OpenAI verkauft sein teuerstes ChatGPT-Abo vorübergehend nicht mehr: Seit dem 10. September sind neue Anmeldungen und Upgrades für Pro zu 200 US-Dollar pro Monat pausiert. Schuld ist die Nachfrage nach dem neuen Spitzenmodell GPT-6 Astra, das Nutzungskontingente schneller leert als der Vorgänger.
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Ein Abo kauft keinen Rechenplatz, sondern nur einen Platz in der Warteschlange. Wer in der Schweiz jetzt Pro buchen wollte, weicht auf Pro 100, Plus, Go oder die API aus – ein Wiedereröffnungsdatum nennt OpenAI nicht.
OpenAI verkauft sein teuerstes ChatGPT-Abo vorübergehend nicht mehr: Seit dem 10. September 2026 sind neue Anmeldungen und Upgrades für den Pro-Plan zu 200 US-Dollar pro Monat pausiert – intern heisst er «Pro 20X». Den Grund nennt Produktchef Thibault (Tibo) Sottiaux auf X: Die Nachfrage nach dem neuen Spitzenmodell GPT-6 Astra, das seit dem 3. September ausgerollt wird, belastet die Systeme, und das 200-Dollar-Abo zieht davon am meisten. Bestehende Abos laufen unverändert weiter.
«Wir wollten den kleinsten Schritt machen, der es uns erlaubt, weiterhin den breitestmöglichen Zugang zu geben.»
So begründet Sottiaux den Stopp in einem Post, den TechCrunch und Fortune übereinstimmend zitieren; einen Tag zuvor hatte er die Nachfrage als «beispiellos» bezeichnet. Alles andere bleibt buchbar: das günstigere Pro-Abo für 100 Dollar, Plus, Go, die API sowie Business- und Enterprise-Konten.
Der Haken steckt im Kleingedruckten der OpenAI-Hilfeseite: Wer jetzt kündigt oder auf Pro 100 wechselt, kommt erst nach dem Ende der Pause wieder ins 200-Dollar-Abo zurück. Eine Einbahnstrasse.
Astra verbraucht laut OpenAI die Nutzungskontingente schneller als der Vorgänger GPT-5.6 Sol – kein Wunder bei einem Modell, das den Computer selbständig bedient. Dabei ist OpenAI kräftig gewachsen: Die verfügbare Rechenleistung stieg gemäss einer Eingabe an den US-Kongress, über die Fortune berichtet, von 0,2 Gigawatt 2023 auf rund 1,9 Gigawatt 2025 – Faktor 9,5 in zwei Jahren. Es reicht trotzdem nicht, und einen Wiedereröffnungstermin nennt das Unternehmen nicht.
Neu ist das Muster nicht: Im November 2023 stoppte OpenAI schon einmal Neuanmeldungen, damals für das 20-Dollar-Abo Plus nach dem ersten DevDay.
Für Schweizer Nutzerinnen und Firmen heisst das: Wer diese Woche Pro 20X buchen wollte, kann es nicht. Eine regionale Ausnahme dokumentiert OpenAI nirgends – ob die Schweiz abweichend behandelt wird, ist offen und von keiner Quelle belegt. Alternativen sind Pro 100 (fünffache Plus-Nutzung statt zwanzigfacher), Plus, Go oder der direkte Weg über die API.
Wer auf Datenresidenz achten muss, hat ein zweites Problem: Laut The Next Web gibt es für Astra auf Microsoft Foundry bislang kein europäisches Data-Zone-Deployment – alle sechs Data Zones seien amerikanisch. Bhupendra Chopra, Chief Revenue Officer bei Kanerika, bringt es gegenüber Computerworld auf den Punkt: Ein Abo kauft einen Platz in der Warteschlange, garantierte Rechenzeit gibt es nur per Vertrag.
Wie gross die Erwartungen an Astra sind, zeigte schon der Start: OpenAI hatte ihn vor gut einer Woche als Beginn der «AGI-Ära» vermarktet. Jetzt liefert die Nachfrage den Realitätscheck.
OpenAIs neuer Data agent verbindet ChatGPT Work direkt mit Snowflake, BigQuery und Co. und baut Dashboards auf Zuruf – ohne SQL und ohne BI-Tool. Rollenrechte und Datenstandort gibt es aber nur im Enterprise-Plan, und die Schweiz ist keine der zehn verfügbaren Regionen.