Die kalifornische Regulierungsbehörde CPUC hat Waymo erlaubt, seine fahrerlosen Robotaxis in 18 Countys kommerziell zu betreiben – von Sonoma bis San Diego. Das genehmigte Gebiet wächst damit auf rund 123'000 Quadratkilometer, fast dreimal die Fläche der Schweiz. Hierzulande sind führerlose Fahrzeuge nur auf einzelnen, kantonal bewilligten Strecken erlaubt.
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Kalifornien bewilligt Robotaxis flächig, die Schweiz streckenweise. Waymo darf künftig in 18 Countys auf rund 123'000 Quadratkilometern fahren – das grösste Schweizer Projekt kommt auf ein Netz von gut 110 Kilometern, noch mit Sicherheitsperson am Steuer.
Die kalifornische Regulierungsbehörde CPUC hat Waymo am 14. August 2026 erlaubt, seine fahrerlosen Robotaxis in 18 Countys kommerziell zu betreiben – zwölf in Nordkalifornien, sechs im Süden, von Sonoma bis an die mexikanische Grenze. Bisher galt die Bewilligung für vier Countys. Zählt man die Flächen dieser Gebiete zusammen, wächst der freigegebene Raum von rund 15'100 auf rund 123'000 Quadratkilometer – knapp das Dreifache der Schweiz, die 41'291 Quadratkilometer misst. Der Entscheid gilt gemäss Behördenschreiben sofort.
Formell ging es um einen sogenannten Advice Letter, ein Gesuch um Genehmigung des aktualisierten Passagier-Sicherheitsplans. Waymo reichte ihn am 28. Januar ein. Es folgten Proteste des Verkehrsbetriebs San Diego Metropolitan Transit System und seines Taxi-Beirats, dazu 29 unterstützende Eingaben. Im Mai musste Waymo nachliefern: wie es unbegleitete Minderjährige von Fahrten fernhält und wie es Fahrgäste bei Betriebsstörungen absichert. Erst dann kam die Zustimmung.
Der Umfang der Freigabe ist bemerkenswert weit. Erlaubt sind laut dem Gesuch Freeways, Highways, Stadt- und Landstrassen, Parkplätze und Einfahrten, bei Tag und Nacht, in Regen, Nebel und Hagel – und ohne Einschränkung beim Tempolimit. Ausgenommen bleibt einzig flächendeckender Schnee oder Eis auf der Fahrbahn. Abgedeckt sind der Jaguar I-Pace und Waymos neue Fahrzeugplattform namens Ojai.
Der Ausbau erfolge «schrittweise und geleitet von unserem Sicherheitsrahmen», teilte Waymo mit. In San Diego soll der Dienst noch diesen Sommer starten, in Sacramento läuft vorerst der Validierungsbetrieb weiter. Befahren wird bislang nur ein Bruchteil des Gebiets: rund 1'400 Quadratmeilen in elf Städten, wie Electrek im Mai berichtete. Im eigenen Gesuch nennt Waymo über 450'000 bezahlte Fahrten ohne Fahrer pro Woche, verteilt auf vier US-Bundesstaaten. Das selbst gesteckte Ziel von einer Million Fahrten pro Woche ist damit noch nicht erreicht.
Für dich als Schweizer Leserin oder Leser ist vor allem der Regulierungs-Kontrast aufschlussreich. Seit dem 1. März 2025 erlaubt die Verordnung über das automatisierte Fahren hierzulande drei Anwendungsfälle: den Autobahnpiloten, das automatisierte Parkieren und führerlose Fahrzeuge. Letztere dürfen aber nur auf einzelnen, vom Kanton genehmigten Strecken verkehren und müssen von sogenannten Operatoren überwacht werden. Kalifornien bewilligt also Gebiete, die Schweiz bewilligt Strecken. Das grösste hiesige Vorhaben, das Pilotprojekt «iamo» im Zürcher Furttal, kommt nach dem vollständigen Ausbau auf gut 110 Kilometer Streckennetz mit rund 460 Haltepunkten. Die drei Fahrzeuge fahren dort seit der ASTRA-Bewilligung im November 2025 automatisiert – mit einer Sicherheitsperson am Steuer. Ganz ohne Fahrer geht es erst, wenn das ASTRA das separat freigibt.