Google stellt Gemini 4 Argon vor, zunächst nur für ausgewählte Cybersecurity-Organisationen im Fairwind-Programm. Laut Google findet und patcht das Modell kritische Schwachstellen selbstständig. Wir ordnen Zahlen, Bloomberg-Zweifel und den Schweiz-Bezug ein.
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Argon ist laut Google vorn, aber alle Zahlen sind Herstellerangaben und unabhängige Praxistests fehlen noch; für die Schweiz ist weder Verfügbarkeit noch Datenschutz belegt.
Google hat am 30. September Gemini 4 Argon vorgestellt, sein neues Frontier-Modell (also das leistungsstärkste der Familie). Zugang gibt es zunächst nur für ausgewählte Cybersecurity-Organisationen im Fairwind-Programm. Laut Google kann Argon kritische Software-Schwachstellen selbstständig finden, überprüfen und mit einem Patch beheben. Pikant: Am selben Tag berichtete Bloomberg über Zweifel im eigenen Haus.
Fairwind hat Google Anfang September gestartet. Es richtet sich an Behörden, Betreiber kritischer Infrastruktur und grosse Technologieplattformen. Mehr als 650 Partner sind dabei, darunter CrowdStrike, Palo Alto Networks, Snowflake und Wiz. Sie müssen den Zugriff auf interne Security-Teams beschränken und Multi-Faktor-Authentifizierung nutzen.
Der breitere Start folgt laut Google «so bald wie möglich», zuerst für zahlende API-Kunden und Abonnenten von Google AI Ultra. Ein Datum nennt Google nicht. Parallel nimmt das Unternehmen am freiwilligen Vorabprüfverfahren der US-Regierung teil, wie Axios berichtet.
Alle Benchmarks stammen aus Googles eigener Ankündigung. Laut SiliconANGLE und VentureBeat sieht es so aus:
VentureBeat zählt 13 von 18 veröffentlichten Benchmarks mit Führung oder Gleichstand. Bei Terminal-Bench 4.0 liegt Claude vorn, bei FrontierSWE v2 GPT-6 Astra. Technisch neu: Argon darf bis zu 1 Million Tokens pro Antwort ausgeben, bisher waren es 64'000.
Als Beispiel nennt Google ein internes Projekt: Argon-Agenten schrieben 32'000 Zeilen Code im Video-Decoder libgav1 in Rust um. Das Ergebnis sei laut Google ein speichersicherer Decoder, der 2.7-mal schneller läuft. Wiz meldet laut The Next Web eine kritische Lücke in einer Gesundheitssoftware, die frühere Modelle übersehen hätten. Beide Beispiele sind Einzelfälle und von Dritten nicht überprüft.
Laut Bloomberg, zitiert von Investing.com, haben einige Google-Mitarbeitende Argon intern als schwach bei bestimmten Coding-Aufgaben erlebt. Google widerspricht: Es wäre «inaccurate», von einer Unterleistung beim Coding zu sprechen. Die Alphabet-Aktie gab zeitweise Gewinne ab. Unabhängige Praxistests gibt es noch nicht, weil der Zugang so begrenzt ist.
Konkret belegt ist für die Schweiz wenig. Weder Google noch die Medien nennen eine Verfügbarkeit in der Schweiz oder der EU, und Schweizer Fairwind-Mitglieder haben wir nicht gefunden. Ein Fachbericht von s-edv.com hält EU-Fragen und Datenschutz ausdrücklich für offen.
Für Security-Teams in Schweizer Firmen, die auf Anbieter wie CrowdStrike oder Palo Alto Networks setzen, könnte Argon indirekt ankommen. Das ist eine Möglichkeit, keine Zusage. Wer API-Zugang plant, rechnet besser mit dem Normalpreis: Der Einführungspreis beträgt laut Google 2 Dollar pro Million Input- und 10 Dollar pro Million Output-Tokens, danach 4 und 20 Dollar. Klär Datenschutz und Vertragsbedingungen, bevor du Code oder Kundendaten durchschickst.
Anthropic bringt Claude Sonnet 5.5: mehr als 30 % schneller und laut Anthropic bis zu 30 % günstiger pro Aufgabe, bei unverändertem Token-Preis. Auf mehreren Benchmarks liegt es nur knapp hinter Opus 5.5. Wir zeigen, wo der Haken liegt und wann sich der Wechsel lohnt.