Microsoft gliedert Copilot in Home, Code und Autopilot – und rechnet Agenten neu pro Nutzung ab. Ein Copilot Credit kostet 0.01 Dollar, eine grössere Cowork-Aufgabe über 1500 Credits. Was das für bestehende Lizenzen und Schweizer KMU bedeutet.
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Deine bestehende Copilot-Lizenz wird nicht teurer – aber alles, was ein Agent selbstständig erledigt, läuft neu über einen Zähler, dessen Verbrauch für Autopilot und Code noch gar nicht publiziert ist.
Microsoft hat Copilot am 25. September neu gegliedert: Die App besteht künftig aus Home, Code und Autopilot – und die Rechnung kommt getrennt. Alltagsarbeit bleibt in der Pauschal-Lizenz, agentische Arbeit läuft über nutzungsbasierte Abrechnung mit sogenannten Copilot Credits. Betroffen sind laut dem Blogpost von Jared Spataro, Chief Marketing Officer AI at Work, nicht nur Autopilot und Code, sondern auch Cowork – eine Funktion, die mitten in Home steckt.
Home ist der neue Startpunkt und führt Chat und Cowork zusammen; dazu kommt «Office in Copilot», das Word, Excel und PowerPoint direkt in die Copilot-Oberfläche holt. Code lässt dich eine App, ein Dashboard oder eine Automation in normaler Sprache beschreiben – Copilot baut sie, technisch auf derselben Basis wie GitHub Copilot, abgeschottet in einer Sandbox und auf Wunsch im eigenen Firmen-Tenant gehostet.
Autopilot hiess bis vor kurzem Scout und ist der eigentliche Bruch mit dem Assistenten-Modell. Du gibst dem Agenten einen Namen, eine Rolle und ein Ziel, danach läuft er weiter: beobachtet Teams-Kanäle, hakt bei Threads nach, übernimmt wiederkehrende Arbeit und nimmt ein Projekt Tage später von selbst wieder auf. Er lebe im eigenen Tenant «mit eigener Identität, eigenem Gedächtnis, eigenem Computer und eigenem Arbeitsbereich», schreibt Microsoft. Ansprechen kannst du ihn per @-Mention in Teams, Outlook, Chats oder Dokumenten. Technisch basiert der auf dem Framework OpenClaw – das erwähnt Microsoft in dieser Ankündigung nicht, es ist aber seit der Build-Konferenz im Juni durch Computerworld und andere belegt.
Die Nutzerlizenz deckt weiterhin Chat und die Office-Apps zum Festpreis ab, inklusive Modellwahl. Cowork, Code, Autopilot und die neuen Spitzenmodelle Astra und Fable laufen über Credits – und für die gibt es eine offizielle Rate: ein Copilot Credit kostet 0.01 US-Dollar im Pay-as-you-go-Modell, wie Microsofts Copilot Credits Guide ausweist. Der Verbrauch hängt von vier Faktoren ab: Modell, Laufzeit, Kontext und benutzte Werkzeuge. Microsofts eigene Richtwerte für Cowork reichen von 70 bis 200 Credits für ein wöchentliches Status-Update über 400 bis 600 Credits für ein Kunden-Briefing aus Mails, Kalender und CRM bis zu über 1500 Credits für die Analyse von sechs Monaten Nutzungsdaten – gut 15 Dollar für einen einzigen Auftrag.
Wird Copilot damit teurer? Für bestehende Lizenzen sagt Microsoft klar: «keine Änderungen am Wert, den du bereits hast.» Die Credits kommen nicht statt, sondern zusätzlich zur Lizenz – ohne Nutzerlizenz kein Zugriff auf die Agenten. Bei Geschäftskunden bleibt die nutzungsbasierte Abrechnung ausgeschaltet, bis ein Administrator im Microsoft-365-Admin-Center eine Ausgabenrichtlinie anlegt; vorher wird nichts verrechnet. Budgets lassen sich pro Tenant, pro Gruppe und pro Nutzer deckeln.
Eine echte Änderung gibt es trotzdem: Die Pauschal-Lizenz bekommt Fair-Use-Limits. Wer sie erreicht, wird gewarnt und wählt dann zwischen dem Modell-Routing «Auto» ohne Zusatzkosten oder dem Umstieg auf Credits. Wie hoch die Limits liegen, sagt Microsoft nicht.
Für Schweizer KMU bleibt die wichtigste Zahl damit offen. Die Lizenz ist kalkulierbar: Microsoft 365 Copilot Business kostet CHF 14.57 pro Nutzer und Monat bei Jahresabrechnung – ein Aktionspreis bis Ende 2026 gegenüber CHF 17.00 regulär. Für Credits gibt es keinen Frankenpreis, und für Autopilot und Code hat Microsoft bisher überhaupt keine Verbrauchswerte publiziert; der Credits Guide führt nur Cowork, Work IQ und Copilot Studio auf. Bei einem Agenten, der rund um die Uhr läuft, ist genau das die entscheidende Lücke. Auch die Schweiz kommt in keiner Ankündigung vor: Home und Code rollen in den kommenden Wochen über das Frontier-Programm an, Autopilot geht Ende September in die private Preview, Code folgt später im Jahr als Preview für Microsoft 365 Premium und Pro – eine Länderangabe fehlt überall.
Forschende von Nvidia, NTU und MIT senken den Token-Verbrauch von Coding-Agenten um 44,7 bis 49 Prozent – ohne ein besseres Modell. Optimiert wird der Harness, die Steuerungsschicht zwischen KI und Arbeitsumgebung. Auf Terminal-Bench 4 löst das System dafür weniger Aufgaben als zuvor.