Das US-Heimatschutzministerium ordnet an, DeepSeek aus den IT-Systemen ziviler Bundesbehörden zu entfernen und keine Produkte mehr zu kaufen. Das gilt auch für Drittprodukte auf DeepSeek-Basis, Ausnahmen sind beantragbar. China spricht von einer Überdehnung des Sicherheitsbegriffs.
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Die USA schliessen DeepSeek samt darauf aufbauenden Drittprodukten aus zivilen Bundesbehörden aus; für dich heisst das vor allem, bei Drittprodukten zu prüfen, welches KI-Modell dahintersteckt.
Das US-Heimatschutzministerium (DHS) hat am 20. Oktober 2026 angeordnet, dass zivile Bundesbehörden DeepSeek aus ihren IT-Systemen entfernen und keine DeepSeek-Produkte mehr einkaufen dürfen. Betroffen sind laut BleepingComputer nicht nur Produkte des chinesischen KI-Labors und seiner Tochterfirmen, sondern auch Drittprodukte, die auf DeepSeek-Technologie aufbauen. Ein generelles Verbot für Private ist es laut BleepingComputer nicht.
Die Anordnung wurde im Federal Register (dem Amtsblatt der US-Regierung) veröffentlicht. Behörden müssen DeepSeek-Produkte umgehend aus Einkaufskatalogen und Listen zugelassener Produkte streichen und aus ihren Systemen entfernen. Alternativ können sie eine Ausnahme beantragen. Die Anträge sind laut BleepingComputer innerhalb von 60 Tagen einzureichen und müssen den Bedarf begründen sowie Risikominderungen vorschlagen. Über sie entscheidet die Cybersicherheitsbehörde CISA schriftlich. Wer die Vorgabe technisch nicht allein umsetzen kann, bekommt Unterstützung von der CISA.
Das DHS begründet den Schritt mit Sicherheitsbedenken: Daten von US-Regierungsnutzern könnten nach chinesischem Recht für Behörden in China zugänglich sein, berichtet TechCrunch. Als Beleg nennt die Anordnung laut BleepingComputer unter anderem einen Bericht von NowSecure vom Februar 2025 über die DeepSeek-iOS-App. Dieser bemängelte unverschlüsselte Datenübertragungen, schwache Verschlüsselung und die Weitergabe von Daten an ByteDance, den TikTok-Mutterkonzern.
Neu ist die Richtung nicht. Ein Gesetz vom Dezember 2025 hatte DeepSeek bereits in Systemen der Nachrichtendienste eingeschränkt, die neue Anordnung weitet das auf die zivilen Behörden aus. Zusätzlich verweist TechCrunch auf ein CISA-Advisory (AA26-251A) vom September. Es wirft DeepSeek und fünf weiteren chinesischen KI-Firmen vor, mit Distillation (dabei wird ein Modell mit den Antworten eines fremden, stärkeren Modells trainiert) Wissen aus US-Systemen abzuschöpfen. OpenAI und Anthropic hatten zuvor selbst von verdächtigen Versuchen berichtet.
Chinas Aussenministerium kritisierte den Schritt. Sprecherin Mao Ning sagte laut TechCrunch, man lehne es ab, «den Begriff der nationalen Sicherheit zu überdehnen» und Technologie- und Handelsfragen zu politisieren.
Einordnung: Ein vergleichbares Verbot für Schweizer Behörden ist uns nicht bekannt. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) erklärte im Februar 2025 gegenüber 20 Minuten, das Datenschutzniveau in China sei deutlich tiefer, DeepSeek bleibe aber an das Schweizer Datenschutzgesetz gebunden; Netzwoche hat das aufgegriffen. Ein Verbot gab es nie, Massnahmen setzen eine Prüfung des Einzelfalls voraus. Der Fall zeigt dir trotzdem, worauf es sich zu achten lohnt: Gib keine vertraulichen Firmen- oder Kundendaten in DeepSeek-Dienste ein, und prüfe bei Drittprodukten, welches KI-Modell dahintersteckt. Genau diese Lücke schliesst die US-Anordnung ausdrücklich.
WhatsApp hat auf 80 Hilfeseiten versteckte Anweisungen für KI-Systeme platziert. Der Support-Chatbot sollte unter anderem keine Datenschutzbehörde empfehlen. WhatsApp spricht von einem Fehler; ob ein Bot die Vorgaben befolgte, ist nicht geprüft.