933 Contributors, über 16'000 Pull Requests: Das grösste Update des Open-Source-Agenten erkennt beim Setup jetzt deine bestehenden KI-Abos.
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Ein KI-Agent auf eigener Infrastruktur ist mit OpenClaw 2.0 erstmals ohne Bastelei eingerichtet – die Daten bleiben aber nur mit lokalem Modell und abgesicherter Installation wirklich im Haus.
Das Open-Source-Projekt OpenClaw hat Ende August 2026 die Version 2026.8.1 veröffentlicht und nennt sie selbst OpenClaw 2.0. Laut dem Projekt-Blog steckt darin die Arbeit von 933 Contributors – 569 davon zum ersten Mal – und über 16'000 Pull Requests, rund die Hälfte aller Änderungen, die je ins Projekt eingeflossen sind. OpenClaw ist ein kostenloser KI-Agent, der als sogenanntes Gateway auf deinem eigenen Rechner oder in deiner Cloud läuft und den du meist über Messenger wie Telegram bedienst.
Für OpenClaw-Verhältnisse war das eine Ewigkeit. Vorher lieferte das Team 106 Releases in 230 Tagen aus, meist im Ein- bis Zweitagestakt. Dann kam fast sieben Wochen lang nichts. Der Grund laut Blog: Das Team wuchs schneller, als Fundament und Release-Prozess mithalten konnten – also wurde beides gleichzeitig umgebaut.
Der praktisch wichtigste Teil ist die Installation. Statt dich durch Modell- und Schlüsselkonfiguration zu quälen, sucht das Setup jetzt nach KI-Zugängen, die du ohnehin hast: bestehende ChatGPT-, Claude- oder Codex-Anmeldungen, API-Keys oder lokale Modelle aus Ollama und LM Studio. Wie Help Net Security beschreibt, muss die gewählte Kombination erst eine echte Anfrage beantworten, bevor sie gespeichert wird. Dazu kommen eine neu gebaute Browser-App, eine Volltextsuche über alle bisherigen Gespräche, Widgets und Dashboards direkt im Chat – und geteilte Cloud-Sessions, die das Projekt «Multiplayer» nennt: Zwei Personen arbeiten mit demselben Agenten weiter, ohne dass der Kontext verloren geht.
Der Sicherheitsteil ist keine Kosmetik. Im Februar 2026 fand das Threat-Intelligence-Team von SecurityScorecard 28'663 IP-Adressen mit frei erreichbaren OpenClaw-Bedienoberflächen in 76 Ländern – 12'812 davon galten als angreifbar durch Schadcode aus der Ferne (Remote Code Execution). Im Verlauf der Untersuchung stieg die Zahl auf über 40'000 exponierte Installationen. Version 2.0 zieht die Konsequenz: Netzwerk-Installationen ohne Authentifizierung werden abgebrochen, bevor etwas geschrieben wird, Passwörter fragt der Agent maskiert ab – der Wert landet weder im Chatverlauf noch im Modellkontext – und vor Plugins aus unbekannter Herkunft warnt die Installation ausdrücklich. Es ist das erste grosse Update, seit OpenAI im Februar 2026 OpenClaw-Gründer Peter Steinberger angestellt hat; das Projekt läuft laut OpenAI-Chef Sam Altman als Open Source unter einer Stiftungsstruktur weiter.
Genau das macht OpenClaw für Schweizer Firmen interessant: Weil das Gateway auf deiner eigenen Infrastruktur läuft, bleiben Gesprächsverlauf, Dateien und Automationen bei dir. Der Haken: Hängst du ein Cloud-Modell an, sieht dessen Anbieter weiterhin jede einzelne Nachricht – Help Net Security hält das sogar für den neuen Incognito-Modus ausdrücklich fest. Wirklich im Haus bleibt alles nur mit einem lokal laufenden Modell und einer Installation, die nicht offen im Netz erreichbar ist.
Wenn du von einer älteren Version upgradest: Sitzungen und Transkripte wandern in eine SQLite-Datenbank, ein Downgrade wird danach mühsam. Also vorher ein geprüftes Backup ziehen. Das OpenProse-Plugin samt /prose-Befehl entfällt, und alte codex/*-Modellverweise migrierst du mit openclaw doctor --fix auf openai/*.
Anthropic hebt ab 14. September 2026 die Standard-Wochenlimits von Claude Code dauerhaft um 25 Prozent an. Weil gleichzeitig eine temporäre Erhöhung um 50 Prozent ausläuft, bleibt netto 17 Prozent weniger übrig als heute – diese Zahl nennt Anthropic selbst. Was sich für dich ändert, was gleich bleibt und was du vorher prüfen solltest.