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X verdächtigt China: Bots schüren Angst vor KI-Rechenzentren

Das Safety-Team von X hat ein Netzwerk von rund 200'000 Bot-Konten gefunden. 200 davon posteten gegen KI-Rechenzentren – mit ChatGPT-generierten Karikaturen und der Behauptung, die Anlagen trieben die Strompreise hoch. X vermutet chinesische Urheber, hat die Konten aber nicht offengelegt.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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31. AUGUST 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration von drei grossen Lautsprechertrichtern an einem Holzmast vor einem Strommast, kinewsletter.ch Stil
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INHALT
01Warum der Verdacht mehr ist als eine Behauptung02Die Bots hatten kaum Publikum03In der Schweiz sind es 3,6 Prozent04Woran du solche Kampagnen erkennst
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01Warum der Verdacht mehr ist als eine Behauptung02Die Bots hatten kaum Publikum03In der Schweiz sind es 3,6 Prozent04Woran du solche Kampagnen erkennst
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Der Verdacht ist plausibel belegt, die Zuschreibung nicht unabhängig geprüft – und die Wut auf Rechenzentren ist echt: 71 Prozent der US-Amerikaner wollen keines in ihrer Nähe.

Das Sicherheitsteam von X hat nach eigenen Angaben ein Bot-Netzwerk mit rund 200'000 Konten identifiziert und die Untersuchung am 28. August 2026 öffentlich gemacht. 200 dieser Konten posteten laut der Mitteilung von X Global Government Affairs Inhalte, die «eine legitime Debatte über die US-amerikanische KI- und Energiepolitik manipulieren» könnten – konkret die Behauptung, KI-Rechenzentren trieben die Strompreise für Privathaushalte hoch und belasteten das Netz, dazu KI-generierte Karikaturen von Rechenzentrums-Betreibern, die sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern. X ordnet das Netzwerk mutmasslich chinesischen Akteuren zu.

Warum der Verdacht mehr ist als eine Behauptung

Alleine stünde die Meldung auf wackligen Beinen: X hat weder die Konten offengelegt noch gesagt, worüber die übrigen 199'800 Accounts posteten. Es gibt aber einen unabhängigen Anknüpfungspunkt. OpenAI berichtete bereits am 10. Juni 2026 über zwei gesperrte, «wahrscheinlich aus China stammende» ChatGPT-Cluster – eines davon getauft auf «Data Center Bandwagon», mit exakt derselben Botschaft. Die von X gezeigten Beispielbilder stammen laut Engadget aus demselben Fundus wie die Illustrationen im OpenAI-Report. Das deutet auf ein gemeinsames Werkzeug und plausibel denselben Betreiber hin.

Vorsicht bleibt trotzdem geboten: X spricht von suspected – Verdacht, nicht Beweis. Und X ist kein neutraler Beobachter, denn die Plattform gehört Elon Musk, dessen KI-Firma xAI selbst grosse Rechenzentren betreibt.

Die Bots hatten kaum Publikum

Bemerkenswert ist, wie wenig die Kampagne bewirkte: OpenAI fand über die Aktivität der Konten hinaus. Die Operateure hängten sich an eine Debatte, die längst ohne sie läuft – und deren Zahlen real sind. Laut einer Goldman-Sachs-Analyse, über die CNBC berichtete, stiegen die US-Strompreise 2025 um – mehr als doppelt so stark wie die Gesamtinflation von 2,9 Prozent; Rechenzentren machen demnach 40 Prozent des Nachfragewachstums aus. Und eine Gallup-Umfrage vom März 2026 zeigt: der US-Amerikaner lehnen ein KI- in ihrer Region ab, 48 Prozent entschieden. Diese Ablehnung braucht keine Bot-Farm.

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keine Hinweise auf nennenswerte Reichweite
6,9 Prozent
71 Prozent
Rechenzentrum

In der Schweiz sind es 3,6 Prozent

Eins zu eins übertragen lässt sich das Narrativ nicht. Nach der Studie von EnergieSchweiz und dem Bundesamt für Energie vom Mai 2026 verbrauchten Schweizer Rechenzentren 2024 rund 2,1 Terawattstunden – etwa 3,6 Prozent des Landesverbrauchs; bis 2030 werden 2,5 bis 3,2 erwartet, im Maximalszenario 3,5 (6,0 Prozent). Künstliche Intelligenz spielt dabei laut Studie «derzeit eine untergeordnete Rolle»: In der Schweiz steht kein Rechenzentrum, das auf das Training grosser Sprachmodelle ausgelegt wäre – einzig die ETH Zürich betreibt am Supercomputing-Zentrum CSCS in Lugano einen KI-Supercomputer.

Woran du solche Kampagnen erkennst

Die Lehre ist weniger «China manipuliert» als vielmehr: Emotionalisierte Grafiken zu einem echten Problem entstehen heute in Minuten. Das Bundesamt für Cybersicherheit hält in seinem Halbjahresbericht vom August 2026 fest, dass Angreifer KI systematisch einsetzen, um zugeschnittene, glaubwürdige Inhalte zu produzieren – dort im Kontext von Betrug, aber die Mechanik ist dieselbe. Begegnet dir also eine Grafik zu Strompreisen und Rechenzentren: Schau nach, welche Zahl darin steckt und woher sie stammt.

Quellen

X Global Government Affairs: Investigation into suspected Chinese inauthentic accounts↗ EXTERNER LINKOpenAI: PRC-linked influence operations are targeting AI debates in the US↗ EXTERNER LINKEngadget: X claims it found a Chinese bot farm posting anti-AI data center sentiments↗ EXTERNER LINKTom's Hardware: X busts 200,000-strong Chinese bot farm↗ EXTERNER LINKt3n: X: Bots sollen mit ChatGPT-Hilfe Fake-News zu KI und Energie verbreiten↗ EXTERNER LINKCNBC: Families won't see relief from rising electricity prices, Goldman Sachs says↗ EXTERNER LINKGallup: Americans Oppose AI Data Centers in Their Area↗ EXTERNER LINKBFE/EnergieSchweiz: Rechenzentren in der Schweiz – Stromverbrauch und Effizienzpotenziale↗ EXTERNER LINKBACS: Halbjahresbericht 2026/1↗ EXTERNER LINK
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