NewsKategorienWissenNewsletter-ArchivEvents
AnmeldenKostenlos abonnieren
JEDEN MONTAG
Die wichtigsten KI-News der Woche — in 5 Minuten.

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

FOLGE UNS
LIXIG
NAVIGATION
KI NewsArchivNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt
KATEGORIEN
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
WISSEN & REFERENZ
KI-GlossarKI-Events SchweizEvent einreichenLLM-VergleichSchweizer KI-StartupsFirmen & OrganisationenKI-Regulierung SchweizKI-Rechenzentren SchweizKI in der VerwaltungApertus in der Praxis
RECHTLICHES
ImpressumDatenschutzAGB
© 2026 Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz
Ein Produkt von InooSwiss Made Software
HOME·NEWS·KI-FORSCHUNG

Googles WeatherNext 3 rechnet das Wetter jede Stunde neu

Google DeepMind hat ein globales KI-Wettermodell vorgestellt, das rohe Satellitendaten direkt verarbeitet und stündlich neu rechnet. Was die Zahlen taugen — und was das im Alpenraum bedeutet.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
7. SEPTEMBER 2026
4 MIN. LESEZEIT
Illustration einer Parabolantenne auf einem Bergkamm mit Wettermast und Wolkenbank, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Parabolantenne auf einem Bergkamm mit Wettermast und Wolkenbank, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Sechs Stunden warten war gestern02Was die Zahlen wirklich sagen03Fünf Kilometer sind im Alpenraum grob
INHALT
01Sechs Stunden warten war gestern02Was die Zahlen wirklich sagen03Fünf Kilometer sind im Alpenraum grob
in
PARTNER · INOO GMBH
Wie viel KI verträgt dein Betrieb? In 30 Minuten Klartext.

Kostenloses Erstgespräch — herstellerneutral, direkt aus dem Rheintal.

Gespräch buchen →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Der Bruch liegt nicht in der Auflösung, sondern in der Datenquelle: WeatherNext 3 wartet nicht mehr auf die 6-Stunden-Analyse der Wetterdienste. Für die Schweiz bleibt MeteoSchweiz' 1-km-Regionalmodell im Nahbereich trotzdem feiner.

Google DeepMind und Google Research haben am 3. September WeatherNext 3 vorgestellt — ein globales KI-Wettermodell, das laut den Forschenden erstmals rohe Satellitendaten direkt verarbeitet, statt auf die alle sechs Stunden fertige Physik-Rechnung der Wetterdienste zu warten. Das Modell läuft ab sofort in der Google-Suche, in Maps, in der Gemini-App und über die Maps Platform Weather API.

Sechs Stunden warten war gestern

Der wichtigste Unterschied steckt nicht in der Auflösung, sondern in der Datenquelle. Bisherige KI-Wettermodelle — auch WeatherNext 2 — lernen und starten ausschliesslich auf der sogenannten Analyse: einem physikalisch gerechneten Zustandsbild der Atmosphäre, das Wetterdienste alle sechs Stunden erstellen. Bis so eine Analyse verteilt ist, ist sie laut dem Forschungspapier zwischen sechs und zwölf Stunden alt.

WeatherNext 3 zieht zusätzlich ein Mosaik aus geostationären Satellitenbildern über elf Spektralkanäle direkt ins Modell — mit einer Latenz von knapp einer Stunde. Dadurch kann das System jede Stunde eine neue Vorhersage starten. DeepMind gibt dafür einen latenzbereinigten Vorsprung von rund drei Stunden beim Niederschlag an. heise ordnet den realistischen Zeitgewinn im Alltag eher bei zwei bis drei Stunden ein.

Was die Zahlen wirklich sagen

Google beschreibt WeatherNext 3 als das bisher genaueste globale Wettermodell. Die Kennzahlen dazu stammen mit einer Ausnahme aus DeepMinds eigener Auswertung:

  • Auflösung: Das native Modellgitter liegt bei 0,1 Grad, also rund 11 Kilometern — damit auf dem Niveau des Ensembles des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF). Temperatur und Feuchte gibt ein separater Stationskopf auf einem 0,05-Grad-Raster aus, also etwa 5 Kilometern. WeatherNext 2 rechnete auf 25 Kilometern in Sechs-Stunden-Schritten.

WEITERLESENDas könnte dich auch interessieren.

Illustration eines Papierturms hinter einem aufgeschlagenen Buch auf einem Lesepult, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Papierturms hinter einem aufgeschlagenen Buch auf einem Lesepult, kinewsletter.ch Stil
  • Horizont und Ensemble: 15 Tage, 64 Ensemble-Mitglieder. Ein Ensemble ist ein Bündel leicht unterschiedlicher Rechnungen, aus dem sich Wahrscheinlichkeiten ableiten lassen.
  • Rechenzeit: Ein einzelnes Ensemble-Mitglied braucht laut Papier rund 6,3 Minuten auf vier TPUv5p-Chips. Kein Supercomputer, sondern eine Handvoll Beschleuniger.
  • Niederschlag: Bis zu 60 Prozent besser als WeatherNext 2 gemessen am Satellitenprodukt IMERG — aber ausdrücklich nur für kurze Vorlaufzeiten.
  • Gegen ECMWF: In einer sechswöchigen Echtzeitprüfung im Juli und August 2026 lag WeatherNext 3 bei den Höhenvariablen im Schnitt rund 10 Prozent vor dem KI-Modell AIFS ENS v2 des ECMWF. Die Autoren warnen selbst davor, aus sechs Wochen zu viel abzuleiten.
  • Die einzige unabhängige Bestätigung liefert Operational WeatherBench, ein Live-Ranking des Startups Brightband. Dort liegt WeatherNext 3 laut TechCrunch derzeit vorn — vor KI-Modellen von Google, Microsoft, Nvidia und ECMWF und vor den klassischen Prognosen des US-Wetterdienstes.

    Ehrlicherweise gehört auch die Kehrseite dazu: Bei Wirbelstürmen fällt der Fortschritt gegenüber dem Vorgänger klein aus, teilweise ist er negativ. Und das Papier beschreibt sichtbare Artefakte — wabenförmige Muster aus der Gitterstruktur des Modells, vor allem beim Niederschlag.

    Fünf Kilometer sind im Alpenraum grob

    Für dich als Nutzerin oder Nutzer heisst das zunächst: Die Wetterangaben in Suche und Maps werden bei Planung über einen Tag hinaus laut Google bis zu 50 Prozent treffsicherer beim Niederschlag.

    Für die Schweiz lohnt aber ein zweiter Blick. MeteoSchweiz betreibt mit ICON-CH1-EPS ein Regionalmodell mit rund 1 Kilometer Gitterweite, 11 Ensemble-Mitgliedern und einem neuen Lauf alle drei Stunden. Gegen dieses Relief-Niveau ist ein globales 5-Kilometer-Raster grob — ein Alpental ist oft schmaler als eine einzige Gitterzelle. Google nennt als Hauptnutzniesser denn auch ausdrücklich Regionen in Lateinamerika, Afrika und Asien-Pazifik, wo solche Regionalmodelle fehlen.

    Trotzdem ist der Ansatz für Bergregionen interessant: WeatherNext 3 lernt direkt auf Messungen einzelner Wetterstationen und berücksichtigt dabei deren Höhenlage. Laut Papier sinkt der Fehler selbst an Stationen, die das Modell im Training nie gesehen hat. Eine alpenspezifische Auswertung fehlt in allen bisher verfügbaren Unterlagen — ob das im Schweizer Gelände trägt, ist offen.

    Dass Deep Learning in der Meteorologie angekommen ist, hat MeteoSchweiz Ende August mit den neuen Gewitterwarnungen gezeigt. WeatherNext 3 zielt auf die andere Skala: global, mittelfristig, stündlich aktualisiert. Für amtliche Warnungen bleiben laut Google weiterhin die nationalen Wetterdienste massgeblich — das Modell läuft ausdrücklich als experimentelles System. Herunterladen kannst du die Vorhersagedaten, nicht das Modell: über BigQuery, Earth Engine und Google Cloud Storage.

    Quellen

    Introducing WeatherNext 3 (Google DeepMind)↗ EXTERNER LINKWeatherNext 3 (arXiv 2609.03582)↗ EXTERNER LINKGoogle's latest AI weather model (TechCrunch)↗ EXTERNER LINKGoogle WeatherNext 3: KI-Wettervorhersage wird präziser (heise online)↗ EXTERNER LINKOperational WeatherBench (Brightband)↗ EXTERNER LINKMeteoSwiss ICON-CH1/2-EPS Open Data Docs↗ EXTERNER LINKBuild with WeatherNext (Google Developers)↗ EXTERNER LINK
    FIRMEN IN DIESEM ARTIKEL
    GoogleMicrosoftNvidia
    TEILEN
    LinkedIn→X / Twitter→E-Mail→
    KOSTENLOS ABONNIEREN
    Diese News jeden Montag in dein Postfach?
    Nur für Abonnenten·KI-FORSCHUNG·7. SEPTEMBER 2026

    Fermat maschinengeprüft – hier kann die KI nicht schwindeln

    Anthropic hat den ersten vollständig maschinengeprüften Beweis von Fermats letztem Satz vorgelegt – 13 Millionen Zeilen Lean-Code, laut Anthropic in 11 Tagen. Kevin Buzzard hat den Code selbst kompiliert: Er geht durch.

    Illustration einer Uhrmacher-Werkbank mit Lupe am Schwenkarm, verstreuten Zahnrädern, Pinzette und einem Schubladenschrank mit blau markierten Fächern, kinewsletter.ch Stil
    Illustration einer Uhrmacher-Werkbank mit Lupe am Schwenkarm, verstreuten Zahnrädern, Pinzette und einem Schubladenschrank mit blau markierten Fächern, kinewsletter.ch Stil
    Nur für Abonnenten·KI-FORSCHUNG·3. SEPTEMBER 2026

    KI findet sechs curl-Lücken – der 6:0-Vergleich hinkt

    Im neuen curl-Release stecken neun Sicherheitslücken, sechs davon meldete das KI-System der Firma AISLE – kurz nachdem die Systeme von OpenAI und Anthropic nichts mehr gefunden hatten. Die Funde sind echt und amtlich belegt. Der daraus gebastelte Wettkampf ist es nicht.

    Illustration einer Chemielabor-Werkbank mit blau gefülltem Rundkolben am Stativ, Becherglas, Ständer mit leeren Reagenzgläsern, Pipette und Lupe, kinewsletter.ch Stil
    Illustration einer Chemielabor-Werkbank mit blau gefülltem Rundkolben am Stativ, Becherglas, Ständer mit leeren Reagenzgläsern, Pipette und Lupe, kinewsletter.ch Stil
    KI-FORSCHUNG·3. SEPTEMBER 2026

    EPFL gibt der KI Zweifel – und spart 40 Prozent Experimente

    Forschende der EPFL koppeln ein Sprachmodell mit einem Gauss-Prozess, der zu jeder Vorhersage eine Unsicherheit mitliefert. Die Methode GOLLuM findet in 23 Benchmark-Aufgaben gute Versuchsbedingungen mit über 40 Prozent weniger Experimenten als klassische Verfahren – publiziert in Nature Machine Intelligence.

    Illustration eines Tresorraums mit halb geöffneter Stahltür und Schlüsselbund, kinewsletter.ch Stil
    Illustration eines Tresorraums mit halb geöffneter Stahltür und Schlüsselbund, kinewsletter.ch Stil
    KI-FORSCHUNG·2. SEPTEMBER 2026

    OpenAI bremst Astra – erstmals «kritische» Cyber-Stufe erreicht

    OpenAI stuft sein Modell Astra als erstes in die höchste Cyber-Risikoklasse ein und drosselt den Zugang.

    Illustration einer Schleusentür in einem Laborgang mit Warnleuchte, kinewsletter.ch Stil
    Illustration einer Schleusentür in einem Laborgang mit Warnleuchte, kinewsletter.ch Stil
    Nur für Abonnenten·KI-FORSCHUNG·1. SEPTEMBER 2026

    Anthropic stoppte seine Cyber-Tests – und trainierte einen Betrüger

    Anthropic legt offen, was nach den Sicherheitsvorfällen vom Sommer intern passierte: pausierte Cyber-Evaluationen, ein Klassifikator, der Ausbruchsversuche vor dem Tool-Call stoppt, und über 10 Prozent fehlerhafte Trainingsumgebungen. Dazu eine Studie, für die ein Opus-Modell absichtlich zum Betrügen trainiert wurde.

    Illustration einer Sanduhr mit elektroblauem Sand neben einer stehengebliebenen Werkstattuhr, kinewsletter.ch Stil
    Illustration einer Sanduhr mit elektroblauem Sand neben einer stehengebliebenen Werkstattuhr, kinewsletter.ch Stil
    KI-FORSCHUNG·31. AUGUST 2026

    Dein Coding-Agent hat kein Zeitgefühl – und merkt es nicht

    Claude Code und OpenAI Codex können weder vorhersagen, wie lange eine Aufgabe dauert, noch zuverlässig sagen, wie lange sie schon arbeiten. Eine MATS-Studie misst Fehlschätzungen um das Drei- bis Zehnfache – und zeigt, dass die Agenten sich zusätzlich rund 20 Punkte zu gute Noten geben. Was das für Timeouts, Kostenschätzungen und Projektkalkulation bedeutet.

    Mehr aus KI-Forschung →