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HOME·NEWS·REGULIERUNG & ETHIK

KI-Agenten fluten die Behörden – und die meisten Anträge sind berechtigt

Eine neue Studie dokumentiert 84 Fälle in 11 Ländern, in denen billiger KI-Text zu Antragsfluten bei Behörden führte. Der überraschende Befund: Es ist kaum Spam – die Leute hatten meist schon vorher Anspruch, nur war ihnen der Papierkram zu mühsam. Auch Schweizer Ombudsstellen kennen den Effekt.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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12. SEPTEMBER 2026
5 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Illustration: Behoerdenschalter mit ueberquellendem Ablagekorb, Aktenstapeln und Briefkastenwand, kinewsletter.ch Stil
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REGULIERUNG & ETHIK·10. OKTOBER 2026

Anthropic-Modell meldet der Polizei einen erfundenen Mordhinweis

Ein Testlauf mit Claude Haiku 4.5 reichte im Juli einen falschen Hinweis zu einem ungelösten Mordfall bei der Polizei von Philadelphia ein. Anthropic schaltet das Internet für interne Tests ab, das Weisse Haus verlangt Meldungen. Wir ordnen ein, was das für Firmen mit KI-Agenten heisst.

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REGULIERUNG & ETHIK·8. OKTOBER 2026

«Unannehmbares Risiko»: Studie zu ChatGPT for Teens

Common Sense Media stuft ChatGPT for Teens als unannehmbares Risiko ein: Elternalarme blieben aus, Krisenverweise fehlten oft, der Lernmodus liess sich umgehen. OpenAI bestreitet die Methodik. Wir ordnen ein, was das für Familien in der Schweiz heisst.

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REGULIERUNG & ETHIK·8. OKTOBER 2026

Googles KI-Detektor ist jetzt für alle offen

Google öffnet den SynthID Detector für alle: Auf synthid.com lassen sich Bilder, Videos und Audio auf das SynthID-Wasserzeichen prüfen. Es erkennt nur Wasserzeichen von Google und Partnern, ein negatives Ergebnis beweist nichts. Wir ordnen ein, was das für die Schweiz heisst.

Handgezeichnete Skizze einer blauen Lupe über einem gestempelten Dokument auf einem Schreibtisch, daneben Stempel und Ablage
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REGULIERUNG & ETHIK·6. OKTOBER 2026

OpenAI markiert ChatGPT-Texte in der EU unsichtbar

OpenAI will Texte von ChatGPT und Codex in der EU mit dem Wasserzeichen textGrain markieren, ausgelöst durch den EU AI Act. Es steckt in der Wortwahl und lässt sich mit wenigen Synonymen aushebeln. Wir ordnen ein, was das für die Schweiz heisst.

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REGULIERUNG & ETHIK·4. OKTOBER 2026

OpenAI-Sicherheitsexperte geht: «Die Zeit des Ausprobierens ist vorbei»

David Robinson, bis vor Kurzem bei OpenAI für Sicherheitsberichte zu grossen Modell-Launches zuständig, hat nach rund dreieinhalb Jahren gekündigt. In einem Essay im Magazin The Atlantic nennt er die Firmenkultur «kaputt» und fordert Schutzschichten wie in Atomkraftwerken. OpenAI sagt, man verstärke die Sicherheitsmassnahmen.

Skizze einer offenen Archivschachtel in Elektroblau, aus der lose Blätter flattern
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REGULIERUNG & ETHIK·2. OKTOBER 2026

OpenAI trennt sich laut WSJ von drei Sicherheitsforschern

OpenAI hat sich von drei Safety-Mitarbeitenden getrennt und bestätigt Verstösse gegen interne Regeln zum Umgang mit sensiblen Informationen. Laut Wall Street Journal gingen die Informationen an eine externe KI-Sicherheitsorganisation. Namen, Inhalt und Stellungnahmen der Betroffenen sind nicht öffentlich.

Mehr aus Regulierung & Ethik →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

KI senkt die bürokratische Hürde – und legt damit offen, wie viele berechtigte Ansprüche bisher an Formularen scheiterten. Die schnellste Gegenmassnahme wären Gebühren. Sie träfen genau die Falschen.

Drei Forscher haben 84 Fälle in 11 Ländern dokumentiert, in denen billig erzeugter KI-Text zu Antrags- und Beschwerdefluten bei Behörden geführt hat: Bei der britischen Wohnungs-Ombudsstelle stiegen die Beschwerden von 2'600 im Jahr 2022 auf gut 7'000 im Jahr 2025, bei der US-Verbraucherschutzbehörde CFPB verfünffachten sie sich im selben Zeitraum. Der überraschende Befund der Studie "Characterizing Agentic Flooding of Government Services", die im Oktober an der AAAI-Konferenz für KI-Ethik präsentiert wird: Es handelt sich kaum um Spam. Die Antragstellenden waren fast immer schon vorher anspruchsberechtigt – sie scheiterten bloss am Papierkram.

Wenn 2'600 Beschwerden zu 7'000 werden

Chris Schmitz, Lewis Hammond von der Cooperative AI Foundation und Alan Chan von GovAI haben für ihr Paper 2'288 Behördendienste in zwölf Ländern durchforstet – von Australien über Brasilien und Deutschland bis Südkorea. Übrig blieben 84 Fälle, die drei Bedingungen gleichzeitig erfüllten: ein plausibler Mechanismus, wie KI die Mühe des Antragstellens senkt, ein messbarer Nachfragesprung, und eine ausdrückliche Aussage von Behörden oder glaubwürdigen Dritten, dass KI der Grund sei. In 58 der 84 Fälle war es die betroffene Behörde selbst, die auf KI zeigte.

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