Jeff Bezos' KI-Startup Prometheus hat 12 Milliarden Dollar eingesammelt – bei einer Bewertung von 41 Milliarden. Das Ziel: eine KI, die hilft, physische Dinge von der Brücke bis zum Triebwerk schneller zu entwerfen und zu bauen. Entwickelt wird auch in Zürich.
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Bezos wettet Milliarden darauf, dass KI nicht nur Texte schreibt, sondern hilft, die physische Welt zu bauen – mit einem Team auch in Zürich.
Jeff Bezos baut nicht mehr nur Raketen. Sein KI-Startup Prometheus hat am Donnerstag 12 Milliarden Dollar frisches Kapital eingesammelt – und der Amazon-Gründer sass dabei zum ersten Mal selbst als Co-CEO vor der Kamera, um zu erklären, woran er da eigentlich arbeitet.
Es ist Bezos' erster CEO-Posten, seit er sich 2021 von der Amazon-Spitze zurückgezogen hat. Die neue Finanzierungsrunde (eine sogenannte Series B, also die zweite grosse Geldspritze einer Firma) bewertet Prometheus mit rund 41 Milliarden Dollar. Schon bei der ersten Runde über 6,2 Milliarden war Bezos der grösste Geldgeber – und er hat auch diesmal wieder mitgezahlt.
Im Interview mit dem US-Sender CNBC gab er sich offen: «Das ist ein kapitalintensives Startup, daran gibt es keinen Zweifel.» Den Grund dafür liefert er gleich mit – das viele Geld geht in Rechenleistung und in spezielle Trainingsdaten. Ein Börsengang? «Zu früh, um darüber nachzudenken.»
Spannend ist, was Prometheus baut. Bezos nennt es einen «künstlichen Generalingenieur»: KI-Werkzeuge, die den Weg vom Entwurf bis zur Fertigung physischer Dinge drastisch verkürzen sollen – von Brücken über Chips bis zu Düsentriebwerken.
Co-CEO Vik Bajaj bringt das Beispiel eines Flugzeugtriebwerks: Heute brauchen ganze Ingenieursteams ein Jahrzehnt oder länger, um so etwas zu entwerfen, zu testen und zu bauen.
Was sich in den letzten Jahren geändert hat, ist die Fähigkeit, selbst etwas so Kompliziertes von Anfang bis Ende als ein einziges KI-Problem zu formulieren.
Anders als viele andere KI-Firmen geht es Prometheus also nicht um Chatbots oder Bilder, sondern um die reale, gebaute Welt.
Hinter der Runde stehen klingende Namen aus der Finanzwelt: JPMorgan, BlackRock, Goldman Sachs, DST Global und Arch Venture Partners. Bezos soll laut Berichten zusätzlich einen verbundenen Fonds von bis zu 100 Milliarden Dollar aufbauen wollen, um Fertigungsfirmen ganz oder teilweise zu übernehmen und mit der eigenen Technik aufzurüsten.
Für die Schweiz hat die Sache einen direkten Bezug: Prometheus beschäftigt erst rund 150 Mitarbeitende, mit Sitz in San Francisco und Teams in London und Zürich. Der Werkplatz Schweiz mit seiner Präzisionsindustrie ist also schon jetzt Teil von Bezos' Wette – und falls die KI hält, was sie verspricht, könnte ausgerechnet die hiesige Ingenieurskultur zu den ersten Anwendern gehören. Ein Produktdatum nannten die beiden Chefs allerdings noch nicht. Nur so viel: Erste Auslieferungen seien in Vorbereitung.