Im Zürcher Furttal fahren seit dem 28. September drei selbstfahrende Nissan Ariya mit WeRide-Technik. Gebucht wird per App, eine Sicherheitsperson sitzt vorerst am Steuer. Wir zeigen, was das Fahrzeug kann, was belegt ist und wie du es ausprobierst.
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Das Pilotprojekt iamo bringt automatisiertes Fahren in den ländlichen ÖV, aber mit Sicherheitsperson und nur nachmittags.
Im Zürcher Furttal steigst du seit dem 28. September in ein Auto, das sich selbst steuert. Drei elektrische Nissan Ariya fahren im Pilotprojekt «iamo» Passagiere von Haltepunkt zu Haltepunkt. Der SRF spricht vom «ersten Robotaxi der Schweiz». Der Haken: Am Steuer sitzt noch immer eine Sicherheitsperson.
Laut Kanton Zürich bedienen die Fahrzeuge «knapp 100 vordefinierte Haltepunkte» in Otelfingen, Dänikon, Boppelsen und Hüttikon. Pro Fahrt sind maximal drei Passagiere erlaubt, der Beifahrersitz bleibt aus Sicherheitsgründen leer. Kinder unter 12 Jahren fahren nur in Begleitung Erwachsener mit (20 Minuten). Später sollen automatisierte Kleinbusse dazukommen.
Hinter «iamo» (intelligente automatisierte Mobilität) stehen das Swiss Transit Lab als Projektleiter, die Kantone Zürich und Aargau sowie die SBB. Der Kanton nennt Beiträge von 3,8 Millionen Franken (Zürich), 1,9 Millionen (Aargau) und 1 Million pro Jahr von der SBB. Das Projekt ist auf höchstens fünf Jahre angelegt.
Die Fahrtechnik stammt von WeRide, einem chinesischen Anbieter. Das Unternehmen nennt für das Projekt seine Plattform «WeRide One» mit Level-4-Fähigkeit. Level 4 heisst: Das System fährt in einem definierten Gebiet selbst und braucht dort keinen Menschen, der ständig überwacht. Der Kanton nennt das Vorhaben rechtlich ein Pilotprojekt «automatisiertes Mobilitätsangebot Level 4 Furttal».
Wie die Fahrzeuge die Umgebung wahrnehmen, ist öffentlich kaum beschrieben. Zu Sensoren wie Lidar oder Kameras machen die von uns geprüften Quellen keine Angaben. Belegt ist: Vor dem Start haben die Autos das Gebiet kartiert. Die Karten sind laut watson viel detaillierter als normale Navigationskarten und enthalten etwa Spurbreiten, Ampeln und Randsteinhöhen. Für die Bewilligung nennt der Kanton Tempo bis 80 km/h im regulären Strassenverkehr.
Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat das automatisierte Fahren am 20. November 2025 bewilligt. Aktuell sitzt eine Sicherheitsperson auf dem Fahrersitz und greift bei Bedarf ein. Erst in einer späteren Phase sollen die Fahrzeuge ohne sie fahren, überwacht aus der Leitstelle von Eurobus. Dieser Schritt braucht eine zusätzliche Freigabe des ASTRA.
Ob dies die erste Bewilligung dieser Art in der Schweiz ist, belegen die Primärquellen nicht. Die Aussage «erstes Robotaxi der Schweiz» stammt vom SRF. Der Kanton selbst spricht nur von einem Pilotprojekt.
Weil die Technik aus China kommt, ist der Datenschutz ein Thema. Der Kanton verweist auf vertragliche Vereinbarungen mit externen Dienstleistern, eigene Tests und eine eigene Cloud in einem Schweizer Rechenzentrum. Die Buchungs-App liefert laut watson Ioki, eine Tochter der Deutschen Bahn.
Wie gross die Nachfrage sein wird, ist offen. Projektleiterin Christine Mauelshagen sagte gegenüber 20 Minuten, das lasse sich derzeit nicht abschätzen. Laut SRF gab es in der Testphase einen Unfall bei 20 km/h mit einem beschädigten Reifen. Die Flotte gilt trotzdem als sicher genug für den Weiterbetrieb.
Für dich lohnt sich der Ausflug vor allem als Blick in die Zukunft des ländlichen ÖV. Für den Alltag ist das Angebot mit drei Autos und wenigen Stunden pro Tag noch ein Test.

Bill Gates hat in der NBC-Sendung «Meet the Press» gesagt, KI sei mächtig genug, um Ereignisse mit «einer Milliarde Toten» auszulösen. Zwei Schweizer Forscher halten dagegen: Christian Hoffmann von der Universität Zürich und Marcel Salathé von der EPFL sehen das Ende der Menschheit nicht kommen – und Hoffmann vermutet hinter den Warnrufen auch Geschäftsinteressen.