Enact Intelligence aus Zürich baut Roboter mit Tastsinn und sammelt 30 Millionen Dollar ein, laut Dealroom die grösste Pre-Seed-Runde eines Schweizer Start-ups. Noch ist kein Roboter im Einsatz.
KI-Beratung und Softwareentwicklung aus dem St. Galler Rheintal.
Eine Rekord-Pre-Seed-Runde zeigt, wie viel Kapital in Zürcher Robotik fliesst, bewiesen ist die Technik aber noch nicht.
Das Zürcher Start-up Enact Intelligence hat eine Pre-Seed-Runde über 30 Millionen US-Dollar abgeschlossen, wie inside-it.ch und Startupticker am 22. Oktober berichten. Das Unternehmen baut Roboter, die ihre Umgebung nicht nur sehen, sondern auch fühlen, und will sie zuerst in der industriellen Montage einsetzen. Laut dem Analyseportal Dealroom, das sich auf Sifted beruft, ist es die grösste Pre-Seed-Runde, die je ein Schweizer Start-up eingesammelt hat.
Enact wurde im März 2026 von Manuel Yves Galliker gegründet, der zuvor bei 1X die Software für den Humanoiden NEO leitete und später bei Physical Intelligence arbeitete. Das Team zählt laut Startupticker zwölf Personen, darunter Fachleute von DeepMind, 1X, Amazon Robotics, Helsing und Physical Intelligence.
Die Roboter kombinieren Sehen mit Kraft- und Tastsinn: Enact will die Kraft direkt in den Antrieben messen, statt über teure Einzelsensoren. Dadurch soll ein Roboter spüren, ob ein Bauteil richtig sitzt. Lernen sollen die Maschinen aus Erfahrung, wobei Enact bestehende Modelle, etwa Video-Modelle, so anpasst, dass sie Roboterbewegungen ausgeben. Einstiegsfeld ist die industrielle Montage.
Roboter würden erst dann verallgemeinern, wenn sie ein Nervensystem hätten, das sie die Welt nicht nur sehen, sondern auch fühlen lässt, sagt Kamil Mieczakowski von Notion Capital.
Angeführt wird die Runde laut Dealroom von Redalpine, Notion Capital und Firstminute Capital. Als Business Angels sind Yann LeCun (Gründer von AMI Labs), Mistral-Mitgründer Arthur Mensch und Andrew Lonsberry (Gründer von Path Robotics) dabei.
Zum Vergleich nennt Dealroom zwei andere Zürcher Robotik-Start-ups: Mimic Robotics sammelte im November 2025 rund 16 Millionen Dollar ein, Gravis Robotics im Dezember 2025 rund 23 Millionen.
Galliker positioniert Enact gegen die chinesische Konkurrenz: «China gewinnt über Stückzahl, wir gewinnen über Varianz», sagt er laut inside-it. Gemeint sind Fabriken, in denen oft kleine Serien mit vielen Varianten entstehen. Zürich wählte Enact wegen des Robotik-Umfelds rund um die ETH und der Nähe zu Industriekunden.
Mit dem Geld will Enact das Team bis Ende 2027 verfünffachen, Hardware und Forschung beschleunigen und die ersten Roboter bei Industriepartnern einsetzen. Gespräche laufen mit europäischen Firmen aus Fertigung, Infrastruktur, Detailhandel und Lebensmittelverarbeitung.
Einordnung: Noch ist kein Roboter im Einsatz. Dealroom formuliert den Test so: Es komme darauf an, ob Enacts Motoren in einsetzbare Geschicklichkeit übersetzt werden und nicht nur in eine weitere Laborvorführung.
Apple hat im Juni Vermögenswerte des Zürcher KI-Start-ups Samplab übernommen, sichtbar wurde das erst durch die EU-Liste nach dem Digital Markets Act. Preis und Mitarbeiterzahl sind unbekannt, Apple schweigt. Ob die Technik in Logic Pro landet, ist reine Spekulation.