Googles AI Mode kann seit dem 27. August Flugpreise überwachen, Meilenpreise anzeigen und Hotels direkt im Chat buchen. Die Buchung läuft vorerst nur in den USA und nur auf Englisch. Bezahlt wird per Google Pay – haften tut trotzdem das Hotel.
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Die Suche wird zur Buchungsschicht, ohne die Verantwortung zu übernehmen: Google vermittelt und kassiert nicht, entscheidet aber, welche Hotels du überhaupt zu sehen bekommst.
Google hat am 27. August drei Reisefunktionen in den AI Mode seiner Suche eingebaut: Flugpreis-Alarm, Meilenpreise und – zum ersten Mal – eine vollständige Hotelbuchung samt Bezahlung im Chat. Die Buchung startet laut Google nur in den USA und nur auf Englisch, das Preis-Tracking dagegen in über 180 Ländern. Damit rückt die Suche selbst an die Stelle, an der bisher Booking.com und Expedia standen.
Für dich in der Schweiz heisst das dreierlei. Die Hotelbuchung fällt aus – Google nennt ausdrücklich nur die USA und Englisch, mit zehn Startpartnern von Booking.com über Marriott bis Trip.com.
Das Flugpreis-Tracking und die Meilenpreise dürften dagegen ankommen. Google schreibt in den Fussnoten, das Preis-Tracking gelte in allen unterstützten AI-Mode-Ländern und -Sprachen mit Ausnahme des Europäischen Wirtschaftsraums; bei den Meilenpreisen nennt Google alle unterstützten Standorte und schränkt nur einzelne der gezeigten Funktionen für den EWR ein. Die Schweiz steht auf Googles offizieller Länderliste – Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch inklusive – und ist kein EWR-Mitglied. Nachbar Liechtenstein wäre es. Wichtig: Das ist eine Ableitung aus Googles eigener Dokumentation. Google nennt die Schweiz an keiner Stelle direkt, und einen unabhängigen Test aus der Schweiz gibt es bislang nicht.
Bei den Meilen sind zum Start nur US-Programme dabei. Für die kommenden Wochen kündigt Google unter anderem die Lufthansa Group an – zu der auch Swiss gehört. Ob deren Miles-&-More-Konten gemeint sind, sagt Google nicht.
Der interessanteste Teil steht im Kleingedruckten. Wer im AI Mode auf «Continue on Google» tippt, wählt Zimmertyp und Stornobedingungen im Chat und zahlt mit Google Pay. Laut Google agiert dabei aber das Hotel beziehungsweise die Buchungsplattform als «merchant of record» und übernimmt den Kundenservice. Heisst: Der Partner belastet die Karte, verschickt die Bestätigung, bearbeitet Umbuchungen und Reklamationen. Google ist nur die Kasse im Vorraum.
Die Reise-Fachpublikation Skift hält fest, dass Google die Technik zwar als «agentisch» verkauft, selbst aber betont, die KI buche nicht eigenständig. Skift hebt zudem einen zweiten Punkt hervor: Google gibt den Partnern nur das absolute Minimum weiter – Name, Zahlung, Belegung, Objekt. Der Gesprächsverlauf, die Vorlieben, der ganze Weg zur Entscheidung bleiben bei Google, auch aggregiert. Die Partner verkaufen das Zimmer und sehen trotzdem weniger als vorher.
Angekündigt hatte Google agentische Reisebuchung im November 2025, der Launch kommt also rund neun Monate später. Unabhängig überprüft ist bisher nichts: TechCrunch, Skift, Search Engine Journal und 9to5Google berichten alle auf Basis der Google-Mitteilung und Googles eigener Screenshots. Search Engine Journal weist ausserdem darauf hin, dass Google offenlässt, nach welchen Kriterien die Hoteloptionen sortiert werden und welches Reporting die Partner erhalten. Flugtickets kauft man weiterhin ausserhalb des AI Mode, ein Datum dafür nennt Google nicht.
Schweizer Hotels haben 2022 einen Punkt gewonnen: Seit dem 1. Dezember 2022 verbietet Artikel 8a des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb die Paritätsklauseln der Buchungsplattformen. Sie dürfen auf der eigenen Website seither günstiger sein als auf Booking.com.
Nur nützt dieser Spielraum wenig, wenn die Auswahl eine Ebene höher passiert. Wandert die Buchung in die Suche, entscheidet nicht mehr die Plattform-AGB, sondern Googles Sortierung darüber, wer überhaupt im Vorschlagsfenster auftaucht. Es ist dieselbe Bewegung, die wir vergangene Woche bei den Verlagen gesehen haben – nur trifft sie diesmal die Hotellerie.