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Instagram bremst KI-Influencer, die sich als Mensch ausgeben

Das Label «AI creator» heisst neu «AI-generated profile». Profile mit einer KI-Person, die das verschweigen, verlieren Reichweite – wer es offenlegt, nicht. In der Schweiz gibt es dafür bislang kein Gesetz.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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1. SEPTEMBER 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration einer venezianischen Maske vor Ringlicht und Handy-Stativ, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer venezianischen Maske vor Ringlicht und Handy-Stativ, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Aus «AI creator» wird «AI-generated profile»02Der Preis fürs Schweigen03Fake-Ärzte und ein verdächtiges Dating-Netz04In der Schweiz fehlt die Pflicht noch
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01Aus «AI creator» wird «AI-generated profile»02Der Preis fürs Schweigen03Fake-Ärzte und ein verdächtiges Dating-Netz04In der Schweiz fehlt die Pflicht noch
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Bestraft wird nicht die KI, sondern das Verschweigen – die Kennzeichnung selbst kostet keine Reichweite.

Instagram hat am 31. August 2026 angekündigt, Profile mit KI-generierten Personen strenger zu kennzeichnen: Das bisherige Label «AI creator» heisst neu «AI-generated profile», und Accounts, die eine KI-Person zeigen, ohne das offenzulegen, verlieren Reichweite. Wer das Label von sich aus setzt, wird nicht benachteiligt. Bestraft wird also nicht die KI, sondern das Verschweigen.

Aus «AI creator» wird «AI-generated profile»

Das alte Label war ein Sammelbegriff für Accounts, die regelmässig KI-Inhalte posten. Das neue zielt enger: Es soll sagen, dass die auf dem Profil gezeigte Person ganz oder weitgehend von einer KI erzeugt wurde. Instagram begründet den Schritt mit Rückmeldungen aus der Community – Leute wollen wissen, wenn hinter einem Profil kein Mensch steckt. Für retuschierte Fotos, KI-polierte Captions oder generierte Grafiken braucht es das Label nicht. Es geht allein um die Frage, ob der Mensch im Bild ein Mensch ist.

Der Preis fürs Schweigen

Wer die Kennzeichnung weglässt, dessen Inhalte stuft der Algorithmus laut MediaPost als nicht empfehlbar ein – sie landen also nicht mehr bei neuem Publikum, was auch die Monetarisierung trifft. Wer sich zu Unrecht abgestraft fühlt, kann laut Engadget über das «Account Status»-Dashboard Einspruch erheben. Ab wann und in welchen Ländern die Drosselung genau greift, hat Instagram nicht gesagt.

Fake-Ärzte und ein verdächtiges Dating-Netz

Der Druck kam von aussen. Wired deckte auf, dass ein Netz offenbar KI-generierter männlicher Influencer die Dating-App Goose bewarb. Die New York Times fand im Juli hunderte KI-«Ärzte» und Wellness-Personas, die Nahrungsergänzungsmittel und Gesundheitsversprechen verkauften. Meta steht ohnehin unter Beobachtung: Am 26. August einigte sich der Konzern mit 29 US-Bundesstaaten auf einen Vergleich über bis zu 18 Milliarden Dollar wegen der Wirkung von Instagram und Facebook auf Kinder.

In der Schweiz fehlt die Pflicht noch

Für dich als Nutzerin oder Creator in der Schweiz heisst das: Diese Kennzeichnung ist eine Hausregel von Instagram, kein Gesetz. Laut Bundeskanzlei besteht hierzulande «bisher noch keine übergreifende Gesetzgebung spezifisch zu KI»; das Bundesamt für Justiz erarbeitet bis Ende 2026 eine Vernehmlassungsvorlage, welche die KI-Konvention des Europarats umsetzt – ausdrücklich auch im Bereich Transparenz. In der EU ist man weiter: Artikel 50 des AI Act gilt seit dem 2. August 2026 und verlangt, dass Deepfakes klar als solche offengelegt werden. Wer damit regelmässig Geld verdient, gilt laut EU-Kommission als «Deployer» und steht in der Pflicht – private Spässe bleiben aussen vor. Bussen: bis 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Quellen

AI-generated profile label (Instagram Creators)↗ EXTERNER LINKInstagram puts new limits on undisclosed AI profiles (TechCrunch)↗ EXTERNER LINKInstagram will demote AI-generated influencers if they don't clearly label their account (Engadget)↗ EXTERNER LINKInstagram Limits Reach For Creator Profiles Without 'AI-Generated' Label (MediaPost)↗ EXTERNER LINKMeta settles for $18B in lawsuit brought by 29 states (TechCrunch)↗ EXTERNER LINKAgreement With Bipartisan Attorneys General (Meta Newsroom)↗ EXTERNER LINKGoose, a New Gay Dating App, Appears to Be a Psyop (WIRED)↗ EXTERNER LINKRegulierung von künstlicher Intelligenz (Bundeskanzlei)↗ EXTERNER LINKTransparency obligations under Article 50 AI Act (EU-Kommission)↗ EXTERNER LINK
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