OpenAI hat ein Kambodscha-basiertes Betrugsnetzwerk zerschlagen, das ChatGPT für Romance-, Investment-, Glücksspiel- und Behörden-Impersonations-Scams einsetzte. Der Hinweis kam von WhatsApp – und Teile der Chats deuten laut OpenAI auf Menschenhandel in den Scam-Compounds hin.
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KI-Firmen werden zu Akteuren der Betrugsbekämpfung: Ein Meta-Hinweis führte zum OpenAI-Takedown, Threat-Signale gingen an Industrie und Behörden. Für dich heisst das trotzdem: Romance- und Anlagebetrug laufen zunehmend KI-gestützt – auch in der Schweiz, warnt das BACS.
OpenAI hat ein Betrugsnetzwerk aus Kambodscha zerschlagen, das ChatGPT als Werkzeug für gleich vier Scam-Maschen nutzte. In einem Ende Juli publizierten Bericht beschreibt das Unternehmen, wie es ein koordiniertes Netz von ChatGPT-Konten sperrte – ausgelöst durch einen Hinweis von WhatsApp.
Die Operation lief laut OpenAI sehr wahrscheinlich in oder um Poipet, eine Stadt an der thailändischen Grenze, die immer wieder mit Scam-Compounds in Verbindung gebracht wird. Das Netzwerk fuhr mehrere Betrugsarten parallel: Romance-Scams, angebliche Investment-Chancen mit Kryptowährungen und Gold, gefälschte Glücksspiel-Boni sowie Täter, die sich als Strafverfolgungsbehörden ausgaben und «Bussen» eintrieben. Oft wurden die Maschen kombiniert – erst Liebesgeflüster, dann der Anlagetipp. ChatGPT diente dabei zum Aufbau gefälschter Personas, zum Übersetzen und Verfassen von Nachrichten an die Opfer und sogar für die Verwaltung des Betriebs. Die Täter generierten laut Bericht auch Bilder gefälschter Dokumente, etwa Pässe und amtliche Schreiben.
Der Bericht dokumentiert eine düstere Dimension: Einige Konten erstellten Inhalte, die laut OpenAI auf Menschenhandel und Zwangsarbeit hindeuten – etwa Jobinserate mit Gratisflug und Visum, Buchführung über Schulden und Bussen von Arbeitern, vereinzelt Hinweise auf Festhaltung und Fluchtversuche. OpenAI kann die Umstände einzelner Personen nicht unabhängig prüfen, hält aber fest: Wer Scams ausführt, kann selbst Opfer von Ausbeutung sein. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International dokumentieren solche Zwangsarbeit in Kambodschas Scam-Compounds seit Jahren. Die gesperrten Konten meldete OpenAI samt Threat-Signalen an Industriepartner und Behörden; die Schadenssumme ist unbekannt, die Chats deuten auf Hunderte Zielpersonen hin.
Für dich relevant: Romance- und Anlagebetrug gehören laut dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) zu den Betrugsarten mit den grössten Schadenssummen in der Schweiz – und die Täter setzen zunehmend KI ein, etwa für täuschend echte Bilder. Die wichtigste BACS-Regel bleibt analog: kein Geld an Menschen überweisen, die du nie persönlich getroffen hast.
Das Landgericht München I hat der GEMA im Prozess gegen den KI-Musikdienst Suno weitgehend recht gegeben: Wer geschützte Songs für das KI-Training nutzt und zum Verwechseln ähnlich wieder ausgibt, braucht eine Lizenz. Suno muss Auskunft erteilen und Schadenersatz leisten – und prüft die Berufung.