OpenAI aktiviert für Free-Konten standardmässig Marketing-Cookies. Cookie-IDs und E-Mail-Adressen wandern an Werbepartner – Plus- und Enterprise-Accounts bleiben verschont. Was das für dich heisst und wie du den Schalter umlegst.
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OpenAI dreht den Datenschutz-Default um: Free-Nutzer werden ohne aktive Zustimmung zur Werbe-Pipeline – Plus und Enterprise nicht.
OpenAI hat per E-Mail eine zentrale Änderung der US-Datenschutzrichtlinie angekündigt: Auf Konten der Free-Version sind Marketing-Cookies seit Ende April standardmässig aktiviert. Wer ChatGPT ohne Bezahl-Abo nutzt, erhält damit OpenAI-Werbung auf Drittseiten – und das Unternehmen sammelt Cookie-IDs und E-Mail-Adressen für genau dieses Targeting.
Der genaue Wortlaut aus dem Schreiben an die Nutzer lautet: «We'll now use cookies to promote OpenAI products and services on other websites.» Bestätigt wurde der Schritt zuerst von WIRED, danach von zahlreichen weiteren Tech-Medien.
In der Praxis bedeutet das: OpenAI gibt Cookie-IDs und in beschränktem Umfang E-Mail-Adressen an Werbepartner weiter, um auf Plattformen wie Instagram gezielte Anzeigen für OpenAI-Produkte schalten zu lassen. Konversationen mit ChatGPT sind laut Unternehmen nicht betroffen und werden nicht an Marketing-Partner geteilt.
Nach Tests von WIRED verhalten sich die Konten-Tiers unterschiedlich:
Das ist kein Zufall. Mehr als 90 Prozent der ChatGPT-Nutzerbasis sitzt im Free-Tier. Diese Konten verursachen den grössten Teil der Server-Kosten und werden mit dem Default-Switch zur eigentlichen Inventory-Pipeline für werbefinanziertes Wachstum. Beobachter ordnen den Schritt deshalb als ersten ernsthaften Vorgeschmack auf ein werbebasiertes Geschäftsmodell ein, nachdem OpenAI bisher fast ausschliesslich auf Abos und API-Umsätze gesetzt hat.
Wer das Tracking nicht will, muss aktiv eingreifen. Den Schalter findest du in ChatGPT unter:
Settings → Data Controls → Marketing Privacy
Dort lassen sich die Marketing-Cookies einzeln deaktivieren. Die Konversations-Logik bleibt davon unberührt – du verlierst keine Funktion, nur die personalisierten OpenAI-Anzeigen auf Drittseiten.
Für Schweizer Nutzer ist die Anpassung relevant, weil sie zeigt, wie schnell sich der Datenschutz-Default eines KI-Anbieters verschieben kann. Das überarbeitete Schweizer Datenschutzgesetz (revDSG) verlangt aktive, informierte Einwilligung für Marketing-Cookies – ob OpenAIs Opt-out-Lösung dieser Schwelle genügt, ist eine offene Frage. Datenschützer in Europa beobachten die Änderung bereits.
Konkret heisst das für dich: Wer ChatGPT in der Free-Version nutzt, sollte einmal kurz in die Einstellungen schauen. Und wer beruflich mit Kundendaten arbeitet, sollte sich klar machen, dass selbst bei einem Tool, das man als reinen Chat versteht, im Hintergrund jetzt eine Werbe-Pipeline mitläuft.