Die Schweiz investiert einen grösseren Anteil ihres Risikokapitals in Deep Tech als jedes andere Land – vor China und den USA. Das zeigt der Swiss Deep Tech Report 2026. ETH und EPFL gelten als Europas führende Talentschmiede für neue Tech-Firmen.
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Beim Anteil des Risikokapitals für Deep Tech liegt die Schweiz weltweit auf Platz eins – getrieben von ETH, EPFL und einer hohen Forscherdichte.
Die Schweiz steckt einen grösseren Anteil ihres Risikokapitals in Deep Tech als jedes andere Land der Welt – noch vor China und den USA. Das ist das Kernresultat des Swiss Deep Tech Report 2026, der diese Woche an der Tech-Messe VivaTech in Paris vorgestellt wurde. Hinter dem Bericht stehen unter anderem die Stiftung Deep Tech Nation Switzerland, der Investor Founderful, Kickfund, Startupticker.ch und der Datenanbieter Dealroom.
Deep Tech meint Firmen, die auf echtem wissenschaftlichem und technischem Fundament aufbauen – also künstliche Intelligenz, Robotik, Halbleiter, Quantencomputing oder Biotech. Anders als eine schnelle App braucht solche Technologie Jahre Forschung, bevor daraus ein Produkt wird. Genau hier spielt die Schweiz ihre Stärke aus: hervorragende Hochschulen und eine hohe Dichte an Spezialistinnen und Spezialisten.
Laut dem Bericht bringen die ETH Zürich und die EPFL Lausanne mehr neue Deep-Tech-Ausgründungen hervor als jede andere Universität in Europa – vor Oxford, Cambridge oder der TU München. Besonders auffällig ist die Robotik: Pro Kopf entstehen in der Schweiz seit 2020 rund 3,5-mal mehr risikokapitalfinanzierte Robotik-Startups als in den USA und fünfmal mehr als in Grossbritannien.
Spannend ist auch ein Stimmungswandel, den die Autoren beobachten: Die besten internationalen Fonds müssen nicht mehr überzeugt werden, in die Schweiz zu schauen – sie kommen von selbst. Und erstmals würden die Firmen, die aus ETH und EPFL ausgründen, im Land bleiben und hier wachsen, statt ins Ausland abzuwandern.
Ganz ohne Schwachstelle ist das Bild nicht. Bei grossen Finanzierungsrunden ab 100 Millionen Dollar stammen 88 Prozent des Geldes von ausländischen Investoren – nur 12 Prozent kommen aus der Schweiz selbst. Spätphasen-Kapital bleibt also knapp, gemessen an der Qualität der Firmen. Genau darin sehen die Autoren die grösste Chance für heimische Geldgeber.
Einordnung: Für dich als Leserin oder Leser in der Schweiz ist das eine seltene gute Nachricht im von US- und China-Konzernen dominierten KI-Rennen. Das Land spielt bei der Technologie, die das nächste Jahrzehnt prägt, ganz vorne mit – und zwar ohne einen Franken staatliches Risikokapital. Die nächste Welle an ETH- und EPFL-Firmen erreicht gerade die Wachstumsphase. Ob daraus globale Schwergewichte werden, hängt nun stark davon ab, ob auch hierzulande genug Kapital für die teuren letzten Schritte bereitsteht.