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DeepSeek sammelt 7,4 Milliarden – und bleibt offen

Das chinesische KI-Start-up DeepSeek holt in seiner ersten Finanzierungsrunde rund 7,4 Milliarden Dollar – bei knapp 60 Milliarden Bewertung. Mit dabei: Tencent, CATL und ein staatlicher KI-Fonds.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
4. JUNI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Skizze eines grossen Origami-Wals mit elektroblauem Akzent, hohe Münzstapel, ein geöffnetes Vorhängeschloss und eine Papierlaterne
Skizze eines grossen Origami-Wals mit elektroblauem Akzent, hohe Münzstapel, ein geöffnetes Vorhängeschloss und eine Papierlaterne (Dark)
INHALT
01Sechsmal mehr wert in zwei Monaten02Open Source als Strategie, nicht als Geste03Offene Modelle als Schweizer Chance
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01Sechsmal mehr wert in zwei Monaten02Open Source als Strategie, nicht als Geste03Offene Modelle als Schweizer Chance
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China baut mit Konzern- und Staatsgeld einen offenen KI-Champion auf – Open Source wird zur 60-Milliarden-Dollar-Wette.

Lange hat sich DeepSeek geweigert, fremdes Geld anzunehmen. Jetzt sammelt das chinesische KI-Start-up in seiner allerersten Finanzierungsrunde über 50 Milliarden Yuan ein – rund 7,4 Milliarden US-Dollar. Es ist eine der grössten Start-up-Runden, die China je gesehen hat.

Sechsmal mehr wert in zwei Monaten

Die Runde bewertet DeepSeek mit knapp 60 Milliarden Dollar – ein Sprung um das Sechsfache gegenüber den rund 10 Milliarden vom April. Hinter dem Geld steht ein Who-is-who der chinesischen Wirtschaft: Tencent legt dem Vernehmen nach rund 10 Milliarden Yuan auf den Tisch, Batterieriese CATL etwa 5 Milliarden, die Internetkonzerne NetEase und JD.com je rund 3 Milliarden. Dazu kommen Risikokapitalgeber wie IDG Capital – und ein staatlicher KI-Fonds, was einer Rückendeckung aus Peking gleichkommt.

Bemerkenswert: Gründer Liang Wenfeng steckt offenbar rund 20 Milliarden Yuan eigenes Kapital in die Runde. Ein Signal, dass er die Kontrolle behalten will.

Open Source als Strategie, nicht als Geste

DeepSeek wurde 2025 weltbekannt, weil das Unternehmen leistungsfähige Modelle zu einem Bruchteil der üblichen Kosten veröffentlichte – und sie als Open Source frei zugänglich machte. Das setzte die teuren US-Anbieter unter Druck und stellte die Annahme infrage, dass Spitzen-KI zwingend Milliardenbudgets braucht.

Genau diesen Kurs will Liang weiterfahren. In Gesprächen mit Investoren soll er zugesichert haben, weiterhin offene Modelle zu entwickeln – auf dem Weg zum grösseren Ziel der AGI, einer KI, die dem Menschen in praktisch allen Aufgaben ebenbürtig wäre. Das frische Geld dürfte vor allem in Rechenleistung und Forschung fliessen.

Offene Modelle als Schweizer Chance

DeepSeeks offene Modelle kann grundsätzlich jeder nutzen – auch hier. Für Schweizer Unternehmen, die nicht alle Daten an US-Anbieter geben wollen, sind frei verfügbare Modelle eine echte Alternative, etwa für den Betrieb auf eigenen Servern. Das passt zur hiesigen Debatte um souveräne KI, wie sie das offene ETH-Modell Apertus verkörpert.

Einordnung: Die Runde zeigt zweierlei. Erstens: China baut mit voller Staats- und Konzernunterstützung einen eigenen KI-Champion auf. Zweitens: Open Source ist kein Nischenthema mehr, sondern eine 60-Milliarden-Dollar-Wette. Für alle, die KI einsetzen, wächst damit die Auswahl jenseits der grossen US-Namen.

Quellen

SCMP – DeepSeek nears US$7b haul in first-ever funding round, with backing from Tencent, CATL↗ EXTERNER LINKCNBC – DeepSeek slated to draw $7 billion in maiden fundraising↗ EXTERNER LINKBenzinga – DeepSeek Eyes $7.4B Funding Round At Up To $59B Valuation↗ EXTERNER LINKChina Money Network – DeepSeek Prepares to Raise $7.4 Billion, Targeting $59 Billion Valuation↗ EXTERNER LINK
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