NewsKategorienWissenNewsletter-ArchivEvents
AnmeldenKostenlos abonnieren
JEDEN MONTAG
Die wichtigsten KI-News der Woche — in 5 Minuten.

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

FOLGE UNS
LIXIG
NAVIGATION
KI NewsArchivNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt
KATEGORIEN
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
WISSEN & REFERENZ
KI-GlossarKI-Events SchweizEvent einreichenLLM-VergleichSchweizer KI-StartupsFirmen & OrganisationenKI-Regulierung SchweizKI-Rechenzentren SchweizKI in der VerwaltungApertus in der Praxis
RECHTLICHES
ImpressumDatenschutzAGB
© 2026 Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz
Ein Produkt von InooSwiss Made Software
HOME·NEWS·REGULIERUNG & ETHIK

Bill Gates warnt vor «einer Milliarde Toten» – Schweizer Forscher widersprechen

Bill Gates hat in der NBC-Sendung «Meet the Press» gesagt, KI sei mächtig genug, um Ereignisse mit «einer Milliarde Toten» auszulösen. Zwei Schweizer Forscher halten dagegen: Christian Hoffmann von der Universität Zürich und Marcel Salathé von der EPFL sehen das Ende der Menschheit nicht kommen – und Hoffmann vermutet hinter den Warnrufen auch Geschäftsinteressen.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
27. SEPTEMBER 2026
4 MIN. LESEZEIT
Illustration eines leeren Hörsaals mit einzelnem Mikrofon am Rednerpult, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines leeren Hörsaals mit einzelnem Mikrofon am Rednerpult, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01«Nie eine so mächtige Waffe»02Aus Zürich und Lausanne kommt ein Nein03Die Schweiz als Sandkasten
INHALT
01«Nie eine so mächtige Waffe»02Aus Zürich und Lausanne kommt ein Nein03Die Schweiz als Sandkasten
Inoo GmbH
Präsentiert & entwickelt von
kinewsletter.ch ist ein Projekt der Inoo GmbH

KI-Beratung und Softwareentwicklung aus dem St. Galler Rheintal.

inoo.ch →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Gates liefert die bislang konkreteste Opferzahl der KI-Debatte – doch zwei Schweizer Forscher halten die Apokalypse-Rhetorik für unbelegt und lesen darin auch ein Wettbewerbsinstrument der Grosskonzerne.

Bill Gates hat der KI-Debatte am 25. September 2026 eine Zahl gegeben: Künstliche Intelligenz sei «mächtig genug, um Ereignisse auszulösen, die eine Milliarde Tote verursachen». Gesagt hat er das im Interview mit Kristen Welker für die NBC-Sendung «Meet the Press» – NBC News veröffentlichte den Ausschnitt am Freitag, das vollständige Gespräch lief am Sonntag. Einen Tag später stellt ein SRF-Beitrag zwei Schweizer Forscher dagegen: Christian Hoffmann von der Universität Zürich und Marcel Salathé von der EPFL halten das beschworene Ende der Menschheit für unbelegt.

«Nie eine so mächtige Waffe»

Gates' Begründung ist nicht die entfesselte Maschine, sondern der Mensch dahinter. «Es gab noch nie eine Waffe, die so mächtig ist wie die Kombination aus Leuten mit schlechten Absichten und den neuesten KI-Werkzeugen», sagte er gegenüber NBC. Selbstregulierung der Branche genüge nicht, Strafverfolgung und Politik müssten mitreden – ob es Gesetze brauche, bejahte er mit «absolut».

Neu ist dabei weniger die Warnung als der Absender: Gates galt bisher als die nüchterne Stimme im Feld. Bereits Ende August hatte er in einem Memo geschrieben, beim aktuellen Tempo bestehe «eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für ein unterm Strich negatives Ergebnis», wie Axios berichtete. Laut SRF nennt Gates drei Gefahren konkret: Terroristen, die mit KI Biowaffen entwickeln, KI, die Menschen in psychische Abhängigkeiten führt, und Gesellschaften, die auf beides nicht vorbereitet sind.

Aus Zürich und Lausanne kommt ein Nein

Christian Hoffmann forscht am Ethik-Zentrum der Universität Zürich zu KI und leitet das AI-Startup-Center der Stiftung Technopark Zürich. Im SRF-Beitrag wird er deutlich:

«Die Spekulationen, wonach wir vor dem Durchbruch menschengleicher KI stehen, die technologische Singularität erreicht ist und sogar das Ende der Menschheit heraufbeschworen wird: Das alles sehe ich nicht.»

Hoffmann stellt zudem die Motive der Mahner in Frage: «Bei diesen Rufen nach regulatorischen Eingriffen geht es womöglich auch darum, Konkurrenz zu verbieten und die eigenen Monopole zu stärken.» Das grössere Risiko sieht er in der Konzentration – platze eine Blase rund um die grossen Techkonzerne, werde «viel mehr Geld vernichtet, als wenn ein Start-up an die Wand fährt».

Marcel Salathé, Professor an der EPFL und Co-Direktor des dortigen AI Center, äusserte sich laut SRF gegenüber Tamedia-Zeitungen ähnlich: Sterben würden wir, aber nicht wegen KI – «im Gegenteil: Dank KI und ihrer Rolle im Gesundheitswesen werden wir länger leben», so der Wortlaut, den Blick wiedergibt. Die Untergangsrhetorik nennt er «ein Bauchgefühl ohne jede wissenschaftliche Grundlage» – und den beliebten Vergleich mit der Atombombe lässt er nicht gelten: «Oppenheimer hatte tatsächlich eine Todesmaschine gebaut: mit Absicht und Auftrag. Die KI mit einer Atombombe zu verwechseln, ist ein kategorischer Fehler.»

Wie weit die Lager auseinanderliegen, zeigt eine Zahl von der Gegenseite: Evan Hubinger, Leiter der Sicherheitsforschung beim KI-Labor Anthropic, beziffert die Wahrscheinlichkeit eines KI-verursachten Massensterbens innerhalb von zehn Jahren auf über 10 Prozent. Zwischen «über 10 Prozent» und «sehe ich nicht» liegt keine Messung, sondern eine Einschätzung.

Die Schweiz als Sandkasten

Statt Verboten schlägt Hoffmann etwas anderes vor: Die Schweiz wäre laut SRF für ihn «der perfekte Sandkasten» – mit ihren Hochschulen und talentierten Köpfen, um bei KI-Innovationen führend zu werden. Unternehmen sollten experimentieren und Technologien testen; das funktioniere von unten nach oben und nahe an den Bedürfnissen der Gesellschaft.

Für dich heisst das: Die Debatte dieser Woche spricht fast ausschliesslich aus dem Silicon Valley. Der Blick aus Zürich und Lausanne ist nicht sanfter, sondern anders gelagert – er richtet sich weniger auf die Maschine als auf jene, die vor ihr warnen und gleichzeitig den Markt besetzen. Salathés eigene Sorge klingt entsprechend nüchtern: KI werde garantiert auch in die Hände von Diktatoren fallen – und die Schweiz werde sich schlecht behaupten, wenn sie sich keine eigenständige KI leisten wolle.

Quellen

Optimismus statt Apokalypse: In der KI-Branche herrscht nicht nur Untergangsstimmung – SRF↗ EXTERNER LINKBill Gates says AI 'powerful enough' to cause 'a billion deaths' – NBC News, Meet the Press↗ EXTERNER LINKBill Gates on AI companies self-regulating and governments monitoring – NBC News↗ EXTERNER LINKBill Gates warns AI could cause a billion deaths – Axios↗ EXTERNER LINKBill Gates Warns AI Is 'Powerful Enough' To Cause 'A Billion Deaths' – Forbes↗ EXTERNER LINKExperten entwarnen: Werden wir alle sterben? Das steckt hinter der KI-Panik – Blick↗ EXTERNER LINKBill Gates sounds the alarm on an AI transition – Axios↗ EXTERNER LINK
FIRMEN IN DIESEM ARTIKEL
EPFLAnthropic
TEILEN
LinkedIn→X / Twitter→E-Mail→
KOSTENLOS ABONNIEREN
Diese News jeden Montag in dein Postfach?

WEITERLESENDas könnte dich auch interessieren.

Handgezeichnete Skizze eines Schalters mit blauer Hinweisbox, blauem Wählscheibentelefon mit abgehobenem Hörer, Schreibtischlampe und Papierstapel
Handgezeichnete Skizze eines Schalters mit blauer Hinweisbox, blauem Wählscheibentelefon mit abgehobenem Hörer, Schreibtischlampe und Papierstapel
REGULIERUNG & ETHIK·10. OKTOBER 2026

Anthropic-Modell meldet der Polizei einen erfundenen Mordhinweis

Ein Testlauf mit Claude Haiku 4.5 reichte im Juli einen falschen Hinweis zu einem ungelösten Mordfall bei der Polizei von Philadelphia ein. Anthropic schaltet das Internet für interne Tests ab, das Weisse Haus verlangt Meldungen. Wir ordnen ein, was das für Firmen mit KI-Agenten heisst.

Handgezeichnete Skizze eines Schulflurs mit Spinden, Bank und Rucksack, auf dem ein Smartphone mit blauem Bildschirm liegt
Handgezeichnete Skizze eines Schulflurs mit Spinden, Bank und Rucksack, auf dem ein Smartphone mit blauem Bildschirm liegt
REGULIERUNG & ETHIK·8. OKTOBER 2026

«Unannehmbares Risiko»: Studie zu ChatGPT for Teens

Common Sense Media stuft ChatGPT for Teens als unannehmbares Risiko ein: Elternalarme blieben aus, Krisenverweise fehlten oft, der Lernmodus liess sich umgehen. OpenAI bestreitet die Methodik. Wir ordnen ein, was das für Familien in der Schweiz heisst.

Handgezeichnete Skizze eines Prüftischs mit UV-Lampe über einem blau leuchtenden Foto, daneben Lupe, Stempelkissen und Ablage
Handgezeichnete Skizze eines Prüftischs mit UV-Lampe über einem blau leuchtenden Foto, daneben Lupe, Stempelkissen und Ablage
REGULIERUNG & ETHIK·8. OKTOBER 2026

Googles KI-Detektor ist jetzt für alle offen

Google öffnet den SynthID Detector für alle: Auf synthid.com lassen sich Bilder, Videos und Audio auf das SynthID-Wasserzeichen prüfen. Es erkennt nur Wasserzeichen von Google und Partnern, ein negatives Ergebnis beweist nichts. Wir ordnen ein, was das für die Schweiz heisst.

Handgezeichnete Skizze einer blauen Lupe über einem gestempelten Dokument auf einem Schreibtisch, daneben Stempel und Ablage
Handgezeichnete Skizze einer blauen Lupe über einem gestempelten Dokument auf einem Schreibtisch, daneben Stempel und Ablage
REGULIERUNG & ETHIK·6. OKTOBER 2026

OpenAI markiert ChatGPT-Texte in der EU unsichtbar

OpenAI will Texte von ChatGPT und Codex in der EU mit dem Wasserzeichen textGrain markieren, ausgelöst durch den EU AI Act. Es steckt in der Wortwahl und lässt sich mit wenigen Synonymen aushebeln. Wir ordnen ein, was das für die Schweiz heisst.

Skizze eines leeren Bürostuhls mit übergehängter Jacke vor einem Schaltpult, Stuhl in Elektroblau akzentuiert
Skizze eines leeren Bürostuhls mit übergehängter Jacke vor einem Schaltpult, Dark-Variante
REGULIERUNG & ETHIK·4. OKTOBER 2026

OpenAI-Sicherheitsexperte geht: «Die Zeit des Ausprobierens ist vorbei»

David Robinson, bis vor Kurzem bei OpenAI für Sicherheitsberichte zu grossen Modell-Launches zuständig, hat nach rund dreieinhalb Jahren gekündigt. In einem Essay im Magazin The Atlantic nennt er die Firmenkultur «kaputt» und fordert Schutzschichten wie in Atomkraftwerken. OpenAI sagt, man verstärke die Sicherheitsmassnahmen.

Skizze einer offenen Archivschachtel in Elektroblau, aus der lose Blätter flattern
Skizze einer offenen Archivschachtel in Elektroblau, aus der lose Blätter flattern
REGULIERUNG & ETHIK·2. OKTOBER 2026

OpenAI trennt sich laut WSJ von drei Sicherheitsforschern

OpenAI hat sich von drei Safety-Mitarbeitenden getrennt und bestätigt Verstösse gegen interne Regeln zum Umgang mit sensiblen Informationen. Laut Wall Street Journal gingen die Informationen an eine externe KI-Sicherheitsorganisation. Namen, Inhalt und Stellungnahmen der Betroffenen sind nicht öffentlich.

Mehr aus Regulierung & Ethik →