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Trump und Sanders wollen den Staat an KI-Konzernen beteiligen

Erst forderte Bernie Sanders eine 50-Prozent-Beteiligung des Staates an OpenAI, Anthropic und xAI. Jetzt springt ausgerechnet Donald Trump auf dieselbe Idee auf – mitten in der IPO-Saison der KI-Branche.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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8. JUNI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration eines Kapitols mit Waage der Justiz, kinewsletter.ch Stil
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INHALT
01Sanders' 50-Prozent-Idee02«A beautiful thing»03Ausgerechnet zur IPO-Saison
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01Sanders' 50-Prozent-Idee02«A beautiful thing»03Ausgerechnet zur IPO-Saison
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Links und rechts nähern sich in den USA der Idee an, dass die Öffentlichkeit Anteile an den grossen KI-Konzernen halten soll.

Es ist eine der seltsamsten politischen Allianzen des Jahres: Der demokratische Sozialist Bernie Sanders und Präsident Donald Trump landen plötzlich bei derselben Forderung – der Staat soll Anteile an den grössten KI-Konzernen halten.

Sanders' 50-Prozent-Idee

Sanders machte den Anfang. In einem Gastbeitrag in der New York Times und mit seinem Gesetzesentwurf «American AI Sovereign Wealth Fund Act» fordert er eine einmalige Steuer von 50 Prozent auf führende KI-Firmen – zahlbar nicht in Geld, sondern in Aktien. Betroffen wären gezielt OpenAI, Anthropic und xAI, ausdrücklich nicht Google oder Meta. Die Anteile sollen in einen staatlichen Fonds fliessen (einen sogenannten Sovereign Wealth Fund), der dem Publikum Stimmrechte und später Dividenden bringt. Seine Begründung: Diese Firmen hätten ihre Modelle mit der kreativen Arbeit von Millionen Menschen trainiert – ohne Erlaubnis oder Entschädigung.

«A beautiful thing»

Dann kam die Wende von rechts. Am 6. Juni sagte Trump vor Journalisten, die Regierung könne direkte Beteiligungen an KI-Riesen wie OpenAI, Anthropic und xAI übernehmen. «You make them a partnership in this revolution», so Trump, «it would be a beautiful thing». Damit übernimmt der Präsident faktisch die populistische Logik des Senators – auch wenn beide unterschiedliche Worte wählen. Hinter den Kulissen sind die Gespräche schon weiter: Laut übereinstimmenden Berichten hat OpenAI-Chef Sam Altman die Idee einer Staatsbeteiligung bereits direkt im Weissen Haus vorgebracht.

Ausgerechnet zur IPO-Saison

Das Timing ist heikel. Anthropic hat eben erst seine vertrauliche IPO-Einreichung bei der Börsenaufsicht SEC hinterlegt, OpenAI bereitet den eigenen Börsengang vor. Während die Konzerne mit Bewertungen nahe der Billionen-Grenze an die Börse wollen, diskutiert Washington offen darüber, ihnen die Hälfte abzunehmen. Realistisch ist eine Zwangsbeteiligung kurzfristig unwahrscheinlich – weder ein Gesetz noch ein Dekret liegen unterschriftsreif vor. Aber dass beide politischen Lager das Konzept inzwischen offen befürworten, verändert das Klima für die anstehenden Börsengänge.

Für dich heisst das: Die Frage, wem die mächtigsten KI-Systeme eigentlich gehören sollen, ist in den USA endgültig im politischen Mainstream angekommen – quer durch alle Lager.

Quellen

Fortune: Trump agrees with Bernie it might be time for partial government ownership of AI↗ EXTERNER LINKCNBC: Trump administration, OpenAI discussing possible government stake↗ EXTERNER LINKNOTUS: Senior U.S. officials eye government shares in AI giants↗ EXTERNER LINK
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