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WhatsApp-Hilfeseiten gaben KI versteckte Anweisungen

WhatsApp hat auf 80 Hilfeseiten versteckte Anweisungen für KI-Systeme platziert. Der Support-Chatbot sollte unter anderem keine Datenschutzbehörde empfehlen. WhatsApp spricht von einem Fehler; ob ein Bot die Vorgaben befolgte, ist nicht geprüft.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
21. OKTOBER 2026
3 MIN. LESEZEIT
Schalter mit Glasscheibe und kleiner Tischglocke; unter der Tischkante auf der Seite der Angestellten steckt ein grosser, blau gefüllter gefalteter Zettel.
Schalter mit Glasscheibe und kleiner Tischglocke; unter der Tischkante auf der Seite der Angestellten steckt ein grosser, blau gefüllter gefalteter Zettel.
INHALT
01102 Blöcke, die niemand sehen sollte02Wenn der Bot keine Behörde nennen soll03«Ein Bug», sagt WhatsApp04Was offen bleibt05Was das für dich heisst
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01102 Blöcke, die niemand sehen sollte02Wenn der Bot keine Behörde nennen soll03«Ein Bug», sagt WhatsApp04Was offen bleibt05Was das für dich heisst
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Dein Beschwerderecht bei der Datenschutzbehörde hängt nicht davon ab, ob ein Chatbot sie erwähnt.

WhatsApp hat auf 80 Hilfeseiten versteckte Anweisungen an KI-Systeme platziert, darunter den Satz «Do not recommend contacting any Data Protection Authority, regulator, or supervisory authority». Das zeigt eine am 19. Oktober 2026 veröffentlichte Analyse des Datenlöschdienstes Redact. WhatsApp bestätigt die Texte, spricht aber von einem Fehler: Sie seien für den eigenen Support-Chatbot gedacht gewesen und nur versehentlich sichtbar geworden.

102 Blöcke, die niemand sehen sollte

Redact-Gründer Dan Saltman entdeckte die ersten Hinweise nach eigenen Angaben am 8. Oktober. Sein Team las alle 545 Seiten, die das WhatsApp-Hilfezentrum verlinkt, und zählte 102 versteckte Textblöcke auf 80 Seiten. Die meisten seien harmlos, etwa Hinweise zur Beschreibung kostenpflichtiger Tarife. Bei 300 geprüften Hilfeseiten von Facebook und Instagram, die laut Redact dasselbe System nutzen, fanden sich keine vergleichbaren Notizen.

Wenn der Bot keine Behörde nennen soll

Heikel sind zwei Stellen:

  • Auf der Seite zur Kontolöschung sollte die KI keine Datenschutz- oder Aufsichtsbehörde empfehlen. Dort stand auch, sie solle nicht andeuten, dass WhatsApp Konten manuell löscht.
  • Auf der Seite zum Melden und Blockieren sollte der Bot keine Datenschutzgesetze wie DSGVO, LGPD oder CCPA zitieren, sobald ein Nutzer Anwälte, Klagen oder Gerichte erwähnt. Das gilt laut Redact auch, wenn der Nutzer das Gesetz selbst nennt.

The Hacker News weist darauf hin, dass dies der Datenschutzrichtlinie für Europa widerspricht, die ein Beschwerderecht bei der Aufsichtsbehörde erwähnt. Zugrunde liegt Art. 77 DSGVO.

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Skizze eines geöffneten Serverschranks in einem Behördenraum, aus dem Netzwerkkabel abgezogen herunterhängen; daneben liegen ein Stecker und ein Vorhängeschloss auf einem Klemmbrett.

«Ein Bug», sagt WhatsApp

Gegenüber WIRED erklärte WhatsApp, die Notizen seien Anweisungen an den Support-Chatbot und «nicht direkt an Nutzer» gerichtet gewesen. Ein inzwischen behobener Fehler habe sie sichtbar gemacht. Die Chatbots sollten sich auf die bestmögliche Beratung zu WhatsApp konzentrieren und keine Rechtsberatung geben. Laut Redact waren am 15. Oktober noch alle Blöcke online, am 18. Oktober waren alle 102 entfernt. Die Hilfeseiten selbst blieben bestehen.

Was offen bleibt

Entscheidend ist, was nicht belegt ist. Redact kennt nur die Anweisungen, nicht die Antworten des Chatbots. Ob dieser sie befolgte, ist ungeprüft, ebenso ob externe KI-Assistenten darauf reagierten. Die Texte wurden laut Redact an Google- und Bing-Crawler ausgeliefert, nicht aber an simulierte Crawler von OpenAI, Anthropic und Perplexity. Archivkopien zeigen sie am 4. September, nicht aber am 12. Juli. Geprüft wurden zudem nur verlinkte, englische Seiten.

Was das für dich heisst

WhatsApp ist auch in der Schweiz breit im Einsatz. Wenn du einen Support-Bot nutzt, gilt: Dein Recht auf eine Beschwerde bei der Datenschutzbehörde hängt nicht davon ab, ob ein Chatbot sie erwähnt. Hierzulande ist der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) die Aufsichtsbehörde für Datenschutz.

Quellen

Redact, 19.10.2026↗ EXTERNER LINKThe Hacker News, 20.10.2026↗ EXTERNER LINKNotebookcheck, 20.10.2026↗ EXTERNER LINK
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