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Google zahlt 13 Milliarden für Finnland – und hält ein AKW am Netz

Googles erster Kernkraft-Deal ausserhalb der USA: 22 Jahre Strom aus dem finnischen AKW Loviisa für neue KI-Rechenzentren, dazu 13 Milliarden Euro Investition bis 2028.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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10. SEPTEMBER 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration eines Kernkraftwerks an der Küste mit Strommast und Serverracks, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Kernkraftwerks an der Küste mit Strommast und Serverracks, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Vier Standorte, zwei Jahre, 37'000 Jobs02Ein Kraftwerk, das sonst 2030 ausginge03Schweizer Rechenzentren: 3,6 Prozent und steigend
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01Vier Standorte, zwei Jahre, 37'000 Jobs02Ein Kraftwerk, das sonst 2030 ausginge03Schweizer Rechenzentren: 3,6 Prozent und steigend
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KI-Infrastruktur wird zur Energiepolitik. Google finanziert mit einem 22-Jahre-Vertrag faktisch die Laufzeitverlängerung eines finnischen AKW – und liefert die Blaupause für eine Frage, die die Schweiz noch offen hat.

Google investiert bis 2028 mindestens 13 Milliarden Euro in Rechenzentren und Infrastruktur in Finnland – die grösste Einzelinvestition des Konzerns in Europa. Zum Paket gehört ein 22-jähriger Stromabnahmevertrag mit dem finnischen Energiekonzern Fortum: Ab 2028 bezieht Google Strom aus dem Kernkraftwerk Loviisa, von 2030 bis 2049 die Hälfte der Kraftwerksleistung. Angekündigt wurde beides am 9. September 2026.

Vier Standorte, zwei Jahre, 37'000 Jobs

Das Geld fliesst laut Google in den Jahren 2027 und 2028 nach Hamina – wo der Konzern 2009 eine alte Papierfabrik in ein Rechenzentrum umbaute – sowie neu nach Kajaani, Muhos und Vaala. Google beziffert den Effekt auf über 37'000 unterstützte Jobs und rund 3,6 Milliarden Euro jährlichen Beitrag zum finnischen BIP während der Bauphase. Dazu kommen 31 Millionen Euro für lokale Bildungs- und Gemeindeprojekte.

Ein Kraftwerk, das sonst 2030 ausginge

Der eigentliche Clou steckt im Stromvertrag. Loviisa liefert laut Google rund 10 Prozent des finnischen Stroms und beschäftigt etwa 580 Menschen – könnte ohne teure Laufzeitverlängerung aber nicht über 2030 hinaus laufen. Fortum steckt darum rund eine Milliarde Euro in die Verlängerung bis 2050. Der Haken: Für etwa 80 Prozent dieser Projekte – rund 700 Millionen Euro – fehlte bisher der Investitionsentscheid, wie World Nuclear News berichtet. Googles Abnahmegarantie schafft die planbaren Einnahmen, die dafür nötig sind. Der Vertrag ermöglicht laut Fortum zusätzlich eine Leistungssteigerung um 10 Megawatt, zu einem bereits laufenden Ausbau um 38 Megawatt.

Es ist gemäss DataCenterDynamics Googles erster Kernkraft-Abnahmevertrag ausserhalb der USA. Dazu kommen ein Batteriespeicher mit 94 Megawatt beim Standort Kajaani und eine Absichtserklärung, gemeinsam neue Reaktoren am Standort Loviisa zu prüfen.

Schweizer Rechenzentren: 3,6 Prozent und steigend

Für die Schweiz ist der Deal ein Blick in eine mögliche Zukunft. Hierzulande verbrauchten Rechenzentren 2024 rund 2,1 Terawattstunden Strom – etwa 3,6 Prozent des Gesamtverbrauchs, wie eine Studie im Auftrag von EnergieSchweiz zeigt. Bis 2030 rechnet der Bund mit 2,5 bis 3,2 TWh, im Maximalszenario mit 3,5 TWh oder 6 Prozent. KI spielt dabei bislang eine Nebenrolle: Laut Bundesamt für Energie gibt es in der Schweiz noch kein Rechenzentrum, das auf das Training grosser Sprachmodelle ausgelegt ist – solche Anlagen brauchen mehrere hundert Megawatt.

Genau das ist die Frage, die Finnland gerade beantwortet und die Schweiz noch nicht: Wer liefert den Strom, wenn KI-Rechenzentren im grossen Stil kommen? In Finnland heisst die Antwort für die nächsten 22 Jahre Kernkraft.

Quellen

Google deepens its commitment to Finland with a €13 billion investment in AI infrastructure – Google Blog↗ EXTERNER LINKGoogle Deepens Commitment to Finland – Google Cloud Press Corner↗ EXTERNER LINKGoogle signs up for electricity from Finnish nuclear power plant – World Nuclear News↗ EXTERNER LINKGoogle signs nuclear PPA with Fortum in Loviisa, Finland – DataCenterDynamics↗ EXTERNER LINKRechenzentren in der Schweiz: Stromverbrauch und Effizienzpotenziale – BFE↗ EXTERNER LINK
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