Anthropic hat am 25. August 2026 die Gedächtnisse von Claude-Chat und Claude Cowork zusammengelegt: Was du im Chat erzählst, weiss ab sofort auch der Agent — und umgekehrt. Auf Free, Pro und Max ist die Funktion standardmässig aktiv, auf Team und Enterprise nicht. Sensible Themen wie Gesundheit oder Religion bleiben aussen vor, bis du sie ausdrücklich freischaltest.
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Ein sitzungsübergreifendes Gedächtnis, das standardmässig mitläuft, verschiebt die Datenschutzfrage vom «Ob» zum «Was steht drin» — und genau das kannst du bei Claude jetzt Zeile für Zeile nachlesen und löschen.
Anthropic hat am 25. August 2026 die bis dahin getrennten Gedächtnisse von Claude-Chat und Claude Cowork zu einem einzigen zusammengelegt. Was Claude im Chat über dich gelernt hat, steht ab sofort auch dem Arbeits-Agenten Cowork zur Verfügung — und umgekehrt. Auf Free-, Pro- und Max-Konten ist das Gedächtnis laut Anthropic standardmässig eingeschaltet; auf Team- und Enterprise-Plänen bleibt es aus, bis ein Owner es für die Organisation freigibt.
Die zweite, unauffälligere Änderung ist die interessantere: Claude legt Erinnerungen neu laufend während des Gesprächs an, statt die Konversation am Ende zusammenzufassen. Erwähnst du, dass ein Projekttermin auf September gerutscht ist, weiss das die nächste Unterhaltung — ohne dass du «merk dir das» sagen musst. Der Moment am Gesprächsende, an dem man sich überlegen konnte, ob der Austausch überhaupt gespeichert werden soll, fällt damit weg.
Ein Detail, das in den meisten Berichten untergeht: Das gemeinsame Gedächtnis greift nur, wenn Cowork in der Cloud läuft. Cowork-Sitzungen, die lokal auf deinem Rechner laufen, nutzen laut Anthropics Support-Artikel gar kein Gedächtnis.
Standardmässig speichert Claude keine Themen rund um Gesundheit, Herkunft, Ethnie, religiöse Überzeugungen, Politik oder Geschlechtsidentität. Wer will, aktiviert in den Einstellungen «Include sensitive topics in memory» — danach zeigt die App bei jedem gespeicherten sensiblen Eintrag einen Hinweis, rückwirkend wird nichts nachgetragen. Vier Kategorien speichert Claude gemäss Anthropic nie, auch mit aktiviertem Schalter nicht: amtliche Ausweisnummern, Vorstrafen, Finanzkontonummern und Aufenthaltsstatus.
Für Schweizer Nutzende ist diese Aufzählung mehr als eine Produktentscheidung. Artikel 5 des revidierten Datenschutzgesetzes zählt Daten über Gesundheit, über religiöse, weltanschauliche und politische Ansichten sowie über die Zugehörigkeit zu einer Rasse oder Ethnie zu den «besonders schützenswerten Personendaten». Und wo eine Einwilligung nötig ist, muss sie für solche Daten nach Artikel 6 Absatz 7 ausdrücklich erfolgen. Anthropics Opt-in-Schalter passt damit ziemlich genau auf die Schweizer Systematik.
Für Firmen heisst das: Die Entscheidung liegt bei der Compliance, nicht bei der einzelnen Mitarbeiterin. Schaltet ein Owner das Gedächtnis später wieder ab, löscht Anthropic sämtliche Einträge der Organisation unwiderruflich.
Der Schalter sitzt unter Einstellungen > Memory. Dort liegt jede Erinnerung als eigene Datei unter «Topics» — lesbar, editierbar, einzeln löschbar. «Pause» friert das Gedächtnis ein, «Reset» löscht alles endgültig; für eine einzelne Unterhaltung gibt es den Inkognito-Chat. Wer noch das alte Gedächtnis hatte: Der Export der Legacy-Daten ist nur noch bis zum 9. September 2026 möglich. Claude Code bleibt vorerst aussen vor — dessen Gedächtnis ist weiterhin getrennt.