ChatGPT, Claude oder Gemini: Welche KI passt zu dir?

Alle drei kosten rund 20 Franken im Monat und können im Alltag Ähnliches. Der Unterschied liegt bei Währung, Datenumgang und Integration – und es gibt eine Schweizer Alternative.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
12. AUGUST 2026
3 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Tusche-Skizze: Flur mit drei hohen Kassettentüren nebeneinander, die mittlere Tür elektroblau und leicht geöffnet, daneben ein Beistelltisch mit Lampe

ChatGPT Plus und Claude Pro kosten je 20 US-Dollar im Monat, Google AI Pro 17 Franken. Im Alltag können alle drei erstaunlich ähnliche Dinge: schreiben, zusammenfassen, recherchieren, Code erklären. Der Unterschied liegt woanders – bei der Währung auf deiner Rechnung, beim Umgang mit deinen Daten und bei den Programmen, in denen die KI schon eingebaut ist. Wer sich an diesen drei Fragen orientiert statt an Ranglisten, trifft eine Entscheidung, die auch in einem halben Jahr noch stimmt.

Nur einer rechnet in Franken

Google ist der einzige der drei Anbieter, der Schweizer Kundschaft direkt in Franken abrechnet: Google AI Plus für 5 Franken im Monat, Google AI Pro für 17 Franken, Google AI Ultra ab 100 Franken. OpenAI und Anthropic stellen in US-Dollar: ChatGPT Plus für 20 Dollar, Claude Pro ebenfalls für 20 Dollar monatlich – bei Jahreszahlung sinkt Claude auf 17 Dollar.

Für dich heisst das: Bei den beiden US-Abos kommen Wechselkurs und je nach Kreditkarte eine Fremdwährungsgebühr dazu. Klingt nach Kleinkram. Wenn die drei Angebote inhaltlich aber ohnehin eng beieinanderliegen, ist es genau die Sorte Unterschied, die den Ausschlag gibt.

Alle drei lernen mit – ausser du sagst Nein

Alle drei Anbieter bieten eine Einstellung, mit der du dem Training mit deinen Chats widersprechen kannst. Was standardmässig aktiv ist, hängt vom Produkt, vom Land und vom Kontotyp ab – und ändert sich immer wieder.

Verlässlich ist nur eines: Bei Geschäfts- und Entwicklerzugängen ist das Training mit deinen Inhalten bei allen dreien von Haus aus ausgeschlossen. Konkret heisst das: Wenn du privat arbeitest, schau die Einstellung einmal aktiv an, statt dich auf die Voreinstellung zu verlassen. Wenn du Kundendaten verarbeitest, nimm einen Geschäftszugang – nicht wegen der Funktionen, sondern wegen der Vertragslage.

Wo die Unterschiede wirklich liegen

  • Ökosystem: Gemini sitzt in Gmail, Docs und Drive. Wer den Arbeitstag ohnehin bei Google verbringt, spart sich das ständige Kopieren zwischen Fenstern.
  • Lange Dokumente: Claude ist auf grosse Kontextfenster ausgelegt. Verträge, Studien, Protokolle am Stück durcharbeiten ist sein Heimspiel.
  • Zubehör und Anleitungen: ChatGPT hat das grösste Angebot an Erweiterungen und Drittanbieter-Integrationen – schlicht, weil es am längsten am Markt ist und die meisten Leute nutzen.

Der Clou: Keiner dieser Punkte taucht in einer Benchmark-Tabelle auf. Aber genau sie entscheiden, ob du das Abo nach drei Wochen noch benutzt.

Und die Schweizer Antwort?

Es gibt sie. Apertus wird von der EPFL, der ETH Zürich und dem Supercomputing-Zentrum CSCS entwickelt und auf dem Rechner Alps trainiert. Die Version 1.5 erschien am 24. Juli 2026 und versteht neu auch Bilder und Ton statt nur Text; dazu kamen mit Apertus Mini 16 kompakte Modelle, die auch auf kleinerer Hardware laufen. Gewichte, Trainingsdaten und Trainingsrezept sind offen einsehbar.

Der Haken: Apertus ist kein fertiges Abo mit Chatfenster, sondern ein Modell, das jemand für dich betreiben muss. Für Firmen, die Daten im Land behalten wollen, ist es trotzdem die interessanteste Option seit Langem.

So entscheidest du in zwei Minuten

  1. Du arbeitest den ganzen Tag in Google Workspace? Nimm Gemini – und zahlst erst noch in Franken.
  2. Du liest und schreibst lange Dokumente, Verträge, Studien? Nimm Claude.
  3. Du willst die grösste Auswahl an Erweiterungen und zu jedem Problem eine Anleitung? Nimm ChatGPT.
  4. Die Daten sollen die Schweiz nicht verlassen? Schau dir Apertus an – zusammen mit jemandem, der es hostet.

Und wenn du dich nicht entscheiden kannst: Alle drei haben eine kostenlose Stufe. Zwei Wochen mit derselben echten Aufgabe in jedem Tool sagen mehr als jede Rangliste. Zumal die Rangliste alle paar Wochen anders aussieht – genau deshalb wählst du besser nach Preis, Datenumgang und Integration aus. Die ändern sich seltener als die Spitzenposition.

Häufige Fragen

Fragen zu ChatGPT, Claude oder Gemini: Welche KI passt zu dir?.

Welche KI ist die beste?

Für den Alltag keine der drei mit Abstand. ChatGPT, Claude und Gemini liegen beim Schreiben, Zusammenfassen und Recherchieren nahe beieinander, und die Rangliste ändert sich alle paar Wochen. Sinnvoller ist die Auswahl nach Preis, Datenumgang und Integration in die Programme, die du ohnehin nutzt.

Kann ich verhindern, dass meine Chats zum Training genutzt werden?

Ja, alle drei Anbieter haben eine entsprechende Einstellung. Was voreingestellt ist, hängt von Produkt, Land und Kontotyp ab – schau also aktiv nach. Bei Geschäfts- und Entwicklerzugängen ist das Training mit deinen Inhalten bei allen dreien von vornherein ausgeschlossen.

Gibt es eine Schweizer Alternative?

Apertus von EPFL, ETH Zürich und dem Supercomputing-Zentrum CSCS. Version 1.5 erschien am 24. Juli 2026 und versteht neben Text auch Bilder und Ton. Es ist allerdings kein fertiges Abo, sondern ein offenes Modell, das selbst oder von einem Dienstleister betrieben werden muss.