Apple will den macOS-Vollzugriff auf alle Dateien künftig nur noch nach «sehr expliziter Nutzeraktion» freigeben und nennt KI-Agenten als Grund. Auslöser ist laut TechCrunch der Streit um Metas Muse, das laut Kolumnist Jason Aten über 187'000 Nachrichtenzeilen synchronisiert haben soll, obwohl er die Freigabe abgelehnt habe. Meta widerspricht.
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Ein Häkchen bei «Full Disk Access» ist keine Kleinigkeit, sondern der Generalschlüssel für alles, was ein Agent auf deinem Mac lesen kann.
Apple verschärft die Regeln für «Full Disk Access», die mächtigste Datenschutz-Freigabe von macOS. Wie der Konzern am 2. Oktober 2026 in seinen Developer News ankündigt, soll diesen Zugriff künftig nur noch bekommen, wer ihn mit einer «sehr expliziten Nutzeraktion» erteilt. Der Grund: KI-Agenten. «As AI agents become increasingly capable and autonomous, the risks associated with this level of access will grow substantially», schreibt Apple.
Full Disk Access (auf Deutsch etwa «voller Festplattenzugriff») umgeht laut Apple die üblichen Schutzmechanismen von macOS, damit Backup-Programme funktionieren. Wer die Freigabe erteilt, öffnet einer App Dateien, Mails, Nachrichten und sogar den Browserverlauf. Manche Entwickler setzten sie so ein, dass Nutzer das nicht voll verstünden, so Apple. Bei Messenger-Apps leide zudem die Privatsphäre der Gesprächspartner. Ein Datum oder eine macOS-Version nennt Apple nicht, und keinen Anbieter beim Namen.
Den Kontext liefert laut TechCrunch der Fall von Metas Agenten Muse, den wir bereits begleitet haben. Der Kolumnist Jason Aten schrieb am 23. September in Inc., Muse habe mehr als 187'000 Zeilen aus seiner Nachrichtendatenbank synchronisiert, obwohl er den Zugriff auf Messages in der App abgelehnt habe. Muse habe ihm zuerst erklärt, es sehe nur eingehende Benachrichtigungen. Meta-Manager David Singleton räumte später ein, diese Erklärung sei falsch gewesen: «That’s on us».
Meta bestreitet den Kern der Darstellung. Laut Kommunikationschef Andy Stone ist die Messages-Anbindung «entirely opt-in»: Du musst sowohl Full Disk Access als auch den Messages-Connector aktivieren. Singleton ergänzt, ohne die macOS-Freigabe sei die Auswahl in der App ausgegraut. Aussage steht hier gegen Aussage. Wie die Freigabe bei Aten zustande kam, ist öffentlich nicht geklärt.
Du musst nicht auf Apples Update warten. Öffne in den Systemeinstellungen «Datenschutz & Sicherheit» und dort «Festplattenvollzugriff». Alles, was du nicht täglich brauchst, kannst du ausschalten. Gerade bei KI-Agenten lohnt der Blick: Wer dort einen Haken hat, kann alles lesen, was auf deinem Mac liegt. Wie heikel solche gebündelten Rechte sein können, zeigt auch die versteckte Muse-Einstellung, die ein Sicherheitsforscher vor wenigen Tagen aufdeckte.
Neben Muse erwähnt TechCrunch auch einen Wired-Bericht über eine Schwachstelle in der ChatGPT-Mac-App. Den Wired-Artikel konnten wir nicht einsehen, deshalb lassen wir Details dazu weg.
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