↗ EXTERNER LINK
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