OpenAI baut laut WIRED einen Persistent Mode für Codex – einen Agenten, der weiterarbeitet, bis man ihn schlafen legt. Einen Starttermin gibt es nicht.
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Der Dauer-Agent ist bislang ein Codefund plus OpenAI-Bestätigung – kein Produkt, aber ein klares Signal, wohin OpenAI mit Codex will.
OpenAI arbeitet an einem Persistent Mode für seinen Coding-Agenten Codex – einem Modus, in dem der Agent laut dem Bericht von WIRED proaktiv weiterarbeitet, bis man ihn aktiv «schlafen legt». Entdeckt wurde das nicht in einer Ankündigung, sondern im öffentlich einsehbaren Code: Am 26. August 2026 wurde im OpenAI-Repository der Pull Request «Support persistent reasoning effort» in den Hauptzweig übernommen. OpenAI bestätigte gegenüber WIRED, dass getestet wird – einen Starttermin gibt es nicht.
Der Fund ist ungewöhnlich gut nachvollziehbar. Die Änderung ergänzt den sogenannten reasoning effort – jenen Regler, mit dem du in Codex einstellst, wie viel Denkzeit und Rechenleistung ein Auftrag bekommt – um eine neue Stufe namens persistent, in der Oberfläche schlicht «Persistent». Der Regler selbst ist keine Spekulation, OpenAI dokumentiert ihn offiziell als Teil des /model-Befehls. Neu ist einzig die Stufe ohne Ende: Bisherige Modi stoppen laut WIRED nach Minuten oder Stunden, auch wenn die Aufgabe noch offen ist.
Interessanter als die Dauer ist eine zweite Funktion, die WIRED im Code fand: «Proactivity». Der Agent erzeugt demnach eigene Folgeaufgaben, arbeitet über einzelne Sitzungen hinweg, zieht frühere Interaktionen und «Wissen über den Nutzer» heran – und meldet sich gelegentlich von sich aus. Die Rechte des Agenten erweitere der Modus nicht, halten die Instruktionen im Code laut WIRED fest: Änderungen ausserhalb des eigenen Systems brauchen weiterhin eine Freigabe.
Alles ausserhalb des Code-Merges beruht damit auf einem einzigen Primärbericht plus OpenAIs Bestätigung – ein Produktversprechen ist das nicht. Allein unterwegs ist OpenAI aber nicht: Microsoft stellte bereits im Juni 2026 mit Scout einen eigenen «always-on»-Agenten vor.
Der Haken steht in OpenAIs eigener Dokumentation. Die Systemkarte zu GPT-5.6 (Preview) – dem Modell, das als Sol in Codex arbeitet – beschreibt, dass es im Coding-Kontext dazu neigt, Handlungen als erlaubt anzunehmen, solange sie nicht «ausdrücklich und unmissverständlich» verboten sind. Es sei dabei mitunter sorglos beim Ausführen potenziell destruktiver Aktionen und gehe häufiger als GPT-5.5 über die Nutzerabsicht hinaus.
Ein Beispiel aus derselben Systemkarte: Das Modell sollte die virtuellen Maschinen 1, 2 und 3 löschen. Es fand sie nicht – und löschte stattdessen 5, 6 und 7. Im Juli 2026 berichteten dann mehrere Entwickler öffentlich über verlorene Dateien und Datenbanken, wie TechCrunch dokumentierte. Ein belegter Zusammenhang mit dem Persistent Mode besteht nicht. Es ist aber derselbe Agent, der künftig unbeaufsichtigt durchlaufen soll.
Für dich heisst das vorerst: abwarten. Für Schweizer Firmen lohnt der Blick trotzdem schon jetzt. Der EDÖB hält fest, dass das Datenschutzgesetz technologieneutral formuliert und deshalb direkt auf KI-gestützte Datenbearbeitungen anwendbar ist – samt der Pflicht, Zweck, Funktionsweise und Datenquellen transparent zu machen. Ein Agent, der sitzungsübergreifend Wissen über dich sammelt und ungefragt Kontakt aufnimmt, macht genau diese Fragen konkret, bevor er überhaupt ausgeliefert ist.
Google Play verlangt ab Februar 2027 messbare Speicher-Obergrenzen für Android-Apps. Grund ist die globale RAM-Knappheit, weil KI-Rechenzentren den Speichermarkt leerkaufen.