Apple hat im Juni Vermögenswerte des Zürcher KI-Start-ups Samplab übernommen, sichtbar wurde das erst durch die EU-Liste nach dem Digital Markets Act. Preis und Mitarbeiterzahl sind unbekannt, Apple schweigt. Ob die Technik in Logic Pro landet, ist reine Spekulation.
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Bestätigt ist nur der Kauf von Vermögenswerten laut EU-Liste; alles Weitere, etwa Logic Pro, ist Vermutung.
Apple hat im Juni Teile des Zürcher KI-Start-ups Samplab übernommen. Das wurde erst am 19. Oktober sichtbar, als die Übernahme in der Liste der EU-Kommission nach dem Digital Markets Act auftauchte. Apple hat sich bisher nicht dazu geäussert.
Laut Eintrag erwirbt Apple über eine Tochtergesellschaft bestimmte Vermögenswerte der Samplab GmbH und bietet bestimmten Mitarbeitenden eine Stelle an. Der Kaufpreis und die Zahl der übernommenen Mitarbeitenden sind nicht bekannt. AppleInsider nennt den 17. Juni als Datum und vermutet höchstens zehn Beschäftigte. Der Startupticker schliesst aus dem Eintrag, dass Apple eher die Software-Rechte kaufte als die Firma selbst: Die GmbH wurde im Juni in Quitten GmbH umbenannt.
Samplab wurde 2020 von Manuel Fritsche und Gian-Marco Hutter gegründet. Das Programm wandelte mehrstimmige Audioaufnahmen mit KI in bearbeitbare MIDI-Noten um (digitale Notenbefehle) und liess dabei den Klang erhalten. Es erkannte und änderte Akkorde, glich Tempo und Tonart von Samples an und trennte Aufnahmen in einzelne Spuren. Es lief auch als Plugin in Musikprogrammen, darunter Logic Pro. 2022 nahm der Wingman Campus Fund das Start-up in sein Portfolio auf. Laut Startupticker läuft die Software seit September nicht mehr, die Samplab-Website leitet heute auf Apple weiter.
Dass Apple die Technik in Logic Pro oder GarageBand einbauen will, ist bisher Spekulation von 9to5Mac und AppleInsider. Bestätigt ist nur die Übernahme der Vermögenswerte. Interessant bleibt der Zeitpunkt, denn die Netzwoche berichtete am selben Tag über den Wettbewerb um KI-Talente in Zürich, wo Google, Microsoft, Meta, Apple, OpenAI und Anthropic Büros haben.
Für Schweizer Start-ups heisst das: Zürcher KI-Technik ist auch für Konzerne interessant, die sie leise einkaufen, ohne gross anzukündigen.
Das Zürcher Start-up Cedric lanciert einen KI-Agenten für Büroaufgaben von KMU, bedienbar über Slack, Telegram oder Web-App. Die Daten liegen laut Netzwoche bei AWS in Paris, die Modelle kommen von Anthropic. Zahlen zur Nutzung stammen von der Firma.