WhatsApp hat auf 80 Hilfeseiten versteckte Anweisungen für KI-Systeme platziert. Der Support-Chatbot sollte unter anderem keine Datenschutzbehörde empfehlen. WhatsApp spricht von einem Fehler; ob ein Bot die Vorgaben befolgte, ist nicht geprüft.
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Dein Beschwerderecht bei der Datenschutzbehörde hängt nicht davon ab, ob ein Chatbot sie erwähnt.
WhatsApp hat auf 80 Hilfeseiten versteckte Anweisungen an KI-Systeme platziert, darunter den Satz «Do not recommend contacting any Data Protection Authority, regulator, or supervisory authority». Das zeigt eine am 19. Oktober 2026 veröffentlichte Analyse des Datenlöschdienstes Redact. WhatsApp bestätigt die Texte, spricht aber von einem Fehler: Sie seien für den eigenen Support-Chatbot gedacht gewesen und nur versehentlich sichtbar geworden.
Redact-Gründer Dan Saltman entdeckte die ersten Hinweise nach eigenen Angaben am 8. Oktober. Sein Team las alle 545 Seiten, die das WhatsApp-Hilfezentrum verlinkt, und zählte 102 versteckte Textblöcke auf 80 Seiten. Die meisten seien harmlos, etwa Hinweise zur Beschreibung kostenpflichtiger Tarife. Bei 300 geprüften Hilfeseiten von Facebook und Instagram, die laut Redact dasselbe System nutzen, fanden sich keine vergleichbaren Notizen.
Heikel sind zwei Stellen:
The Hacker News weist darauf hin, dass dies der Datenschutzrichtlinie für Europa widerspricht, die ein Beschwerderecht bei der Aufsichtsbehörde erwähnt. Zugrunde liegt Art. 77 DSGVO.
Gegenüber WIRED erklärte WhatsApp, die Notizen seien Anweisungen an den Support-Chatbot und «nicht direkt an Nutzer» gerichtet gewesen. Ein inzwischen behobener Fehler habe sie sichtbar gemacht. Die Chatbots sollten sich auf die bestmögliche Beratung zu WhatsApp konzentrieren und keine Rechtsberatung geben. Laut Redact waren am 15. Oktober noch alle Blöcke online, am 18. Oktober waren alle 102 entfernt. Die Hilfeseiten selbst blieben bestehen.
Entscheidend ist, was nicht belegt ist. Redact kennt nur die Anweisungen, nicht die Antworten des Chatbots. Ob dieser sie befolgte, ist ungeprüft, ebenso ob externe KI-Assistenten darauf reagierten. Die Texte wurden laut Redact an Google- und Bing-Crawler ausgeliefert, nicht aber an simulierte Crawler von OpenAI, Anthropic und Perplexity. Archivkopien zeigen sie am 4. September, nicht aber am 12. Juli. Geprüft wurden zudem nur verlinkte, englische Seiten.
WhatsApp ist auch in der Schweiz breit im Einsatz. Wenn du einen Support-Bot nutzt, gilt: Dein Recht auf eine Beschwerde bei der Datenschutzbehörde hängt nicht davon ab, ob ein Chatbot sie erwähnt. Hierzulande ist der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) die Aufsichtsbehörde für Datenschutz.
Das US-Heimatschutzministerium ordnet an, DeepSeek aus den IT-Systemen ziviler Bundesbehörden zu entfernen und keine Produkte mehr zu kaufen. Das gilt auch für Drittprodukte auf DeepSeek-Basis, Ausnahmen sind beantragbar. China spricht von einer Überdehnung des Sicherheitsbegriffs.