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Google gibt Verlagen einen Knopf gegen den Traffic-Schwund

Google hat am 20. August einen einbettbaren Knopf für Verlage vorgestellt: Ein Klick macht die Website zur bevorzugten Quelle in Suche, AI Overviews und KI-Modus – und schickt die Lesenden sofort dorthin zurück, wo sie waren. Über 600'000 Quellen sind laut Google bereits markiert. Die Funktion ist global verfügbar, also auch in der Schweiz.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
22. AUGUST 2026
3 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze eines überdimensionierten runden elektroblauen Druckknopfs auf einem Holztresen, dahinter ein Stapel gefalteter Zeitungen und eine kleine Messingklingel, kinewsletter.ch Stil
Handgezeichnete Skizze eines überdimensionierten runden elektroblauen Druckknopfs auf einem Holztresen, dahinter ein Stapel gefalteter Zeitungen und eine kleine Messingklingel, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Zwei Zeilen HTML02Ja, auch in der Schweiz038 statt 15 Prozent04Der Aufwand wandert zum Verlag
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01Zwei Zeilen HTML02Ja, auch in der Schweiz038 statt 15 Prozent04Der Aufwand wandert zum Verlag
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Der Button ist kein Ausgleich für die Klicks, die KI-Antworten wegnehmen – er verlagert die Arbeit zum Verlag, der seine Leserschaft nun aktiv um die Markierung bitten muss. Belastbar unabhängig belegt ist nur das Problem: Pew misst 8 statt 15 Prozent Klickrate, wenn eine KI-Zusammenfassung erscheint. Googles «doppelt so wahrscheinlich» ist eine Hauszahl.

Google hat am 20. August 2026 einen einbettbaren «Preferred Sources»-Button vorgestellt, den Verlage direkt auf ihre eigenen Seiten setzen können. Ein Klick markiert die Website im Google-Konto der Lesenden als bevorzugte Quelle – und schickt sie sofort an die Stelle im Artikel zurück, an der sie waren. Wer so markiert ist, taucht danach häufiger und mit einem «Preferred»-Etikett in den Top Stories, in den AI Overviews und im KI-Modus auf. Laut Mrinalini Loew, General Manager im Google-Search-Ökosystem, haben Nutzerinnen und Nutzer bereits über 600'000 einzelne Quellen ausgewählt.

Zwei Zeilen HTML

Der technische Aufwand ist überschaubar. Googles Search-Central-Dokumentation nennt einen Script-Tag – am besten im <head> – und ein leeres <div> an der gewünschten Stelle. Mehr braucht es nicht. Der Knopf übersetzt sich automatisch in die Sprache des Browsers und lässt sich hell oder dunkel einfärben.

Wer kein JavaScript einbauen kann oder will, nutzt stattdessen einen Deeplink auf google.com/preferences/source – der funktioniert auch im Newsletter oder in Social Posts. Eine Einschränkung gibt es: Nur Domains und Subdomains sind zulässig. Ein Unterverzeichnis wie beispiel.ch/blog lässt sich nicht als bevorzugte Quelle markieren.

Ja, auch in der Schweiz

Das ist der Punkt, an dem viele Google-Neuerungen scheitern – hier nicht. Die Search-Central-Doku hält ausdrücklich fest, dass Preferred Sources für Top Stories «global in allen Sprachen verfügbar» ist, in denen es die Google-Suche gibt. Für AI Overviews und KI-Modus gilt es dort, wo diese Funktionen laufen – und der KI-Modus ist in der Schweiz seit dem 8. Oktober 2025 aktiv, wie 20 Minuten damals meldete.

Die Deeplink-Variante ist hierzulande längst im Einsatz: 20 Minuten setzt unter die Autorenzeile seiner Artikel einen Link «Bevorzugte Quelle», der genau auf diese Google-Einstellungsseite führt.

8 statt 15 Prozent

Warum Google das anbietet, zeigt eine Zahl des Pew Research Center: Erscheint auf einer Ergebnisseite eine KI-Zusammenfassung, klicken Nutzende nur noch in 8 Prozent der Fälle auf ein reguläres Suchergebnis – ohne Zusammenfassung sind es 15 Prozent. Auf einen Link innerhalb der KI-Antwort klicken sie in gerade einmal 1 Prozent der Besuche. Grundlage sind 68'879 Google-Suchen von 900 US-Erwachsenen aus dem März 2025, also amerikanische Daten.

Google wirbt damit, dass Lesende doppelt so häufig zu einer bevorzugten Quelle durchklicken – eine Hauszahl, unabhängig nicht überprüft. Belegt ist das Wachstum: Ende April meldete Google 200'000 markierte Quellen, Ende Mai 345'000, jetzt über 600'000.

Der Aufwand wandert zum Verlag

Dazu kommen zwei kleinere Neuerungen: Im Discover-Feed sollen Nutzende in den kommenden Tagen über das Drei-Punkte-Menü in eigenen Worten sagen können, welche Themen sie mehr oder weniger sehen wollen. Und die Audio-Briefings der Google-News-App auf Android lassen sich nach Themen kuratieren.

Am Grundproblem ändert der Knopf nichts – er verschiebt nur, wer die Arbeit hat. Es ist die zweite Geste dieser Art in wenigen Monaten: Im Juni erlaubte Google Websites unter dem Druck der britischen Wettbewerbsbehörde CMA, sich aus KI-Suchergebnissen auszuklinken, wie Engadget anmerkt.

Für dich heisst das: Wenn du willst, dass die Medien, die du wirklich liest, in deiner Google-Suche auftauchen, musst du das künftig einmal aktiv sagen. Von allein passiert es nicht.

Quellen

Personalize the content you see on Search, Discover, and News – Google (The Keyword)↗ EXTERNER LINKHelp your readers find your site through preferred sources in Google Search – Google Search Central↗ EXTERNER LINKPreferred Sources is now available in all languages – Google (The Keyword)↗ EXTERNER LINKNew ways to find your favorite sources and original content in AI Search – Google (The Keyword)↗ EXTERNER LINKGoogle gives publishers a new way to fight AI-driven traffic losses – TechCrunch↗ EXTERNER LINKGoogle now allows you to add your favorite news sources to Search – Engadget↗ EXTERNER LINKGoogle users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results – Pew Research Center↗ EXTERNER LINKGoogle aktiviert KI-Modus in der Schweiz – 20 Minuten↗ EXTERNER LINKGoogle Preferred Source Button Improved For Publishers – Search Engine Roundtable↗ EXTERNER LINK
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