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OpenAI kontert Apples Klage – und veröffentlicht private iMessages und Mails

OpenAI reagiert erstmals ausführlich auf Apples Geschäftsgeheimnis-Klage – mit veröffentlichten iMessage-Verläufen und Anwalts-Mails. Apple legt gleichzeitig nach und will per einstweiliger Verfügung OpenAIs Hardware-Pläne stoppen.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
5. AUGUST 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration zweier Smartphones mit Sprechblasen vor Bücherregal und Richterhammer, kinewsletter.ch Stil
Illustration zweier Smartphones mit Sprechblasen vor Bücherregal und Richterhammer, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01«Du bist der Beste – auch wenn du nicht mehr hier arbeitest»02Der falsche Mister und das Telefonat, das nie stattfand03Elf weitere Namen und eine einstweilige Verfügung
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01«Du bist der Beste – auch wenn du nicht mehr hier arbeitest»02Der falsche Mister und das Telefonat, das nie stattfand03Elf weitere Namen und eine einstweilige Verfügung
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Der Streit zwischen Apple und OpenAI eskaliert auf beiden Seiten: OpenAI kämpft mit veröffentlichten Chats um die öffentliche Meinung, Apple mit einer einstweiligen Verfügung vor Gericht – entschieden ist noch nichts.

OpenAI hat in der Nacht auf Dienstag erstmals ausführlich auf Apples Geschäftsgeheimnis-Klage vom Juli reagiert – und zwar ungewöhnlich scharf: In einem Blogpost mit dem Titel «Apple is getting this wrong» nennt das Unternehmen die Klage «careless, aggressive and oddly personal» – nachlässig, aggressiv und seltsam persönlich. Als Beleg veröffentlicht OpenAI private iMessage-Verläufe und Anwalts-Mails. Apple wiederum legt nach: Wie TechCrunch am Dienstag berichtete, beantragt der iPhone-Konzern eine einstweilige Verfügung und nennt elf weitere Ex-Mitarbeitende, die in den Fall verwickelt sein könnten. Worum es in der Klage ursprünglich geht, liest du hier.

«Du bist der Beste – auch wenn du nicht mehr hier arbeitest»

Im Zentrum der Klage steht der Ingenieur Chang Liu, der laut Apple nach seinem Wechsel zu OpenAI unerlaubt auf vertrauliche Daten zugegriffen haben soll. Die von OpenAI veröffentlichten Chats sollen das Gegenteil zeigen: Nach Lius letztem Arbeitstag am 22. Januar 2026 meldeten sich Apple-Mitarbeitende wiederholt bei ihm – mit technischen Fragen und Bitten, interne Dateien aufzuspüren.

«Of course, I could ask several folks, but you are the best. Even if you don't work here anymore.» – Apple-Mitarbeiter an Chang Liu, fünf Tage nach dessen Austritt

Als Liu im März in einen Gruppenchat mit mehreren Apple-Leuten hinzugefügt wurde, beendete er ihn laut den Protokollen selbst: Das sei «highly irregular», man möge ihn bitte entfernen. Dass Ex-Mitarbeitende überhaupt noch Systemzugriff hatten, sei ein bekanntes Problem von Apples eigenem Zugriffs-Management, argumentiert OpenAI.

Der falsche Mister und das Telefonat, das nie stattfand

Brisant sind auch die veröffentlichten Mails: Apples externer Anwalt von der Kanzlei Weil Gotshal bedankte sich im Februar bei OpenAIs Chefjurist Che Chang für ein Telefonat – das nie stattgefunden hatte. Die Mail war eigentlich für einen Ex-Apple-Mitarbeiter namens Wang bestimmt; der Anwalt hatte laut OpenAI zwei asiatische Nachnamen verwechselt und räumte den Fehler später ein. Danach folgten fünf Monate Funkstille – bis zur Klage.

Elf weitere Namen und eine einstweilige Verfügung

Apple lässt sich davon nicht bremsen: In einer neuen Eingabe verlangt der Konzern, dass OpenAI keine KI-Geräte auf Basis von Apple-Technologie weiterentwickeln darf, und behauptet, elf weitere Ex-Mitarbeitende könnten Zeugen oder beteiligt sein – einer soll vor seinem OpenAI-Bewerbungsgespräch Screenshots vertraulicher Dokumente gemacht haben. Laut Klageschrift arbeiten inzwischen über 400 ehemalige Apple-Angestellte bei OpenAI. OpenAI hält dagegen, der Antrag basiere auf falschen Informationen: Man habe und wolle keine Apple-Geschäftsgeheimnisse.

Der Haken an OpenAIs Gegenschlag: Die Chats belegen zwar Apples Pannen, widerlegen aber den Kernvorwurf nicht, dass OpenAI Neuzugänge zum Mitbringen vertraulicher Informationen ermutigt haben soll – das merkt auch The Decoder an. Vor Gericht beginnt die Beweisaufnahme damit erst richtig.

Quellen

OpenAI: Apple is getting this wrong↗ EXTERNER LINKThe Decoder: OpenAI fires back at Apple's trade secret lawsuit with chat logs↗ EXTERNER LINKTechCrunch: Apple says more ex-employees may have taken confidential data to OpenAI↗ EXTERNER LINKFortune: OpenAI fires back at Apple, publishing private emails↗ EXTERNER LINKHeise: Rechtsstreit zwischen Apple und OpenAI – iMessage-Chats und Mails veröffentlicht↗ EXTERNER LINK9to5Mac: OpenAI rebuts Apple trade secrets allegations in new response with receipts↗ EXTERNER LINK
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