Das Pew Research Center hat 490'000 Webseiten auf KI-Spuren untersucht. Die eine Hälfte der Presse titelt «ein Drittel des Webs», die andere «zehn Prozent». Beide zitieren dieselbe Studie – und beide haben recht. Der Unterschied liegt in einem einzigen Filter.
Nvidias Forschungssystem AVO holt mit Claude Opus 5 einen perfekten Score von 100,00 auf dem öffentlichen Set des Benchmarks ARC-AGI-3. Dasselbe Modell allein kommt auf 30,16 Prozent. Den Unterschied macht nicht das Modell, sondern der Harness – das Gerüst aus Gedächtnis, Werkzeugen und Aufsicht drumherum.
Nicht die Schlagzeilenzahl ist die Nachricht, sondern der Nenner darunter. Wenn dir jemand einen Prozentwert zum KI-Anteil im Web nennt, ist die einzig relevante Rückfrage: von welchen Seiten genau?
Das Pew Research Center hat am 20. August 2026 gemessen, wie viel des Internets inzwischen mit KI geschrieben wird: 490'000 englischsprachige Webseiten aus dem Common-Crawl-Archiv, gezogen aus 49 Momentaufnahmen zwischen Januar 2021 und Juli 2026, analysiert mit dem offenen Detektor Open Pangram. Das Ergebnis kommt in zwei Zahlen: In einem Zufallssample von 10'000 Seiten aus dem Juli 2026 zeigen 10 Prozent deutliche Spuren von KI-Autorschaft. Betrachtet man nur Seiten, die nach dem ChatGPT-Start im November 2022 publiziert wurden, sind es 35 Prozent. Beide Werte stammen aus demselben Datensatz – und genau das erklärt, warum die Berichterstattung darüber auseinanderfällt.
TechCrunch titelte «A third of web pages published since ChatGPT launched were written by AI». The Next Web schrieb am selben Tag: «Pew says 10% of the web now shows signs of AI authorship». Kein Widerspruch, nur ein anderer Nenner.
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