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Qualcomm baut KI-Chips für AWS – bis zu 60 Milliarden Dollar

Qualcomm entwickelt für Amazon Web Services massgeschneiderte Inferenz-Chips und optische Verbindungen bis 1,6 Terabit pro Sekunde. Amazon erhielt dafür eine Option auf bis zu 25 Millionen Qualcomm-Aktien – gekoppelt an Käufe von maximal 60 Milliarden Dollar bis 2036.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
10. SEPTEMBER 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration eines offenen Serverschranks mit auffächerndem Glasfaserbündel, kinewsletter.ch Stil
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01Inferenz statt Training0225 Millionen Aktien als Erfolgsprämie03Nvidia bekommt Gesellschaft
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Die 60 Milliarden sind eine Obergrenze für zehn Jahre, kein unterschriebener Auftrag – aber Qualcomm hat damit erstmals einen grossen Cloud-Anbieter für eigene KI-Inferenz-Chips gewonnen.

Qualcomm und Amazon haben am 8. September 2026 eine Zusammenarbeit über mehrere Produktgenerationen angekündigt: Der Chipkonzern entwickelt massgeschneidertes Silizium für die KI-Rechenzentren von Amazon Web Services, zunächst mit Fokus auf Inferenz. Laut Qualcomms Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC ist das Abkommen an Amazon-Käufe von bis zu 60 Milliarden Dollar bis September 2036 gekoppelt – für Qualcomm der bisher grösste Schritt weg vom Smartphone-Geschäft.

Inferenz statt Training

Die beiden Firmen arbeiten laut Qualcomms Mitteilung an kundenspezifischem Silizium für grosse KI-Rechenzentren – konkret an Inferenz, also am laufenden Betrieb bereits trainierter Modelle. Das ist der Teil, der jedes Mal Rechenzeit kostet, wenn du eine Frage in einen Chatbot tippst.

Der zweite Teil des Deals ist unspektakulärer, aber genauso wichtig: optische Verbindungen mit bis zu 1,6 Terabit pro Sekunde. Dabei kommen Qualcomms SerDes- und optische DSP-Technologien zum Einsatz – Bausteine, die Daten zwischen den Server-Schränken bewegen. Je grösser die Modelle, desto stärker wird dieses Netz zum Flaschenhals.

Umgekehrt will Qualcomm künftig selbst stärker auf AWS setzen, unter anderem auf Amazon Bedrock, um eigene Chip-Designzyklen zu verkürzen.

25 Millionen Aktien als Erfolgsprämie

Die Finanzkonstruktion steht im 8-K-Formular vom 8. September. Qualcomm hat einer Amazon-Tochter eine Option auf bis zu 25 Millionen Aktien zu 161.26 Dollar je Stück ausgestellt – nominell rund 4 Milliarden Dollar. Sofort fällig wurden davon 3,75 Millionen Aktien, also 15 Prozent. Der Rest wird erst frei, wenn Amazon tatsächlich bestellt und bezahlt, gedeckelt bei 60 Milliarden Dollar. Die Option läuft bis zum 3. September 2036.

Heisst konkret: Die 60 Milliarden sind eine Obergrenze, kein unterschriebener Auftrag.

Nvidia bekommt Gesellschaft

«Qualcomm freut sich, mit AWS an kundenspezifischem Silizium und Konnektivitätslösungen zu arbeiten», liess sich CEO Cristiano Amon zitieren. Die Börse reagierte zunächst deutlich: Die Qualcomm-Aktie stieg im Handelsverlauf um bis zu 9,5 Prozent, schloss am Ende aber nur 3 Prozent höher bei 174.09 Dollar.

Einordnung: Es ist der nächste Versuch eines Hyperscalers, sich neben Nvidia ein zweites Standbein aufzubauen. Amazon betreibt mit Trainium und Inferentia bereits eigene Beschleuniger – Qualcomm kommt also als zusätzliche Option dazu, nicht als Ersatz.

Quellen

Qualcomm Announces Multi-Generational Product Collaboration with AWS – Qualcomm↗ EXTERNER LINKQualcomm Form 8-K, 8. September 2026 – SEC EDGAR↗ EXTERNER LINKQualcomm gives Amazon warrants in data center chip deal – CNBC↗ EXTERNER LINKAmazon ropes Qualcomm into AI networking chips – The Register↗ EXTERNER LINKQualcomm's Amazon deal sent the stock soaring – TheStreet↗ EXTERNER LINK
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