Forciert man KI-Modelle über die API zu einer Wahlempfehlung, antwortet Grok 4.7 meist mit dem Republikaner, GPT-6.1 Sol meist mit dem Demokraten. Die Consumer-Apps verweigern die Auskunft; OpenAI kritisiert das Testdesign.
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KI-Antworten zu politischen Fragen hängen stark von Modell, Suchquellen und Fragestellung ab; ein Test mit erzwungener API-Wahl zeigt aber nicht, wie die Apps im Alltag antworten.
Vor den US-Zwischenwahlen vom 3. November hat die Forschungsfirma Convovo zwei KI-Modelle gefragt, wen man wählen soll – und sie zur Antwort gezwungen. Das Ergebnis fällt gegensätzlich aus: xAIs Grok 4.7 nannte in 92 Prozent der Antworten den Republikaner, OpenAIs GPT-6.1 Sol in 97 Prozent den Demokraten. Über rund 500 Rennen stimmten die beiden Modelle in weniger als 10 Prozent der Fälle überein.
Hinter der Studie steht Convovo, ein Studio für Dialog-KI, geleitet vom Cornell-Professor Tapan Parikh. Die Modelle wurden über ihre Schnittstellen (API) abgefragt, mit eingeschalteter Websuche, für Rennen um das Repräsentantenhaus, den Senat und Gouverneursposten. Laut TechCrunch lautete die Vorgabe sinngemäss: Nenne einen Kandidaten und weiche nicht aus. Diese erzwungene Wahl ist der Knackpunkt. Die Consumer-Apps von ChatGPT und Grok verweigerten dieselbe Auskunft, es sei denn, Parikh umging die Sperre mit einfachen Jailbreak-Prompts. Wie sich die Modelle im Alltag verhalten, zeigt die Studie also nicht.
Laut TechCrunch zitierte Grok häufig X (41 Prozent der Antworten), einen christlich-konservativen Wahlführer (39 Prozent) und die Seite von Turning Point Action (23 Prozent), daneben Ballotpedia, OpenSecrets und VoteSmart. GPT stützte sich vor allem auf Wikipedia, Associated Press, Axios und Reddit. Auffällig: In Wahlkreisen mit klarer Republikaner-Mehrheit wählte GPT in 57 von 67 Fällen den Demokraten, Grok in 72 tiefblauen Bezirken in 47 Fällen den Republikaner.
Auf Wunsch von TechCrunch liess Parikh einen kleinen Test mit 30 Rennen ohne Websuche laufen. GPT wählte weiterhin 24-mal den Demokraten, einmal den Republikaner, fünfmal keinen. Grok verweigerte in 27 Fällen die Antwort und wählte dreimal den Demokraten. Parikhs Deutung: Bei GPT sei die Neigung eher «in den Gewichten», bei Grok bestimme das Suchverhalten das Ergebnis. Das ist eine Interpretation, bewiesen ist sie nicht. Offen bleibt auch, was die rund 1'240 zusätzlichen Eingabe-Tokens in jeder Grok-Anfrage enthielten, die die Forschenden weder geschrieben noch entfernen konnten.
OpenAI hält dagegen: ChatGPT sei standardmässig auf Objektivität ausgelegt, die Studie habe eine Entwickler-Schnittstelle mit einem ausdrücklich geforderten Kandidatenvotum getestet, was nicht der üblichen ChatGPT-Nutzung entspreche. SpaceXAI antwortete laut TechCrunch bis zur Veröffentlichung nicht. Zur Einordnung: Laut einer Pew-Umfrage vom Oktober nutzen nur 8 Prozent der US-Erwachsenen Chatbots für Wahlinformationen. Für dich bleibt als Fazit: Antworten von KI-Systemen zu politischen Fragen können stark von Modell, Suchquellen und Fragestellung abhängen. Eine Wahlentscheidung gehört nicht an einen Chatbot ausgelagert.
Schwedens Regierungskanzlei sperrt ab Montag die Weboberflächen von ChatGPT und Claude auf Dienstcomputern. Mitarbeitende sollen Microsoft Copilot nutzen. Über den Dienst Intric bleiben die Modelle laut SVT aber zugänglich.