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Ein Humanoide alle 15 Minuten: Chinas Roboter-Börsenwelle

Der chinesische Roboterbauer EngineAI hat zwei Jahre nach seiner Gründung vertraulich einen Börsengang in Hongkong beantragt. In seiner neuen Fabrik läuft alle 15 Minuten ein humanoider Roboter vom Band. EngineAI ist Teil einer ganzen Welle chinesischer Roboter-Börsengänge.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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14. JUNI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Skizze von zwei humanoiden Robotern an einem Fabrik-Fliessband mit Roboterarm und Förderband, grosse Industriefenster, kinewsletter.ch Stil
Skizze von zwei humanoiden Robotern an einem Fabrik-Fliessband mit Roboterarm und Förderband, grosse Industriefenster, kinewsletter.ch Stil (Dark)
INHALT
01Ein Humanoide alle 15 Minuten02Vom Start-up zum Börsenkandidaten03Chinas Roboter-Börsenwelle04Der Schweizer Blickwinkel
INHALT
01Ein Humanoide alle 15 Minuten02Vom Start-up zum Börsenkandidaten03Chinas Roboter-Börsenwelle04Der Schweizer Blickwinkel
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China bringt humanoide Roboter im Akkord auf den Markt und an die Börse – Europa und die Schweiz setzen dagegen auf Spezialisierung statt Masse.

Der chinesische Roboterbauer EngineAI hat vertraulich einen Börsengang in Hongkong beantragt – gerade einmal zwei Jahre nach seiner Gründung. Das Unternehmen baut humanoide Roboter am Fliessband. Und es ist längst nicht das einzige: China schickt derzeit eine ganze Welle von Roboterfirmen an die Börse.

Ein Humanoide alle 15 Minuten

EngineAI aus Shenzhen wurde erst 2023 gegründet und stellt menschenähnliche sowie vierbeinige Roboter her. Anfang Juni hat die Firma eine 12'000 Quadratmeter grosse Fabrik eröffnet und mit der Auslieferung ihres Modells T800 begonnen. Nach eigenen Angaben läuft dort alle 15 Minuten ein Roboter vom Band; die Linie ist auf 10'000 Stück ausgelegt. Bekannt wurde EngineAI mit einem Video, in dem sein Roboter PM01 einen Vorwärtssalto schlägt.

Vom Start-up zum Börsenkandidaten

Für den Börsengang arbeitet EngineAI mit den Investmentbanken CICC und CITIC Securities. In einer Finanzierungsrunde im April 2026 wurde das Unternehmen mit über 1,5 Milliarden Dollar bewertet – es zählt damit zu den «Einhörnern», also Start-ups mit Milliardenbewertung. Die Roboter sollen künftig Aufgaben wie Verkehrslenkung, Sicherheitspatrouillen, Kundendienst im Handel und Industriearbeit übernehmen. EngineAI nennt das «verkörperte KI» (embodied AI): Software, die nicht nur im Chat antwortet, sondern einen physischen Körper steuert.

Chinas Roboter-Börsenwelle

EngineAI ist nur ein Teil eines grösseren Trends:

  • Unitree, der Marktführer, strebt einen Börsengang mit rund 7 Milliarden Dollar Bewertung an.
  • Der Roboterhand-Spezialist Linkerbot zielt auf etwa 6 Milliarden Dollar.
  • Auch Dreame (bekannt für Saugroboter) und PaXini liebäugeln mit einem Listing.

Insgesamt wurden in Hongkong zuletzt rund 22,6 Milliarden Dollar über Börsengänge eingesammelt, ein grosser Teil davon in KI und Robotik. Peking fördert den Sektor gezielt als strategisches Zukunftsfeld.

Der Schweizer Blickwinkel

Auch Europa mischt mit – nur leiser. Erst diese Woche sammelte das deutsche Start-up Neura Robotics Milliarden für humanoide Roboter ein. Und die Schweiz hat mit ANYbotics, einer ETH-Ausgründung aus Zürich, einen weltweit anerkannten Spezialisten für vierbeinige Inspektionsroboter.

Einordnung: China setzt auf schiere Produktionsmenge und schnelle Börsengänge, Europa eher auf Spezialisierung und Ingenieurskunst. Wer am Ende vorne liegt, entscheidet sich weniger im Labor als in der Fabrik – und genau dort hat China gerade einen Tempovorteil.

Quellen

The Next Web – Humanoid robot maker EngineAI files for a Hong Kong IPO↗ EXTERNER LINKCryptoBriefing – EngineAI files confidentially for Hong Kong IPO↗ EXTERNER LINKValue The Markets – EngineAI files for IPO in Hong Kong amid rapid growth in robotics↗ EXTERNER LINK
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