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ChatGPT baut dir das Dashboard – der Haken steckt im Abo

OpenAIs neuer Data agent verbindet ChatGPT Work direkt mit Snowflake, BigQuery und Co. und baut Dashboards auf Zuruf – ohne SQL und ohne BI-Tool. Rollenrechte und Datenstandort gibt es aber nur im Enterprise-Plan, und die Schweiz ist keine der zehn verfügbaren Regionen.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
12. SEPTEMBER 2026
3 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Illustration: Aktenarchiv mit Regalen, Rollleiter und Kartothek-Schrank, kinewsletter.ch Stil
Handgezeichnete Illustration: Aktenarchiv mit Regalen, Rollleiter und Kartothek-Schrank, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Frag das Warehouse, nicht den Analysten0220 Dollar reichen – die Kontrolle nicht03Was du vor dem ersten @Data klärst
INHALT
01Frag das Warehouse, nicht den Analysten0220 Dollar reichen – die Kontrolle nicht03Was du vor dem ersten @Data klärst
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Der Data agent macht das Firmen-Warehouse für jeden im Betrieb abfragbar – schon ab 20 US-Dollar pro Sitz. Genau dort fehlen aber Rollensteuerung und Data Residency.

OpenAI hat am 10. September 2026 einen Data agent in ChatGPT Work vorgestellt: ein Plugin, das sich direkt mit Unternehmens-Datenquellen wie Snowflake, Databricks oder Google BigQuery verbindet, Fragen in normaler Sprache beantwortet und daraus interaktive Dashboards baut – ohne eine einzige Datenbankabfrage und ohne separates Auswertungswerkzeug. Laut OpenAI arbeiten intern bereits nahezu das gesamte Produktteam und über zwei Drittel der Go-to-Market-Organisation – also Vertrieb und Marketing – mit solchen Datenagenten. Für Schweizer KMU ist das relevant, weil ChatGPT Work schon im Business-Plan ab 20 US-Dollar pro Sitz und Monat enthalten ist – der Datenschutz-Werkzeugkasten aber nicht.

Frag das Warehouse, nicht den Analysten

Der Agent heisst im Plugin-Verzeichnis schlicht «Data» und wird mit @Data angesprochen. Er hängt sich an Amazon Redshift, ClickHouse, Databricks, Datadog, Google BigQuery, MongoDB und Snowflake und zieht zusätzlich Dateien aus Google Drive und SharePoint dazu.

Damit er firmeneigene Begriffe wie «Deckungsbeitrag» richtig auslegt, liest er die semantische Schicht – also die hinterlegten Kennzahl-Definitionen und Beziehungen zwischen Datensätzen – aus Quellen wie dbt, GitHub, Databricks Genie Ontology oder Snowflake Horizon. Das Ergebnis landet wahlweise als interaktives Dashboard in ChatGPT selbst oder direkt in Omni, Oracle BI, Power BI, Sigma, Tableau oder ThoughtSpot. Anschliessend kann ChatGPT Work die Befunde per Slack oder E-Mail verteilen und freigegebene Aktionen in verbundenen Tools ausführen.

Es ist derselbe Tag, an dem OpenAI auch die Agents API und GPT-Live-1 geöffnet hat – und dasselbe Muster: Was Firmen bisher selbst zusammenbauen mussten, wird zur Zukaufleistung.

20 Dollar reichen – die Kontrolle nicht

Bei den Berechtigungen bleibt OpenAI bewusst zurückhaltend: Abfragen laufen mit den Rechten des verbundenen Kontos, inklusive Einschränkungen auf Tabellen-, Zeilen- und Spaltenebene. Eine erfolgreiche Verbindung schaffe keine zusätzlichen Rechte, hält das OpenAI-Hilfecenter ausdrücklich fest. Welche Verbindungen es überhaupt gibt, legen die Workspace-Admins fest.

Der Haken liegt eine Ebene höher. Die feingranulare Rollensteuerung (RBAC) und die Wahl des Datenstandorts gibt es gemäss OpenAIs eigener Preisübersicht nur im Enterprise-Plan. Und die Data Residency deckt dort zehn Regionen ab – USA, EU, UK, Japan, Kanada, Südkorea, Singapur, Indien, Australien und die VAE. Die Schweiz ist keine davon. Wer als KMU auf dem Business-Plan sitzt, hat weder das eine noch das andere.

Was du vor dem ersten @Data klärst

Drei Hausaufgaben, bevor jemand den Agenten auf das Warehouse loslässt:

  • Personendaten trennen. Der Agent erbt exakt die Rechte des verbundenen Kontos. Wer Lohn-, Kunden- oder Gesundheitsdaten in denselben Tabellen führt wie Umsatzzahlen, gibt sie damit frei.
  • Publizieren heisst kopieren. Laut Hilfecenter werden beim Veröffentlichen eines Dashboards die verwendeten Daten in die publizierte Site kopiert – ab diesem Moment greifen die Rechte deiner Datenbank nicht mehr.
  • revDSG-Formalien erledigen. Auftragsbearbeitung vertraglich regeln (OpenAI bietet für Business und Enterprise einen Auftragsverarbeitungsvertrag an), Bearbeitungsverzeichnis nachführen, Bekanntgabe ins Ausland prüfen.

Auf Geschäftsdaten trainiert OpenAI nach eigenen Angaben standardmässig nicht – weder bei Business noch bei Enterprise. Die Frage, wo deine Zahlen verarbeitet werden, beantwortet das aber nicht. Für den Preis eines Mittagessens pro Mitarbeiter und Monat bekommst du einen Analysten für die Firmendaten. Die Governance musst du selber mitbringen.

Quellen

Now everyone can put data to work (OpenAI)↗ EXTERNER LINKUsing the Data plugin in ChatGPT Work and Codex (OpenAI Help Center)↗ EXTERNER LINKChatGPT Work for Data Teams: AI & BI (OpenAI Business)↗ EXTERNER LINKBusiness Pricing (OpenAI)↗ EXTERNER LINKEnterprise privacy at OpenAI↗ EXTERNER LINKChatGPT can build Power BI and Tableau dashboards with a simple question (Techzine)↗ EXTERNER LINK
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