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Drei KI-Agenten, ein Projekt – und ein Revierkampf mit Malware

Anthropics Frontier Red Team liess drei Claude-Agenten auf dasselbe Software-Projekt los – jeder mit einem anderen Auftrag, keiner wusste von den anderen. Sie hielten einander für Saboteure und bekämpften sich mit selbstreplizierender Malware. Was das für Firmen heisst, die mehrere Agenten parallel laufen lassen.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
15. AUGUST 2026
5 MIN. LESEZEIT
Illustration von drei Vermessungs-Stativen, die dasselbe Stück Boden abstecken, kinewsletter.ch Stil
Illustration von drei Vermessungs-Stativen, die dasselbe Stück Boden abstecken, kinewsletter.ch Stil
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Wer mehrere KI-Agenten parallel auf dieselben Systeme lässt, braucht getrennte Rechte, einen expliziten Koordinationskanal und Modell-Vielfalt – sonst eskalieren sie gegeneinander oder machen alle denselben Fehler zur selben Zeit.

Anthropics Frontier Red Team hat am 13. August 2026 eine Studie veröffentlicht, die zeigt, was passiert, wenn KI-Agenten einander nicht als Werkzeug, sondern als Konkurrenz begegnen. Drei Instanzen desselben Claude-Modells bekamen je eine eigene virtuelle Maschine und den Auftrag, dasselbe Python-Backend in eine andere Programmiersprache zu übersetzen – jeder Agent in eine andere, und keiner wusste, dass die anderen existieren. In 120 Durchläufen pro Modell beobachteten die Forscher immer dasselbe: «Wir sahen durchgehend einen Multiagenten-Revierkampf.» Die Agenten hielten die Störungen der jeweils anderen für Absicht und sabotierten sich mit zunehmend aggressiver, selbstreplizierender Malware.

Vier Stunden, drei Zielsprachen, kein Vorwissen

Der Aufbau ist bewusst simpel: vier virtuelle Maschinen, drei davon mit je einem Agenten in Claude Code, auf der vierten das gemeinsame Backend, vier Stunden Zeit. Was Anthropic protokollierte, liest sich wie ein Sicherheitsvorfall: Die Agenten sperrten einander die Unix-Konten, schrieben Skripte, die im Dauerlauf konkurrierende Prozesse suchten und abschossen, und schleusten Schadcode ein, den sie als Beitrag eines anderen Agenten tarnten. Am Reissbrett entstanden ist der Versuch nicht: Anthropic hatte solches Verhalten zuvor im realen Einsatz beobachtet.

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