Donald Trump hat vor der UNO-Generalversammlung angekündigt, dass die USA künstliche Intelligenz in allen Regierungsdokumenten «Super Intelligence» nennen. Eine unterzeichnete Anordnung gibt es bisher nicht, der Begriff stammt aus einer Truth-Social-Abstimmung. Für Schweizer Firmen mit US-Kunden zählt vor allem, dass «artificial intelligence» der definierte Rechtsbegriff bleibt.
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Bisher ist die Umbenennung eine Ankündigung in einer Rede und kein Erlass, sie setzt aber den international definierten Rechtsbegriff «artificial intelligence» unter Druck.
Donald Trump hat am 22. September 2026 vor der UNO-Generalversammlung in New York angekündigt, dass die US-Regierung künstliche Intelligenz in allen ihren Dokumenten künftig «Super Intelligence» nennt. In seiner Mitteilung zur Rede zitiert ihn das Weisse Haus damit, die USA lehnten jeden Versuch eines globalistischen Kontrollsystems für die künstliche Intelligenz ab, «hereinafter officially called Super Intelligence». Eine unterzeichnete Anordnung dazu gibt es bisher nicht.
Mehrere Schlagzeilen lesen sich, als hätte Trump die Umbenennung verfügt. Belegt ist das nicht: Im Federal Register findet sich zum Stichwort «super intelligence» kein Präsidialdokument, und die jüngste Executive Order auf whitehouse.gov stammt vom 18. September und betrifft H-1B-Visa. Wenn diese Regierung etwas formell umbenennt, macht sie das per Erlass, so wie im August beim Lake Ontario. Solange das hier nicht passiert, gilt: Es ist eine Ankündigung in einer Rede, alles Weitergehende ist unbestätigt.
Der Begriff stammt aus einer Abstimmung unter Trumps Anhängern. Zuerst schickte er «Superior», «Extreme» und «Supreme Intelligence» ins Rennen, «Super Intelligence» war gar nicht dabei. Erst in einer späteren Abstimmungsrunde tauchte es auf und gewann laut Axios mit 65 zu 35 Prozent. Seine Begründung: «artificial» lasse Intelligenz unecht klingen. Vor einer Woche hatte er KI-Warnungen noch als «Hoax» abgetan.
«Artificial intelligence» ist der definierte Rechtsbegriff, auf dem der EU AI Act und die OECD-Definition aufbauen. «Superintelligenz» meint in der Fachdebatte etwas anderes: hypothetische Systeme über menschlichem Niveau. Die Schweiz hat bewusst auf ein eigenes KI-Gesetz verzichtet: Der Bundesrat entschied im Februar 2025, die KI-Konvention des Europarats zu ratifizieren und bestehende Gesetze sektoriell anzupassen. Wenn du US-Behörden oder US-Konzerne als Kunden hast, steht in deinen Verträgen und Compliance-Unterlagen «artificial intelligence» als definierter Begriff. Wechselt die US-Seite die Sprache, entsteht Abgleichaufwand, ohne dass sich inhaltlich etwas ändert. Und im Juni 2027 richtet die Schweiz in Genf den nächsten Welt-KI-Gipfel aus. Begriffe sind dort Verhandlungsgegenstand.

Vier zahlende Nutzer von ChatGPT, Claude, Grok und Gemini haben am 18. September beim US-Bundesgericht in Nordkalifornien eine Kartell-Sammelklage eingereicht. Der Vorwurf: Anthropic, OpenAI, Google und SpaceXAI hätten sich illegal auf eine gemeinsame Entwicklungsbremse geeinigt – und so den Wert bezahlter Abos gemindert.